Sonderzug mit Panko: Kürbis. Gebacken. Der Beste!

Einen Tag vor Erscheinen des neuen Buchs “Vegetarische Köstlichkeiten” (hab ich schon erwähnt, wie doof ich die deutschen Übersetzungen der Titel finde??) von Yotam Ottolenghi hole ich nun noch mal die ollen Kamellen raus.
Ich finde aber auch dauernd etwas, das ich unbedingt ausprobieren muss und diesmal war es mal wieder ein absoluter Volltreffer.

Gebackener Kürbis ist so eine Sache, die man abends einfach noch ganz schnell nach der Arbeit machen kann, vielleicht noch einen Dip dazu und hat ein feines, kleines und warmes Abendessen.

Dieser gebackene Kürbis hier aus “Genussvoll vegetarisch” (schon wieder ein selten blöder Titel im Vergleich zum Original…braucht Deutschland immer eine explizite Angabe, was denn genau im Buch drin ist? Sind wir so phantasielos?) ist mit Abstand, aber wirklich mit riesengroßem Abstand das beste Kürbisgericht, das ich bis jetzt ausprobiert habe und der beste gebackene Kürbis sowieso.

Dip? Braucht man hier nicht.
Eine knuspernde Kruste aus Haselnüssen, Parmesan, Zitronenschale, Panko (den groben, extraknusprigen japanischen Semmelbröseln), Kräutern und ein wenig Knoblauch, von mir noch mit etwas Piment d’Espelette angereichert, bringt zusammen mit dem Kürbis eine kleine, extra-crunchy Geschmacksexplosion.
Da braucht es für mich keinen Dip, der würde nur das Knuspererlebnis schmälern.
Diesen Kürbis wird es demnächst noch öfters geben, da bin ich mir ganz sicher, das wird ein Dauerbrenner bei uns.

Und ich freu mich.
Ich freu mich auf morgen, denn da werde ich direkt in der Mittagspause in den Buchladen gehen und den neuen Ottolenghi kaufen, Titel hin, Titel her.
Ich hoffe, dass es nicht wieder diesen gruselig wattierten Plastikeinband gibt, aber allen haptischen Einbußen zum Trotz werde ich es auf jeden Fall kaufen und kann es wirklich kaum abwarten, darin zu schmökern und so bald wie möglich Neues auszuprobieren.

Das Originalrezept habe ich ein klein wenig abgewandelt, weil ich es so absolut perfekt fand, findet ihr hier meine Variante. Ottolenghi empfiehlt dazu Sauerrahm, mit Dill und etwas Salz und Pfeffer verrührt, kann natürlich prima dazu, muss aber nicht.
Ergibt ein kleines Abendessen für 2 Personen.

1 Hokkaido oder Butternutkürbis
ca. 40 ml Olivenöl
2-3 EL Haselnüsse, grob gemahlen
50 g Parmesan, gerieben
1 kleine Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
2,5 TL Thymian, gehackt
3-4 EL glatte Petersilie, gehackt
Meersalz
3/4 TL Piment d’Espelette
1,5 Handvoll Panko (ihr könnt auch normale Semmelbrösel nehmen, aber es lohnt sich, im Asialaden eine Tüte Panko zu holen. Der Knuspereffekt ist viel, viel besser und es hält sich lange)

Ofen auf 190° vorheizen. Kürbis schälen (entfällt beim Hokkaido), Kerne entfernen, in Spalten schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Großzügig mit Olivenöl bestreichen.
Die restlichen Zutaten  gut vermischen, gleichmäßig auf den Kürbisspalten verteilen und ein bisschen andrücken.
Dann im Ofen ca. 25-30 Minuten backen, bis der Kürbis weich und die Kruste goldbraun ist.

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Zimt, Zucker, Butter: Ein Estnischer Kringel

Es gibt schon wieder was Süßes.

Das liegt vor allem daran, dass mir etwas misslungen ist und etwas anderes zu lange gedauert hat.
Zauberfalafel hab ich gemacht! Mit dem Trick könnte ich beim Fernsehen auftreten!
Falafel in den Frittierkorb rein, nach ein paar Minuten rausgeholt, tadaa: Frittierkorb leer, und zwar komplett.
Rezepte sollte man unbedingt vorher lesen, denn die Kichererbsen hätten nicht gekocht werden sollen vorm zerkleinern. So haben sich die Bällchen einfach still und leise aufgelöst.

Dann habe ich noch ein wundervolles Pulled Pork nach diesem Rezept von Juliane gemacht (sehr !! empfehlenswert), das allerdings um einiges länger als geplant gedauert hat,  die eingeladenen Mitesser und auch wir waren hungrig und ich wollte dann nicht noch mehr Zeit mit Fotos ins Land gehen lassen, hungrige Gäste mag ich nicht.

Noch dazu kommt: Ich hab mir in der Küche eine hübsche Backecke eingerichtet, ein schönes Plätzchen mit eigener Arbeitsplatte und einem Schrank, in dem alle Utensilien und Zutaten jetzt endlich zusammen sind, nur zum Backen und für Teigverarbeitung und die möchte ja auch genutzt werden…

Also müsst ihr jetzt durch eine süße Phase, denn hier ist alles gelungen und ausgesprochen empfehlenswert.
Den hübschen Estnischen Kringel habe ich auf diesem USA Blog entdeckt und nachdem er recht einfach zu flechten schien und die Worten “Butter”, “Zucker” und “Zimt” bei mir sofort pawlowsche Reflexe auslösen, musste ich ihn sofort ausprobieren.

Er passt so schön in den Herbst mit seinem zimtig-buttrig-nussigen Geschmack (ich habe noch ein paar grob gemahlene Haselnüsse reingegeben) und mit einem Kaffee oder einer heißen Schokolade ist er ein schöner Begleiter für einen gemütlichen Herbstnachmittag – alleine der Duft nach Butter und Zimt, der beim Backen durch die Wohnung zieht, ist schon herrlich.

Das Flechten ist tatsächlich sehr einfach und selbst mir Grobmotorikerin gut gelungen, man muss nur darauf achten, dass die aufgeschnittene Seite immer außen bleibt, eine kleine Anleitung findet ihr unten beim Rezept.

Das Rezept hab ich ein klein wenig abgewandelt zu der Vorlage und war völlig zufrieden mit dem Ergebnis, ein fluffiger, saftiger Teig, der sich sehr gut verarbeiten lässt.

Zutaten für den Teig:

350 g Mehl, Type 550
160 g lauwarme Milch
20 g Frischhefe oder ein Tütchen Trockenhefe
50 g Butter
25 g Zucker
1 Eigelb
1/2 TL Salz

Hefe in der lauwarmen Milch mit dem Zucker auflösen. Butter in einem kleinen Töpfchen schmelzen, etwas abkühlen lassen.
Die Hefemilch zum Mehl geben, kurz verkneten, dann die Butter, Eigelb und Salz hinzugeben und 8-10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der aber nicht kleben sollte.
Zu einer Kugel formen und abgedeckt 45-60 Minuten gehen lassen.

Für die Füllung:
60 g weiche Butter
3 EL Zucker (brauner oder Rohrohrzucker passt hier sehr gut)
3 TL Zimt
3 EL Haselnüsse, grob gemahlen
Die Butter mit dem Zucker und Zimt gut vermischen.

Den Teig nun zu einem Rechteck von ca. 40 x 30 cm ausrollen. Die Butter-Zucker-Zimt-Mischung gleichmäßig daraufstreichen, dabei einen Rand von ca. 2 cm freilassen. Die Haselnüsse darüberstreuen.
Nun den Teig von der langen Seite her aufrollen, dann die Rolle einmal längs genau in der Mitte durchschneiden. Die beiden Teile nebeneinander legen, so dass der aufgeschnittene Part jeweils nach oben zeigt und so flechten, dass das innere mit der Füllung immer nach oben zeigt:

Dann aus dem geflochtenen Strang vorsichtig einen Kringel formen und die Enden gut zusammendrücken, dass er später beim Backen nicht auseinander fällt.
Jetzt den Ofen auf 200° vorheizen, den geformten Kringel nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen und dann für 25-30 Minuten backen, bis er goldbraun ist.

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Nervenfutter: Walnuss-Schokoladenkekse

Walnüsse sind hier gerade angesagt – auch damit überhäuft mich der Baum im Garten mit einem nicht gekannten Ausmaß an Früchten und eben habe ich gerade wieder bestimmt ein Kilo aufgelesen.
Köstlich sind sie, die frischen, buttrigen Nüsse, wenn auch nicht riesig, das Knacken ist ein bisschen Arbeit, wird aber belohnt.

Jetzt warten nur noch ein kleines bisschen Lauch und eine einsame Rosenkohlpflanze (die aber schon massiv von Raupen befressen wurde…) darauf, geerntet zu werden und ich bin schon ein bisschen wehmütig,  mein erster Sommer mit so vielen eigenen Ernten, die mich richtig glücklich gemacht haben, ist jetzt endgültig vorbei.

Kleine Kraftpaketchen sind sie, die Walnüsse, voller Vitamin E, Magnesium und gesunder Linolensäure. Nicht zu vergessen Tryptophan, das vom Körper zu Serotonin umgewandelt wird und damit für gute Laune und Entspannung sorgt.
Und sie lassen sich wunderbar kombinieren mit einem richtig guten, reinen Kakaopulver, das ebenfalls voller gesundheitsfördernder Flavonoide und sekundärer Pflanzenstoffe ist.
Mit nur 5 Zutaten und ganz ohne Mehl und Butter kommen diese Walnuss-Schokoladenkekse von François Payard aus (das Rezept habe ich hier gefunden), die sie bis auf den Zucker natürlich zu kleinen Nährstoffbömbchen und Nervenfutter machen.

Und sie sind so gut! Wichtig ist die Qualität des Kakaopulvers, bitte unbedingt ein hochwertiges, 100%iges und somit natürlich ungezuckertes Produkt ohne Zusatzstoffe nehmen. Ebenso frische, einwandfreie Nüsse.
Die Kekse selbst sind dann überhaupt nicht viel Arbeit, einzig der durch das Eiweiß etwas klebrige Teig macht das Formen der Cookies ein bisschen schwieriger, aber es muss ja auch nicht ganz so akkurat sein.

Auch wenn sie nicht vom eigenen Baum sind – nutzt die momentane Zeit, in der es so viele frische Nüsse gibt, die schon länger werdenden Abende eignen sich doch prima, um einige gemütlich selbst zu knacken.
Und wer gerade wie ich ein wenig genervt ist von vielem:
Nüsse helfen ganz prima dagegen. In Form dieser Kekse noch besser, versprochen!

Für ca. 18-20 Kekse, je nach Größe

200 g Walnüsse
210 g Puderzucker
40 g reines Kakaopulver (bei mir: Valrhona)
1 Prise Meersalz
2 Eiweiß, Größe M
Mark einer Vanilleschote
abgeriebene Schale einer 3/4 Orange (optional, ich habe sie weggelassen)
evtl. etwas weiße Kuvertüre zum Verzieren

Ofen auf 175° vorheizen.
Die Walnüsse so zerkleinern, dass auch noch ein paar gröbere Stücke dabei sind, im Durchschnitt sollten sie ungefähr so groß wie ein Reiskorn sein.
Puderzucker und Kakaopulver gut vermischen, die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen.
Nüsse und Vanillemark zu der Mehl-Kakaomischung geben, dann das steifgeschlagene Eiweiß vorsichtig unterziehen.

Mit einem Esslöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, zu einigermaßen runden Talern formen und im Ofen auf der mittleren Schiene ca. 14-16 Minuten backen.
Weiße Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und die abgekühlten Kekse mit Streifen dekorieren.
Die Kekse sind glutenfrei.

 

 

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Asia Steak Salat mit Baby Pak Choi, Mango und Kokos-Galgant-Limettendressing

Ich finde es ja immer noch ganz schön sommerlich, die Temperaturen sind extrem angenehm und die ganz große Lust auf Suppen und herzhafte Schmorgerichte mag sich noch gar nicht so recht einstellen.
Kulinarisches Niemandsland irgendwie, kein Sommer mehr, aber auch noch nicht so wirklich Herbst.

Macht aber gar nichts, ein guter Salat geht ja immer. Und ein gutes Steak auch, völlig jahreszeitenunabhängig, so wie ein Burberry Trenchcoat.
Schnell noch ein bisschen Energie und Farbe tanken für die kommende dunkle Jahreszeit.

Dieses Steak hier war ein absoluter Knaller, ein Bio-Entrecote, wunderbar abgehangen, butterzart und mürbe.

Dazu einen asiatisch inspirierten Salat mit Baby Pak Choi, ……., Kokos-Limettendressing.
Den Baby Pak Choi gibt es in Asialäden und mit seinem leicht senfigen Geschmack passt er so gut zu einem Rindersteak!

Galgant bekommt ihr auch im Asialaden und es ist eine meiner Lieblingszutaten. Soo gut! Es hat einen ganz eigenen, würzig-süß-bitteren Geschmack und auch wenn die Wurzeloptik ein wenig an Ingwer erinnert, sind die beiden gar nicht zu vergleichen finde ich.

Und hier geht’s schon zum Rezept für 2 Personen:

Für den Salat:
4-5 Baby Pak Choi
1/2 Mango
1 rote Paprika
1 Karotte
20 g geröstete Kokoschips
etwas schwarzen Sesam zum Bestreuen
1 schönes großes Steak für 2 Personen, z. B. Entrecote oder Rumpsteak, es sollte vor dem Braten schon Zimmertemperatur haben, also rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen!
etwas Kokosöl zum Braten

Für das Dressing:
1 daumengroßes Stück Galgant
1 Knoblauchzehe
2 getrocknete rote Thai Chilis
150 ml Kokosmilch
Saft einer Limette
1 EL Fischsauce
2 TL Palmzucker
1 El Sojasauce
1,5 EL geröstetes Sesamöl

Ofen auf 80° vorheizen.
Den Pak Choi und die Paprika waschen und putzen, in mundgerechte Stücke schneiden. Karotte raspeln, die Mango in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden.
Alle Zutaten für das Dressing in einem Blender zu einem cremigen Dressing vermischen, das Sesamöl erst ganz am Schluss dazu geben.

Steak in einer Gusseisenpfanne im Kokosöl von jeder Seite ca. 1,5 Minuten scharf anbraten, dann noch ca. 10 Minuten im Ofen garen und danach noch ca. 2 Minuten ruhen lassen (die Zeiten hängen natürlich immer auch ein wenig von der Größe des Steaks ab…)
Fleisch in Streifen schneiden, den Salat mit dem Dressing mischen, auf einer Platte mit den Steakstreifen anrichten und mit dem schwarzen Sesam und den Kokoschips bestreuen.

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Kindheitserinnerungen: Gelleriewestambes und Flääschkichelcher, äh, Frikadellen

Kindheitserinnerungen möchte sie, die Sandra.
Kann sie gerne haben, so ein schönes Thema, auch wenn ich es gerade noch auf den allerletzten Drücker mit der Abgabe geschafft habe!

Zeitweh hat dieser Artikel in mir geweckt, Heimweh kann man nicht wirklich sagen, denn es ist ja nichts mehr wie früher.
Sehnsucht nach einer Zeit, die so nie mehr wieder kommt, ich konnte beim Schreiben manche Geschmäcker richtig auf der Zunge spüren und vergessen geglaubte Düfte riechen… und war auch ein bisschen traurig.

Schöne kulinarische Erinnerungen an meine Kindheit hab ich zuhauf.
Buttercremetorten, Knödel, Ossobucco (damals noch kaum bekannt hier), Windbeutel, Sauerbraten und vieles, vieles mehr.
Verknüpft sind diese Erinnerungen immer mit meiner Mutter (die eine begnadete und für die damalige Zeit sehr moderne Köchin war) und meiner Oma (nicht ganz so begnadet und innovativ, aber immer mit viel Liebe).

Also hab ich mich für eines meiner Signature Gerichte entschieden – Gelleriewestambes (Karottten-Kartoffelpüree) mit Fritz-Walter Flääschkischelcher (Frikadellen).
Das Püree ist von meiner Oma – zuhause gab es das nie. Die Frikadellen von meiner Mutter (und die gab es so gut auch nirgendwo anders), sie hießen immer Fritz-Walter Frikadellen – keiner weiß mehr genau, ob es wirklich ein Rezept vom guten Fritz war oder wie sie überhaupt zu ihrem Namen gekommen sind.

Zusammen sind die beiden einfach unschlagbar, die Frikadellen werden mit etwas Weißwein und Sahne abgelöscht, das ergibt eine wundervolle Sauce, die man dann über das Püree gibt.
Die schöne alte Pfanne ist übrigens auch ein Erbstück von meiner Mum und beweist mal wieder, dass Gusseisen unverwüstlich ist, denn auch sie hat sie schon auf dem Flohmarkt aufgetrieben.

Und das hübsche Silberbesteck, das ihr hier immer seht, war ein Geschenk meiner Oma.
Auch wenn man es als 7-jährige hasst, unter dem Weihnachtsbaum alljährlich ein Päckchen mit Besteck zu finden, heute freue ich mich tagtäglich darüber und obwohl ich mir die Form als Kind ausgesucht habe, finde ich sie immer noch wunderschön.
Ach ja, und es ist natürlich täglich in Benutzung. “Für gut” ist heute, immer, jetzt.
Jeder Tag darf gut sein bei mir. Ob er es dann auch wirklich ist, ist natürlich eine andere Frage!

Apropos Fritz Walter, es war wunderschön für mich, in einem Buch, das dieses Jahr zur WM von 1954 veröffentlicht wurde, eine handschriftliche Karte meiner Oma zu finden. Die war nämlich mit meinem Opa als offizieller Vertreter der Stadt Kaiserslautern damals auf dem Endspiel in Bern und saß am Vormittag des Endspieltags mit den Spielern im Hotel zusammen, diese Karte stammt von diesem Abend und alle haben mit unterschrieben…
Fußballl war bei uns in der Familie eben schon immer auch ein großes Thema!

Auch wenn ich es leider nicht mehr persönlich sagen kann:
Danke, liebe Mama, für all die schönen Kindheitserinnerungen und dass ich die Liebe zum Kochen und für gute, frische Produkte schon in die Wiege gelegt bekommen habe.
Gefeiert, gegessen und getrunken wurde in unserer Familie schon immer gerne, wie man hier sieht:

Und danke liebe Oma, dass es bei dir immer das gab, was man zuhause nicht so oft ”durfte”,  Süßigkeiten ohne Ende, lange aufbleiben und bei Mondschein im Schwimmbad plantschen, Schaden hab ich daran sicher nicht genommen.
Früh hat sie sich geübt im Kochen, meine Oma, das gehörte damals einfach noch zur Grundausbildung eines jungen Mädchens. Wie man hier schon sehen kann – ich komme aus einer Knödelfamilie :-)

Vielen Dank Sandra für dieses schöne Event! Es hat mir riesigen Spaß gemacht, diesen Artikel zu schreiben und in Erinnerungen zu wühlen, auch wenn ich ein paar Tränen dabei weinen musste.

Kindheitserinnerungen

Und jetzt natürlich noch das Rezept!

Für 3-4 Personen braucht ihr:

Kartoffel-Karotten-Püree:

800 g Kartoffeln
500 g Karotten
40 g Butter (hey, ich habe die Buttermenge im Vergleich zur Oma schon ordentlich reduziert ;-) )
70 ml Milch, lauwarm
je 1/2 Bund Schnittlauch und Petersilie
Salz
frisch geriebene Muskatnuss

Kartoffeln in Stücke, Karotten in Scheiben schneiden und zusammen gar kochen, beides sollte richtig weich sein, sonst lässt es sich schlecht stampfen.
Die Butter in einem kleinen Töpfchen zerlassen und leicht anbräunen. Schnittlauch und Petersilie grob hacken.
Die Kartoffeln und Karotten abgießen, gleich wieder in den Topf geben und mit einem Holzstampfer zerstampfen. Die Milch unterschlagen, mit Salz und nicht zu sparsam mit Muskatnuss abschmecken, ganz zum Schluss die gebräunte Butter und die Kräuter untermischen.

Frikadellen:
600 g gemischtes Hackfleisch
1 große Zwiebel, sehr fein gehackt
2 kleine Knoblauchzehen
1 Brötchen vom Vortag, in Milch eingeweicht
1 Ei
1/2 Bund glatte Petersilie, fein gehackt
2 TL Salz
1 TL Paprika, süß
1/2 TL Curry
etwas Cayennepfeffer, nach Geschmack
frisch geriebene Muskatnuss
80 ml Riesling oder ein anderer Weißwein, aber der Riesling gehört nun mal zur Pfalz
200 ml Sahne
Salz und schwarzer Pfeffer
Butterschmalz zum Anbraten

Das Brötchen gut ausdrücken und zerpflücken, dann alle Zutaten bis auf den Riesling und die Sahne gut zu einem Teig verkneten.
Frikadellen formen, Butterschmalz in einer schweren Eisenpfanne erhitzen und die Frikadellen von beiden Seiten gleichmäßig schön braun braten. Die Hitze darf erst ein bisschen stärker sein und sollte dann etwas zurückgestellt werden.
Wenn die Frikadellen fertig gebraten sind, den Bratensatz mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen, dann die Sahne hinzugeben und ebenfalls noch ein wenig einkochen lassen. Die Sauce wird durch den Bratsatz, der ja auch kleine Fleischstückchen und Zwiebelchen enthält, schon wunderbar würzig und muss nur noch mit ein wenig Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden.
Besonders lecker schmeckt es, wenn man ein kleines Hügelchen Püree auf den Teller gibt, ein Loch hineindrückt und etwas Sauce einfüllt.

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Ein traumhafter Schokokuchen mit Tonkabohne für (m)einen vergessenen Geburtstag…

Huch.
Da hab ich diese Woche doch festgestellt, dass ich tatsächlich meinen eigenen Bloggeburtstag vergessen habe… wo gibt’s denn sowas?
3 Jahre ist mein Baby nun alt und es macht mir immer noch so viel Spaß!
Kalten Angstschweiß und Tränen hat es mich schon gekostet, wenn sich irgendetwas zerschossen hat oder der belegte Speicher aus unerklärlichen Gründen plötzlich ins Unermessliche wuchs.
Wut über ein misslungenes Essen, in das ich viel Zeit und Liebe investiert habe oder ein tolles Gericht mit misslungenen Fotos. Schreibblockaden, die nervös machen, man kann es nun mal nicht einfach zwingen.

Aber auch so viel Freude… ein schönes Bild, das Emotionen weckt, kulinarische Neuentdeckungen, nettes Feedback von Lesern und bereichernden Austausch mit den Mit-Bloggern.
Sich weiter entwickeln, ausprobieren, wachsen, glücklich sein.

Grund genug, ein bisschen zu feiern, oder? Und eine perfekte Gelegenheit für einen Geburtstagskuchen, natürlich mit meiner everlasting love Schokolade. Und Mandeln. Und Tonkabohne. Ohne Mehl! Und mit einem hübschen Guss!

Das Rezept für den Kuchen hab ich schon vor einiger Zeit hier bei Micha entdeckt und er steht schon länger auf der Test-Liste, allerdings habe ich noch Tonkabohne hinzugefügt – die sich ganz prima darin macht – und ihm ein hübsches, marmoriertes Mäntelchen verpasst aus dunkler und weißer Kuvertüre.
Wer möchte ein Stück pure Saftigkeit?

Ich glaube, ich hätte die Mandeln noch ein bisschen feiner mahlen sollen, in Frankreich sind sie meistens auch etwas pulveriger als bei uns, der Optik hätte das ein wenig besser getan.
Der Geschmack dieses Kuchens ist aber einfach ein Traum. Extrem saftig und schokoladig, wie eine ganz große Praline. Danke liebe Micha für dieses mal wieder wunderbare Rezept!

Zutaten für eine 24-26er Springform (auf meinen Bildern ist ein kleinerer Kuchen zu sehen, ich habe die Menge etwas reduziert):

200 g Zartbitterschokolade (etwa von Valrhona/ ca. 70% Kakao-Anteil)
200 g Butter
200 g gemahlene Mandeln
4 Eier
200 g Zucker
1/2 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
1/2 – 1 Tonkabohne, je nach Größe und Geschmack
je 100 g weiße und dunkle Kuvertüre

Schokolade in Stücke hacken und zusammen mit der Butter über dem heißen Wasserbad schmelzen lassen. Tonkabohne fein reiben und in die warme Butter-Schokoladenmischung geben. Zucker, Backpulver, Mandeln, Vanillezucker, Salz und zum Schluß die Eier unterrühren.
Den Schokoteig in eine am Boden mit Backpapier ausgelegte Springform (26cm) geben und im vorgeheizten Ofen bei 160° (Umluft 140°) etwa 40 min backen (evt. 5 min plus). Nach dem Abkühlen sollte der Teig innen noch etwas klebrig sein.

Für den marmorierten Schokoladenguss die weiße und dunkle Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen (Achtung, die weiße Kuvertüre hat einen niedrigeren Schmelzpunkt, bei dem sie sich am besten verarbeiten lässt – ca. 30-31° C).
Mit einem Löffel klecksweise abwechselnd dunkle und weiße Schokolade auf den Kuchen geben und mit einem Holzstäbchen etwas marmorieren, es darf ruhig etwas ineinander bzw. runter laufen und sollte nicht allzu akkurat sehen.

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