Sonntagsfrühstück: NY Style Bagels

Guten Morgen!
Es ist Sonntag, draußen ist bestes Kaiserwetter und alles blüht.
Lust auf ein paar wunderbare Bagels im Original NY Style?
Verzeiht mir die Schneeglöckchen auf den Fotos, denn die sind schon ein paar Wochen alt, ich bin aber noch nicht zum Verbloggen gekommen… Im Garten ist gerade viel zu tun und der Verkehr auf meinem Weg zur Arbeit hat mich die letzte Woche unglaublich viel Zeit und leider auch Nerven gekostet.
Grund genug, mich heute mal so richtig schön zu erholen, ich hab den ersten Spargel eingekauft, heute werden nur ein paar Blumen ausgesät und mein neuer Liegestuhl ausgiebig genutzt.

Ein ausgiebiges, schönes Frühstück mit Früchten, Gemüse und manchmal etwas ganz frisch Selbstgebackenem ist am Wochenende bei uns immer Standardprogramm und auf Bagels sind wir hier beide besonders wild.

“Chewy” müssen sie sein und mir will einfach kein geeignetes deutsches Wort einfallen dafür. Zäh oder knatschig trifft es so gar nicht, denn chewy ist für mich angenehm weich und fluffig.
Cheesy ist übrigens auch so ein Wort… im Englischen wird damit ein köstliches Gericht mit Käse beschrieben – aber käsig? Geht im Deutschen gar nicht.

Die Bagels bekommen ihre besondere Konsistenz dadurch, dass sie erst kurz gebrüht werden und dann gebacken, so bleiben sie innen besonders saftig und eben weich. Sie schmecken sowohl mit herzhaften als auch mit süßen Belägen gut und können pur mit einem Eggwash darauf gebacken werden oder dann noch mit grobem Salz, gehackten Zwiebeln Mohn, Sesam, Nüssen oder Kernen bestreut werden.
Ich habe mich hier für eine Hälfte mit weißem und blauem Mohn entschieden, der andere Teil wurde mit schwarzem und hellem Sesam bestreut.

2011 gab es bei mir schon mal Bagels, von Leila Lindholm, das viel gelobte Rezept, das ich hier gefunden habe, ist sehr ähnlich, aber bei diesem hier  wird Trockenhefe benutzt und ich habe noch Honig in das Brühwasser gegeben,  das Ergebnis fand ich noch etwas besser.
Ich wünsche euch einen wunderschönen, sonnigen, entspannten und erholsamen Sonntag!

Zutaten für ca. 6-7 Bagels:

400 g Mehl, Type 550
1,5 TL Trockenhefe
240 ml lauwarmes Wasser
1 TL Salz
1 TL Zucker
1-2 EL Honig für das Brühwasser
1 Eigelb mit einem Schuss Sahne verquirlt
Mohn, Sesam, grobes Salz, gehackte Nüsse oder gehackte frische Zwiebeln zum Bestreuen

Von den 240 ml Wasser einen kleinen Teil abfüllen, die Trockenhefe und den Zucker einrieseln lassen, nicht rühren. 5 Minuten stehen lassen, dann rühren, bis sich alles gut aufgelöst hat. Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen, ein Loch in der Mitte machen und die Hefemischung hineingeben, dann die Hälfte des lauwarmen Wassers. Verkneten und das restliche Wasser nach und nach hinzufügen, vielleicht braucht man noch ein bisschen mehr oder auch 1, 2 EL mehr Mehl. Nun ca. 10 Minuten gut kneten, der Teig sollte weich und feucht sein, aber nicht mehr kleben.
Den Teig dann zu einer Kugel formen, die Schüssel innen ganz leicht mit Öl einpinseln, Teigkugel wieder hineinsetzen, zudecken und für ca. 1 h gehen lassen. Danach den Teig leicht eindrücken und nochmals 10 Min. ruhen lassen.
Teig in 6 gleich große Stücke teilen (am besten abwiegen) und in gleichmäßig runde Kugeln formen. Den Finger in die Mitte der Kugel stecken und den Teig drumherum rotieren lassen, bis ein nicht zu kleines Loch in der Mitte entstanden ist (es geht eh wieder etwas zusammen, deshalb sollte es nicht zu klein sein).
Bagels nun  mit einem Küchentuch bedecken und nochmals 10 Minuten ruhen lassen.
In der Zwischenzeit den Ofen auf 220° vorheizen und in einem großen Topf Wasser leicht zum Kochen bringen, darin den Honig auflösen.
Mit einer Schaumkelle jeweils 2-3 Bagels in das nur leicht kochende Wasser geben und 2 Minuten überbrühen, danach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen, mit der Ei-Sahne-Mischung bestreichen und mit dem gewünschten Topping bestreuen.
Ca. 20 Minuten backen, bis sie leicht goldbraun sind, sie sollten nicht zu dunkel werden, chewiness und so, ihr wisst schon! Leicht auskühlen lassen oder noch warm essen.

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Financiers mit Rhabarber und Tonkabohne

Yeah.
Es ist mir gelungen, etwas mit Rhabarber für Hasser desselbigen zu kreiren.

Der Mann hier mag Rhabarber nämlich überhaupt nicht, ich hingegen sehr. Ein Dilemma, jedes Jahr wieder…
Endlich habe ich es aber geschafft, etwas zu backen, was auch ihn in Verzückung geraten ließ.

Financiers mit Tonkabohne und Rhabarber. Der leicht balsamische Geschmack der Tonkabohne passt ganz wunderbar zum säuerlichen, fruchtigen Rhabarber, Mandeln machen den Teig schön saftig.

Traditionell werden die Financiers in kleinen eckigen Formen gebacken, eine Muffinform geht aber auch ohne Probleme.
Es heißt, dass die rechteckige Form an Goldbarren erinnert und so die Financiers zu ihrem zugegebenermaßen etwas merkwürdigen Namen kamen, andere sagen, dass die kleinen Küchlein im Pariser Finanzdistrikt ihren Ursprung haben.

Für französische Rezepte schaut man am besten erstmal bei der zauberhaften Aurélie vorbei, hier habe ich auch das Rezept für die Financiers nach Pierre Hermé her, das ich dann entsprechend ein wenig abgeändert habe.

Nur die Backzeit hat bei mir nicht ganz hingehauen, bis die Küchlein goldbraun waren, hat es bei mir etwas länger gedauert, mag aber auch am Ofen liegen. Fertig sind sie jedenfalls, wenn sie eine schöne goldene Farbe haben und oben ganz leicht knusprig sind, der enthaltene Puderzucker lässt die Oberfläche schön karamelisieren, also bloß nicht zu hell aus dem Ofen holen.

Also, wenn ihr auch einen Rhabarberhasser zuhause habt… probiert es mal hiermit. Die Teilchen sind superschnell gemacht und wirklich ausgesprochen gut.
Und falls ihr wirklich so gar keinen Rhabarber mögt – er kann auch durch fast jede andere Frucht ersetzt werden, nur TK Beeren würde ich nicht nehmen, das könnte zu feucht werden.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, genießt den herrlichen Frühling!

Rezept für ca. 12 Financiers:
1 kleine Stange Rhabarber
100 g Butter
50 g Mehl
100 g Puderzucker
50 g fein gemahlene Mandeln
3 Eiweiße, Größe M
1/4 – 1/2 geriebene Tonkabohne, je nach Größe
1 Prise Salz

Rhabarber schälen und in kleine Stücke schneiden, die dann quer in die Förmchen passen sollten. Ofen auf 175° vorheizen.
Butter schmelzen, mit dem Mehl, Puderzucker, Tonkbohne, Salz und Mandeln gut verrühren. Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unter die Masse heben.
Den Teig in die Förmchen füllen, die Rhabarberstückchen darauf setzen und etwas in den Teig drücken.
Die Financiers 25-35 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Auskühlen lassen und mit ein wenig Puderzucker bestäuben.

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Grün, grüner, Frühling! Spinattarte mit knusprigem Röstkartoffelrand

Spinat, Kartoffeln und Eier.

Ein deutscher Klassiker, den ich über alles liebe.
Nach meiner kleinen Osterpause gibt es aber mal eine etwas andere Variante davon, eine Tarte mit einem Boden und Rand aus gebratenen, knusprigen Kartoffeln.
Gefüllt mit gehacktem, zarten Baby-Frühlingsspinat, Knoblauch, Ricotta, Eiern und Parmesan.

Leider noch kein eigener Spinat aus dem Garten, allerdings hab ich schon die ersten zarten Spitzchen entdeckt und jetzt wird es wohl zum Glück nicht mehr lange dauern mit der ersten Ernte.

Denn ich warte diese Woche bei den angekündigten 20° plus auf eine Explosion da draußen, natürlich im positiven Sinn… denn einiges ist dieses Jahr ganz schön spät dran, zumindest für unsere Region.
Ich hoffe aber, dass bis zum Wochenende der große Kirschbaum endlich in voller Pracht aufblüht, bis dahin nehme ich eine gelegentliche Pink Shower in Mandelblütenblättern, denn davon regnet es hier schon ordentlich und der Kater hat sich auch schon ordentlich damit paniert, rosa sieht auf seinem schwarzen Fell einfach entzückend aus.
Blüten momentan überall, dazu laue und aprilfrische Luft, abends endlich wieder hell, das Leben ist so schön gerade.

Zur Tarte… Die Inspiration hierfür habe ich hier gefunden, dann aber noch mal ordentlich abgewandelt, denn Ziegenkäse mag ich nicht.
Eigentlich hatte ich gedacht, das hier ist ein schönes, schnelles Abendessen, Pustekuchen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, endlich mal wieder abends bei Tageslicht zu fotografieren, aber daraus wurde dann doch nichts mehr…

Das genaue Schneiden der Kartoffeln und das Braten, bevor die Tarte in den Ofen kommt, nimmt dann doch einige Zeit in Anspruch, die ihr auch einplanen solltet… für einen schönen Brunch oder Ähnliches ist die Tarte aber bestimmt ein Blickfang und die knusprige Kartoffelkruste sehr gut.
Das Anbraten der Scheiben für den Boden kann man sich meiner Meinung nach sparen, denn durch die Spinat-Ricottamasse, die darauf kommt, geht die Knusprigkeit sowieso wieder verloren.

Eine schöne, kurze Restwoche wünsche ich euch, dieses Mal gibt es keine lange Pause, denn es gibt schon den ersten Rhabarber, der dann auch bald hier auftauchen wird.

Rezept für eine Springform von ca. 26 cm:

4-6 mittelgroße bis große Kartoffeln
250 g Ricotta
300 g frischer, junger Babyspinat
1-2 Knoblauchzehen
50 g Parmesan
2 Eier, Klasse M
abgeriebene Schale 1/4 Zitrone
frisch geriebene Muskatnuss
Butterschmalz zum Braten und etwas Butter zum einfetten der Form
Salz und Pfeffer

Kartoffeln etwas vorkochen, aber nicht ganz gar. Schälen, 2-3 davon (es kommt hier sehr auf die Größe der Kartoffeln an, man braucht ein bisschen Augenmaß…)  in Längsscheiben von ca. 3-4 mm Dicke schneiden, den Rest in ganz normale Scheiben.
Backofen auf 190° vorheizen.
Die längs geschnittenen Scheiben in einer großen schweren Pfanne rundherum goldbraun braten, salzen.
In der gleichen Pfanne den gewaschenen, nassen Spinat kurz zusammenfallen lassen und grob hacken.
Ricotta mit Eiern, Parmesan, Zitronenschale glattrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Den gehackten Spinat unterrühren.
Springform buttern, mit den nicht gebratenenen Kartoffelscheiben den Boden auskleiden und mit ein wenig Salz bestreuen, die längs geschnittenen und gebratenen für den Rand nehmen, vorsichtig in die Form drücken, ohne dass sie brechen.
Die Ricotta-Spinat-Füllung hineingeben und alles im Ofen für ca. 35-40 Minuten backen, bis die Mischung gestockt ist.

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Ostersonnen aus perfektem Hefezopfteig

Eine Wiederbelebung gibt es heute.
Oder, passend zu Ostern, quasi eine Auferstehung, denn ich habe heute ein Rezept für einen perfekten, locker-langfaserigen Hefeteig, aus dem ich vor einiger Zeit auch schon mal herzhaft gefüllte “Flauschis” gebacken hatte.

Es geht um den genialen Tangzhong Teig, den Miss Boulette mal gepostet hatte.
Dieser Teig ist an Fluffigkeit und Saftigkeit wirklich kaum zu übertreffen und für mich eindeutig das beste Rezept für alles, was lockeren, saftigen Hefeteig braucht.

Ein Tangzhong ist sowas ähnliches wie ein Brühstück und überhaupt nicht so kompliziert, wie es sich anhört. 1 Teil Mehl wird mit 5 Teilen Wasser verrührt, erhitzt, bis es etwas eindickt und darf dann noch etwas ruhen.
Probiert es einfach aus – ich empfehle nur nicht, den Teig von Hand zu kneten, denn bei 20-30 Minuten benötigter Knetzeit könnte es etwas anstrengend werden. Mit der Küchenmaschine aber gar kein Problem und die lange Zeit sollte auch unbedingt eingehalten werden, denn die ist wichtig.
Also, lasst euch nicht abschrecken vom exotischen Namen und den etwas absurd anmutenden Mengenangaben (an die ihr euch aber ganz genau halten solltet!), der Teig ist eigentlich ganz einfach und schmeckt wunderbar.

Die hübschen Ostersonnen hab ich letztens zufällig in diesem Forum hier entdeckt und musste sie gleich ausprobieren, wer keine Zöpfe mehr sehen kann oder vielleicht auch nicht so geschickt beim Flechten ist, sollte diese Variante mal ausprobieren.
Man rollt drei gleich große Stränge, legt sie aufeinander und dreht die Enden schneckenähnlich auf, fertig.

Bestreut werden sie mit Hagelzucker – auf den stehe ich total, er erinnert mich immer an die heißgeliebten Zuckerringe aus meiner Kindheit…

Ich freue ich jetzt erst mal auf die Uhrumstellung (ja, das soll es geben, auch wenn die ersten Tage hart werden…), denn es ist dann endlich länger hell und ein paar freie Tage, für die ich mir und euch natürlich etwas mehr Sonne wünsche, falls das doch nicht klappen sollte, backt euch einfach welche!

Rezept für ca. 3-4 Ostersonnen, je nach Größe:

Tangzhong:
50 g Mehl
250 Wasser

Mehl und kaltes Wasser in einem kleinen Topf klümpchenfrei verrühren. Alles auf mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis die Paste etwas eindickt, ähnlich wie bei einer Crème Patissière. Noch warm in eine Schale umfüllen und zur Vermeidung einer Hautbildung die Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken. Im Kühlschrank 2-3 Tage haltbar.

Für den Teig:

540 g Mehl
86 g Zucker
8 g Salz
11 g Trockenhefe
86 g Ei (2 Eier verquirlen und Menge abmessen – Rest als egg wash verwenden)
59 g Sahne, lauwarm
54 g Milch, lauwarm
184 g Tangzhong (von oben abmessen)
49 g Butter, geschmolzen
Hagelzucker zum Bestreuen

Mehl, Zucker, Salz in eine breite Schüssel geben und gut vermengen. Eine Mulde formen und Hefe einstreuen. Alle flüssigen Zutaten bis auf Butter in die Mulde geben und mit dem Mehlgemisch vermengen. Mit der Küchenmaschine einige Minuten kneten, bis ein homogener Teig entsteht. Butter zufügen und insgesamt 20-30 min. kneten.

Teig mit Klarsichtfolie abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen, bis doppeltes Volumen erreicht ist, das dauert ca. 40-60 Minuten, je nach Temperatur.
Man kann den Teig auch am Vorabend zubereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, davon wird er noch besser. Dann aber rechtzeitig herausholen, dass er bis zur Verarbeitung Zimmertemperatur hat.

Teig nochmals durchkneten und in 9-12 gleichgroße Kugeln unterteilen (am besten abwiegen), diese noch mal ein paar Minuten entspannen lassen.
Dann die Kugeln zu gleichlangen Strängen rollen, davon jeweils 3 Stück mittig aufeinander legen, etwas festdrücken und die Enden gleichmäßig schneckenförmig etwas aufrollen.
Nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen, in der Zwischenzeit den Ofen auf 180° vorheizen. Vorm Backen mit dem restlichen Egg wash bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen. Ca. 25 – 30 Minuten backen, bei mir haben 25 Minuten völlig ausgereicht, sonst wird der Teig zu trocken.

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Simple things… Ein Marmorkuchen, Gänseblümchen und – Verwunderung

Es sind oft die einfachsten Dinge, die so gut sind. Oder so hübsch sind, wenn man sie mal genau anschaut und studiert.
Wie zum Beispiel die Gänseblümchen, die fast ganzjährig unseren Rasen zieren und die da auch gerne bleiben dürfen. Sie sind so hübsch, manche erröten zart und manchmal esse ich auch einfach ein paar… ich mag den Geschmack.
Oder ein schlichter Marmorkuchen, es gibt gute Gründe, warum dieser sich seit so langer Zeit größter Beliebtheit erfreut.

Es gibt aber auch Sachen, die finde ich momentan weniger schön. Gewundert habe ich mich diese Woche.
Über den unfreundlichen und belehrenden Ton einer anderen Bloggerin in einer Facebookgruppe.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber sobald es auf eine gewisse Art belehrend im wahrsten Sinne des Wortes wird, schalte ich auf stur und bekomme fast unwiderstehliche, kindliche Lust, das genaue Gegenteil zu tun, auch wenn ich eigentlich gerade diese Sache schon lange vertrete und dahinterstehe, allerdings ohne Dogmatismus und Missionierungseifer und ohne vom Hundertstel ins Tausende zu kommen.
Und oft macht ganz einfach der Ton die Musik.

Auch einiges anderes gefällt mir momentan in der Bloggerwelt auch nicht so gut, in vielem habe ich mich letztens schon bei diesem Artikel von Alex bei Foto e Fornelli wiedergefunden. Danke für diesen schönen Denkanstoß Alex und ich freue mich, dass man wieder mehr von dir lesen kann bzw. deinen schönen Fotos bewundern, auch wenn mir gerade auffällt, dass ich tatsächlich vergessen habe, einen Kommentar dazu zu schreiben – hiermit nachgeholt. Nachgedacht habe ich viel darüber.

Auch mir ist es wie Alex in vielen Dingen zu laut, in anderen hingegen wieder zu leise.
Wie ich schon mal erwähnt habe, finde ich es nicht so toll, dass vielerorts Kommentare und selbst explizite Fragen grundsätzlich nicht beantwortet werden.
“Postfrequenz” ist auch so ein Ding… man sieht immer mehr Artikel, die sowohl orthographisch als auch grammatikalisch vor Fehlern nur so strotzen und seltsam inhaltslos und blutleer wirken, aber die Frequenz muss ja auf jeden Fall aufrechterhalten werden… wobei ich damit auf keinen Fall sagen will, dass eine hohe Frequenz automatisch schlechte Inhalte bedeutet, es fällt mir nur in letzter Zeit verstärkt auf.
Ich mag mich mit diesem Druck gar nicht befassen, dann gibt es hier eben einen oder zwei Artikel weniger und somit auch ein paar weniger Besucher anstatt zäh tröpfelnder Worte, die sich auch genau so lesen.
So lange wie einige andere “Urgesteine” im Foodbereich blogge ich zwar noch lange nicht, aber auch vermisse ich in letzter Zeit verstärkt ein wenig unbefangene Herzlichkeit (oder soll ich lieber sagen Interesse?) jenseits von Kooperationen, falsch verstandenem Missionierungseifer oder “wie generiere ich mehr Besucher” im Umgang der Foodies miteinander.
Wohlgemerkt, natürlich nicht bei allen, viele von euch machen mein Leben schöner, bunter, ideenreicher, bringen mich zum Lachen und manchmal auch zum Weinen.
Die, die sich jetzt vielleicht angesprochen fühlen – ja, ich meine euch!! Danke dafür.

Aber ich bin momentan eben auch etwas nachdenklich und manchmal auch etwas lustlos, was den Blog angeht, frage mich, ob ich das alles wirklich noch will, einiges lag mir auf dem Herzen und musste jetzt mal raus.
Hier wird weiterhin nicht missioniert werden, was z.B. Inhaltsstoffe, Saisonartikel und Fleischkonsum angeht, sondern lieber begeistert für Alternativen, ohne erhobenen Zeigefinger und jegliche Militanz.
Willkommen ist bei mir nicht nur ein kleiner, elitärer Kreis, sondern jeder, Veganer, Carnivoren, Maggitütenzubereiter (denn hier findet ihr Alternativen, die wirklich nicht viel länger dauern, versprochen!), planlose Anfänger genauso wie Profiköche.

Ständig höher, schneller, weiter, immer zweimal besser und korrekter als du? Ohne mich. Der Blog soll mir (und natürlich anderen…) Freude machen und nicht stressen.

Und nun zurück zu Schönerem, dem Kuchen. Und den Gänseblümchen natürlich.

Es ist “the” Blogger-Marmorkuchen, der seit Jahren durch unzählige Blogs geistert, zu finden unter anderem bei Zorra , Pimpimella und gerade letzte Woche bei Sandra, gestartet wurde der Hype allerdings von Eva!
Er ist saftig und vor allem viel schokoladiger als die vielen Rezepte, die nur mit Kakaopulver arbeiten, denn dieser enthält auch richtige Schokolade. Und Sahne, die für die Saftigkeit verantwortlich ist.

Und weil bald Ostern ist, hab ich ihn statt mit Puderzucker oder Schokolade mit einem Eierlikörguss versehen, der auch sehr gut dazu passt.
Mein Kuchen hat allerdings gar nicht so lange gebraucht wie im Rezept angegeben – ich habe ihn nach ca. 55 Minuten raus, hatte aber das Gefühl, 50 wären auch schon okay gewesen.
Macht rechtzeitig eine Stäbchenprobe!

Rezept für eine große Gugelhupfform:

250 g Zucker
250 g weiche Butter
5 Eier (Klasse M)
150 ml Sahne
1 Prise Salz
300 g Mehl
2 TL Backpulver
200 g dunkle Schokolade

Puderzucker und Eierlikör

Ofen auf 190° vorheizen, Mehl mit Backpulver vermischen. Zucker, weiche Butter und Vanillezucker zusammen schaumig rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Eier nacheinander unterrühren, bis eine helle Creme entstanden ist. Sahne und Salz hinzufügen. Dann das gesiebte Mel unterrühren. Den Teig nun in zwei Hälften teilen, ebenso die Schokolade, eine Hälfte wird im Töpfchen geschmolzen, die andere kleingehackt. Dann unter eine Teighälfte mischen.

Zuerst nun ca. 2/3 des hellen Teigs in eine gebutterte und mit Mehl ausgestreute Form geben, dann den dunklen Teig darauf, zuletzt noch den Rest des hellen. Mit einer Gabel die beiden Teig marmorieren

Eine Marmorkuchenform buttern und mehlen. Zuerst etwas hellen Teig in die Form einfüllen, dann den dunklen Teig darauf geben und mit dem restlichen hellen Teig bedecken. Mit einer Gabel die beiden Teige kurvenförmig durchziehen, sodass eine schöne Marmorierung entsteht. Den Kuchen backen und danach etwas ruhen lassen; aus der Form stürzen und nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
Auf der 1. Einschubleiste von unten zwischen 50 und 60 Minuten backen.
Ich weiß leider nicht mehr, wie viel Puderzucker ich verwendet habe – schätzungsweise 100 g? Den mit wenig Eierlikör verrühren, bis eine sehr dickflüssige Masse entstanden ist, diese mit einem Pinsel auf den fertigen und abgekühlten Kuchen auftragen.

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Erbsensprossen-Radieschen-Salat mit rahmigem Schnittlauchdressing und pochiertem Ei

Sproutlichkeit möchte ich gerne zum Wort der Woche küren, gelesen hier bei Robert und herzlich gelacht… es gibt Wörter, die schließt man einfach gleich ins Herz.
Ein bisschen mehr Sproutlichkeit kann nie schaden, hört es sich doch so freundlich an…
Auch hier wird es jetzt sproutlich, da bin ich doch gerne dabei und weiter unten gibt es dann auch noch mehr von Robert.

Die Radieschen schmecken schon wieder. Dicke, fette, saftige Bündel kann man bei uns gerade kaufen, die ein richtiger Genuss sind.
Und Erbsensprouts, äh, Sprossen, wollte ich schon lange mal ausprobieren, nachdem mein Gemüsehändler die immer im Angebot hat, habe ich die einfach jetzt endlich mal mitgenommen zum ausprobieren… und bin verliebt.

Nach Erbsen bin ich ja sowieso ganz närrisch. Die dazugehörigen Sprossen sind aber noch mal ein ganz anderes Kaliber. Wunderschön gerankt, märchenhaft verschlungen.
Die dürften gerne an meinem Traumschloss hochranken.

Der Geschmack? Der ist schon sehr ”erbsig” und auch süß, aber eben noch viel knackiger. Genau SO muss Frühling schmecken und aussehen.
Zu den milden, süßlichen Sprossen darf gerne ein bisschen Schärfe und Würze hinzu, deshalb hab ich sie mit den schönen frischen Radieschen kombiniert. Dazu ein schlichtes, sahniges Dressing mit Schnittlauch und – eine Premiere für mich: ein pochiertes Ei.

Ich liebe pochierte Eier, sie gehörten aber bisher zu den Dingen, die ich dann lieber auswärts bestelle. Einmal probiert, gewaltig misslungen und seitdem irgendwie aufge(sc)hoben.
Wenn da nicht unser fast allwissender, oben schon erwähnter Chemiker und Grandseigneur der Foodblogs, Robert von lamiacucina wäre, bei dem es pochierte Eier nach Daniel Düsentrieb gibt.
Und die ja mit dieser Methode sowas von gelingsicher sind!  Sogar das allererste Versuchsobjekt ist auf Anhieb gelungen.
So ein fast flüssiges Eigelb, das dann auf den Teller sich mit dem frühlingsfrischen Salat vermischt, ist schon etwas unglaublich Gutes.

Und wenn ihr euch jetzt fragt, wo ihr denn die Erbsensprossen herbekommt, falls ihr keinen so gut sortierten Gemüsehändler wie ich habt – die kann man ganz einfach auf der Fensterbank ziehen. Wie das geht, könnt ihr hier bei Petra nachlesen.

Keine Ausreden mehr. Wie ein idiotensicheres pochiertes Ei geht, wisst ihr jetzt und wie man an die zartrankenden Sprösschen kommt, ebenfalls. Go for Sproutlichkeit!

Einzige Änderung: ich würde die Sprossen etwas kleiner schneiden. Das Geranke am Stück fand ich so hübsch und habe sie deshalb ganz gelassen, sie sind aber so ein bisschen zu lang, um sie appetitlich essen zu können.

Salat als Vorspeise, Snack oder Beilage für 2 Personen:
50 g Erbssprossen
8-12 Radieschen, je nach Größe
2 EL Weißweinessig
20 ml Gemüsebrühe
1,5 EL kaltgepresstes Aprikosenkern- oder Traubernkernöl
60 ml Sahne
2 EL Schnittlauch
3/4 TL Zucker
Salz und evtl. weißer Pfeffer
2 sehr frische Eier

Radieschen putzen und in Scheiben schneiden, Erbsensprossen waschen und etwas kleiner schneiden.
Aus den restlichen Zutaten außer dem Schnittlauch ein Dressing herstellen, am besten mit dem Pürierstab etwas aufschäumen. Den Schnittlauch hineinrühren, die Eier pochieren, Dressing über den Salat geben und mit den Eiern servieren.

 

 

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