Pulled Ente mit knuspriger Haut im chinesischen Dampfbrötchen

Entenbrust muss immer rosa sein?
“Gepulltes” muss immer Schwein sein?
Nö.

Viele haben ihr Herz an Pulled Pork verloren. Und seit ich es das erste Mal ausprobiert habe (nach diesem Rezept hier von Juliane, das wirklich toll ist), bin auch ich dem zerfallenen Fleisch verfallen. Auch bei Zorra kann man regelmäßig das butterzarte Fleisch finden, hier zum Beispiel oder hier.
Und auch Jens “pullt” gerne, bei ihm findet man z. B. diesen genialen Burger.

Die ursprüngliche Version gehört zur “Holy Trinity” des amerikanischen Grillens und wird eigentlich in einem Smoker gebracht, da wir keinen haben, kenne ich leider diese Variante nicht, würde sie aber zu gerne mal ausprobieren.
Besonders fette und recht günstige Stücke wie Nacken oder Schulter eignen sich für diese Zubereitungsart und es ist ein tolles Essen, wenn man eine größere Party plant, denn das Fleisch gart ganz alleine vor sich im Ofen hin und kann auch länger warmgehalten werden, ohne trocken zu werden oder an Geschmack zu verlieren.

Zurück zur Ente – wer mich kennt, weiß, dass ich verrückt nach Ente bin und ebenso verrückt nach asiatischem Essen und so spukte mir schon eine Weile eine Pulled Ente im Kopf herum, mit etwas knackigem Gemüse in ein chinesisches Dampfbrötchen gepackt und unbedingt – mit knuspriger Haut zum darüberstreuen.
Crack, crack, ich liebe das Geräusch von knuspriger Entenhaut so sehr…

Aus der Idee wurde eine butterzarte, fünf-gewürzige, soja-saucige, saftige und inwgerduftende Ente, herrlich weiche, kleine Dampfbrötchen, die sich schon durch ihre Form perfekt fürs Füllen eignen und natürlich die knusprige, geschmacksintensive Haut.
Obwohl ich normalerweise lieber Keulen esse, habe ich mich hier für die Brust entschieden, wegen der Haut, die hier reichlicher vorhanden ist und sich besser zum knusprigbraten eignet.
Und hier muss sie wirklich ausnahmsweise mal nicht rosarot sein, ohne ihre Saftigkeit zu verlieren.

Ein weiterer Vorteil der Pulled Duck – sie braucht nicht so lange wie ein großes und dickeres Stück Fleisch und ist somit auch relativ spontan und in überschaubarer Zeit machbar.
Eventuelle Fleischreste lassen sich wunderbar am nächsten Tag mit etwas Reis oder Nudeln verwerten.

Originale chinesische Dampfbrötchen sind übrigens meistens ohne Milch und Ei, aber ich habe beide Varianten ausprobiert und fand diese etwas saftiger und fluffiger. Für die Brötchen braucht ihr einen Dämpfeinsatz und einen Topf mit gut schließendem Deckel.

Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch!

Zutaten für 2-3 Personen:
2 mittelgroße Entenbrüste
2 TL Fünf-Gewürze-Pulver
1,5 TL Salz
2-3 EL Sojasauce (ich habe jeweils zur Hälfte helle und dunkle genommen)
ein daumengroßes Stück Ingwer, ganz fein gehackt
2 Knoblauchzehen, ebenfalls sehr fein gehackt
evtl. 1 getrocknete scharfe rote Chilischote
100 ml Geflügelbrühe oder Entenfond
1,5 EL Reisessig

Für die Dampfbrötchen:
210 g Mehl
20 g Butter
3,5 g Trockenhefe
10 g Zucker
1 kleines Ei
6 g Salz
115 g (!) Milch
etwas geröstetes Sesamöl
Quelle für das Teigrezept ist diese

Gemüse nach Belieben, in Julienne geschnitten, z.B. Frühlingszwiebeln, Karotten, Weiß- oder Rotkohl oder auch Gurke.

Aus dem Fünf-Gewürze-Pulver und dem Salz einen Rub mischen, diesen gleichmäßig in die beiden Entenbrüste einmassieren, in einen Gefrierbeutel packen und mindestens 2 h, besser über Nacht marinieren lassen.
Den Backofen auf 160° vorheizen. Sojasauce mit Brühe und Reisessig verrühren.
Die Entenbrüste in einen ofenfesten, kalten (!) Gusseisenbräter oder -pfanne legen und 10 Minuten auf kleiner Stufe erhitzen. So kommt einiges an Fett schon raus, dass ihr dann abschütten könnt. Die Pfanne jetzt richtig erhitzen und die Entenbrust nur so lange braten, bis sie rundherum braun ist. Pfanne von der Platte nehmen und in der Resthitze Knoblauch und Ingwer kurz anschwitzen, evtl. die kleingehackte Chilischote ebenso, die Flüssigkeit hinzufügen und ganz kurz ein wenig einkochen.
Jetzt die Haut der Ente vorsichtig ablösen und beiseite legen, dann den Bräter in den Ofen schieben und 20 Minuten bei 160° weiterbraten, dann die Hitze auf 120° herunterdrehen.
Die Ente braucht nun so zwischen 2 und 2,5 h, bis das Fleisch so zart ist, dass es mit einer Gabel zerteilt werden kann.
In der Zwischenzeit die Dampfbrötchen vorbereiten, Milch und Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze schmelzen. Etwas abkühlen lassen, die Mischung sollte nur noch lauwarm sein, in eine größere Rührschüssel geben, dann die Hefe einrühren. Mehl, Ei, Salz und Zucker hinzugeben. Kurz kneten, nicht zu lange, der Teig sollte sich gerade so verbunden haben, dann eine Kugel formen und abgedeckt ca. eine Stunde gehen lassen.
Den Topf mit dem Dämpfeinsatz vorbereiten, aus dem Teig kleinere, gleich große Kugeln formen, diese zu einem Oval ausrollen, mit etwas Sesamöl bepinseln und quer zusammenklappen.

Nochmals kurz gehen lassen, in dieser Zeit die Ente aus dem Ofen nehmen und auf dem Herd auf kleinster Stufe warmhalten. Die Grillfunktion des Ofens einschalten, die Entenhaut in eine feuerfeste kleine Form geben und auf der zweitobersten Schiene knusprig braten.
Herausnehmen und in feine Streifen schneiden, zusammen mit dem Gemüse auf einer Platte anrichten.
Die Dampfbrötchen auf den Dämpfeinsatz legen, Deckel fest verschließen und für ca. 8 Minuten dämpfen, bis die Brötchen gegart sind, es empfiehlt sich ein Testbrötchen.
Brötchen mit Entenfleisch, Gemüse und knuspriger Haut füllen und genießen.

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Linguine mit gebratenem Radicchio, Safran-Orangen-Crème Fraîche und Pinienkernen

Okay.
Ich versuche dann mal etwas Flexibilität an den Tag zu legen, denn mit Frühling wird das wohl auch in den nächsten Tagen noch nichts.
Bärlauch hab ich schon gesehen beim Gemüsehändler, das war es dann aber auch schon mit frischem Grün. Viel zu kalt ist es noch.
Ein paar bunte Frühlingsblumen für die Beete hab ich gekauft, die ich heute einpflanzen möchte, wenn denn der eiskalte Regen mal aufhört und ich es schaffe, ein Gartenoutfit zu finden, das einerseits dick genug ist, um warmzuhalten und mir andererseits doch ein klein bisschen Bewegungsfreiheit ermöglicht.
Und dann heißt es hoffen, dass die schönen rosa Bellis nicht erfrieren, denn so richtigen Frost, den mögen sie gar nicht.

Zurück zur Flexibilität. Abgesehen davon, dass es sowieso noch nichts frühlingsfrisches zu kaufen gibt, steht mir momentan auch noch nicht so der Sinn nach kräuterigen, leichten Gerichten und so hab ich gestern die doppelt passende Gelegenheit genutzt, endlich mal die Pasta mit gebratenem Radicchio zuzubereiten, die mir schon eine Weile im Kopf herumspukt.
Doppelt passend, weil sie prima zum Wetter und in den späten Winter passt und ich gestern alleine war zum Essen, denn mit allzu Bitterem kann ich Herrn Kamafoodra leider nicht begeistern.
Mich hingegen schon und die Linguine mit ganz kurz gebratenem, leicht karamellisierten Raddichio, Safran-Orangen-Crème Fraîche und gerösteten Pinienkerne waren ein ausgesprochen feines Dinner for One.
Bitter und fruchtig und cremig und nussig, alles auf einmal. Und Safrangelb ist einfach eine so wundervolle Farbe, die gleich gute Laune macht…
Einmal mehr kann ich nicht verstehen, warum es Menschen gibt, die für sich alleine nicht kochen “weil es sich nicht lohnt”. Ich denke, das hat auch viel mit der eigenen Wertschätzung für sich selbst zu tun.

Doch, es lohnt sich immer, auch für sich selbst eine schöne kleine Mahlzeit zuzubereiten und man darf auch ruhig mal so dekadent sein, eine ordentliche Portion Safran dafür zu verwenden.
Denn nicht nur irgendwelche Lippenstifte  sind wir uns wert, wie es die Werbung so vorgaukeln will, sondern auch ein gutes und frisches Essen. Oder?
Einen schönen Sonntag wünsche ich euch!

Zutaten für 1 Portion:
1/2 mittelgroßen Kopf Radicchio, geputzt und in Blätter zerteilt
3/4 TL Zucker
Abgeriebene Schale von 1/8 Orange + ca. 4 EL Saft
2 EL Crème Fraîche
120 g Linguine
1 TL Butter
2 TL Olivenöl
1 sehr kleine Knoblauchzehe, in sehr feine Scheiben geschnitten
1 Döschen Safran
2 EL Pinienkerne, goldbraun geröstet
2 EL glatte Petersilie, fein gehackt
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 kleine Handvoll Parmesan, gerieben

Safranfäden in ganz wenig heißem Wasser verrühren, mit der Crème Fraîche und der Orangenschale vermischen. Butter und Öl in einer schweren Pfanne stark erhitzen, den Radicchio ganz kurz darin anbraten, den Zucker hinzugeben, dann alles aus der Pfanne nehmen. Die Hitze reduzieren und den Knoblauch anschwitzen. Den Orangensaft hinzugeben und etwas einkochen lassen, dann die Crème Fraîche mit Safran einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
In der Zwischenzeit die Linguine gar kochen und 2-3 EL vom Nudelkochwasser abschöpfen, diese zur Sauce geben. Pasta abgießen, tropfnass zur Sauce geben und darin schwenken. Den Radicchio und die gehackte Petersilie unterheben und kurz erwärmen, mit Parmesan und Pinienkernen bestreuen und servieren.

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Bye-bye, Winter – mit einem perfekten Gewürzkuchen

Tschüss Winter.
Heute ist der 29. Februar und ich möchte dich gerne verabschieden. Denn morgen fängt der März an und das ist schließlich der erste Monat des Frühlings.
Ich weiß, du willst noch nicht so richtig gehen, die nächsten Tage soll es noch kalt sein. Aber während ich mich die letzten Monate über ein wenig Schnee sehr gefreut hätte, habe ich jetzt so gar keine Lust mehr darauf.
Nach Blumen und Sonne sehne ich mich und darauf, dicke Schals und Jacken endlich einmotten zu können.

Um den diesjährigen Winter aber auch standesgemäß zu verabschieden, gibt es heute noch einmal etwas gewürziges, nämlich den besten Gewürzkuchen, den ich je ausprobiert habe und der inzwischen zu meinem Standardrepertoire gehört.

Mandelig, extrem saftig und gewürzig sowie wunderschön geziert und mit richtig viel Kakaopulver kommt er daher.
Ein für mich perfekter Kuchen, den ich bei M. Micha von Grain de Sel gefunden habe und ihr auf ewig dankbar sein werde für dieses tolle Rezept, das ich schon sehr oft gebacken habe und tatsächlich auch schon zweimal fotografiert habe – die ersten Fuhre Bilder hat mir aber nicht so gut gefallen.

Und ein wunderbares Mittel gegen den Spätwinterblues, der mich nun doch noch voll erwischt hat, aber vielleicht muss das alles so sein, um dann den Frühling in vollen Zügen genießen.

Denn der viele Kakao darin sorgt garantiert für gute Laune – und für besten Geschmack, vorausgesetzt ihr verwendet ein richtig gutes, aromatisches Kakaopulver.

Ich hoffe, ich kann euch mit diesem Kuchen die Wartezeit ein wenig versüßen und wünsche euch eine schöne und angenehme Woche voller Frühlingsvorfreude und warmer Gedanken – wie auch immer die aussehen mögen.

Zutaten für eine kleine Springform von 16-18 cm:

80 g Butter, weich
2 Eigelb
130 g brauner Zucker
80 g Mehl
80 g gemahlene Mandeln
120 ml Milch
1 Msp Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom
1/2 TL Zimt
60 g Kakao-Pulver
2 Eiweiß
1 Pr Salz

ca. 80 g Puderzucker
etwas Wasser
etwas Kakao

Zubereitung:
Ofen auf 170° O-/U-Hitze vorheizen. Eine kleine Kuchenform buttern und mit Mehl bestäuben. Die Butter mit dem Zucker cremig schlagen. Nacheinander die Eigelb unterschlagen. Mehl, Mandeln, Gewürze, Kakao abwechselnd mit der Milch unterrühren.
Den Eischnee mit einer Prise Salz steif schlagen und vorsichtig unterheben.
Den Teig in die Kuchenform füllen, glatt streichen und auf der 2.Schiene von unten etwa 45-50 Min (Stäbchenprobe) backen.

Abkühlen lassen und dann aus der Form lösen.
Puderzucker mit etwas Wasser glatt rühren.
1 EL Puderzucker mit 2 EL Kakao mischen und mit einer sehr kleinen Menge Wasser  glatt rühren. In einne kleinen Gefrierbeutel füllen, eine Ecke abschneiden, so dass man ein kleines Loch erhält und somit eine Spritztülle.

Mit einem Pinsel den normalen Zuckerguss auf den Kuchen streichen. Mit der gebastelten Spritztülle anschließend parallele Linien ziehen. Ein Messer (oder auch ein Holzstäbchen) senkrecht zu diesen Linien durch den Zuckerguß ziehen (vorsichtig, nicht zu tief) – dies jeweils abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen. Oder wie hier bei mir, nur in eine Richtung.

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Die foodigen Trends 2016

Das neue Jahr ist ja nun schon ein paar Tage alt und ich hab mich mal wieder ein wenig bei den aktuellen Trends zum Thema Essen umgesehen bzw. umgehört, denn selbst auf der Autofahrt zur Arbeit ist im Radio schon die Rede von Foodtrends.

Broth, das ist wohl ein ganz großes Ding gerade, vor allem in den USA.
Knochenbrühe.
Hört sich jetzt nicht so super an, ist dort wohl aber das ganz große neue Ding in Sachen Superfood und letzte Woche kam darüber sogar ein Bericht in SWR 3. Das Bindegewebe und Knochen soll sie stärken, die Broth, gut für’s Immunsystem sein und viele Mineralien enthalten.
Hm, was soll man da sagen… eine gute, selbstgekochte Brühe war schon immer toll, die immunstärkende Wirkung von Hühnersuppe ist tatsächlich nachgewiesen und der hippe New Yorker hat ein neues Trendgetränk.
Nicht wirklich neu und ich mache aus einer selbstgekochten Brühe lieber eine gute Suppe, statt sie im Pappbecher auf dem Weg zur Arbeit zu schlürfen.

Streetfood war schon die letzten beiden Jahre ein großes Thema und wird auch in diesem eines sein. Das gefällt mir mal richtig gut, so mag ich Fastfood, frisch, hochwertig, kreativ und international, aus bunten Trucks verkauft, her damit. Selbst bei uns auf dem Land ist der Trend inzwischen angekommen und ich finde es toll.
Fast Food wird zu Fast Good.

“Spiritual Food” hingegen ist wieder so eine Sache, die ich mit gemischten Gefühlen betrachte. Essen wird vermehrt aus ethischen und spirituellen Blickwinkeln betrachtet und ausgewählt und somit leicht zu einer Art Ersatzreligion. So wichtig ich es finde, beim Essen auf Qualität, Herkunft und auch auf ethische Aspekte zu achten, so nervig finde ich Menschen, die sich nur noch damit beschäftigen und Dogmatismus betreiben. Hey, es ist immer noch Essen!

In Hanni Rützlers Foodreport 2016 soll wohl auch die “heimische Küche als multifunktionaler und vernetzter Lebensmittelpunkt” ein großes Thema sein. Auch das gefällt mir sehr, sehr gut, aber ist es nicht auch eine Rückkehr zum Altbekannten? War nicht früher die Wohnküche, in der vielleicht sogar mehrere Generationen zusammen kochten, das Herzstück und der Mittelpunkt des Lebens?
Bei uns zuhause schon, da wurde gekocht, gelacht, gegessen, gefeiert. An dem alten Spruch “Die besten Partys finden in der Küche statt” ist schon was dran.
Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sterile, ungenutzte Vorzeigehochglanzküchen zum Leben erweckt werden und darin ordentlich gekocht würde.

Acai, Kurkuma (der jetzt seit neuestem Tumeric heißt, wo ich doch Kurkuma viel schöner finde…) und Birkenwasser? Ja, kann man, muss man aber meiner Meinung nach nicht. Wenn es schmeckt, ist’s gut, wenn nicht, auch nicht schlimm. Ich finde, es gibt wenig schlimmeres, als sich etwas reinzuquälen, das man eigentlich nicht mag, die schlechten Gefühle beim Essen machen den angeblichen Health Benefit doppelt zunichte.
Eine Weile versuchte ich mal diesen körnigen Hüttenkäse zu essen, bevorzugt nach dem Sport, weil er eine so gute und magere Proteinquelle ist, aber es hat mich vor diesen im Mund zerplatzenden käsigen Kügelchen ganz schnell so geekelt, dass nie wieder ein Hüttenkäse seinen Weg hier in den Kühlschrank finden wird.

Wie gefallen euch die Trends für 2016?
Ich lese ja sowas immer ganz gern, auch in meinem Job befasse ich mich mit Markttrends und auch dieses Jahr wird es wieder so sein, einiges gefällt, anderes weniger.
Mein persönliches Resumee sieht genauso aus wie letztes Jahr, manches mag eine Bereicherung im täglichen Leben sein, anderes weniger oder Verwunderung auslösen und wie hat hier eine meiner Leserinnen letztes Jahr so schön geschrieben “Trend hin, Trend her, schmegge musses”.

Ein schönes und entspannendes Wochenende trotz Regen und Sturm wünsche ich euch, durchhalten, der Frühling steht fast vor der Tür!

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Teriyaki Lachs mit Sesam-Pak Choy und schwarzem Reis

Huch, schon so lange nichts mehr gebloggt… wir waren ein paar Tage weg und ich gestehe, ein ganz klein wenig hat mich dann doch die große Februarunlust erwischt, die aber gerade schon wieder verfliegt.
Denn hier bricht schon gewaltig der Frühling aus, viel zu früh und ich weiß auch noch nicht so genau, ob es mir gefallen will, dass im Februar hier schon die Mandelbäume blühen. Doch, ehrlich.
Was sonst frühestens gegen Mitte, Ende März und manchmal auch erst im April in rosa Blütenpracht erstrahlt, ist dieses Jahr momentan schon kurz vor der vollen Blüte. Auch die Narzissen sind schon bald soweit und können sich dieses Jahr vielleicht fast mit den Schneeglöckchen die Hand geben.
Und so sehr ich dieses Gefühl des Aufwachens nach dem Winter liebe, ich weiß gerade nicht so recht, was ich davon halten soll, dass es jetzt schon Mitte Februar voll losgeht.

Außer Kohl und dem restlichen Wintergemüse ist da draußen natürlich aber noch nicht viel los und so gibt es heute einen japanisch inspirierten sesamwürzigen Baby Pak Choi mit Teriyaki Lachs (natürlich ohne fertige Teriyaki-Sauce, denn die hat man ganz schnell selbst gemacht) und schwarzem Reis.
Auch wenn dieser vielleicht nicht gleich mit japanischem Essen assoziiert wird, haben Forscher herausgefunden, dass alle 21 existierenden schwarzen Sorten auf den japanischen Reis zurückzuführen sind.

Die Farbe ensteht durch Anthocyanin, ein starkes Antioxidans und macht den Reis mit seinen außerdem beträchtlichen Mengen an Spurenelementen und Mineralstoffen so zu einem richtigen Powerfood, ganz zu schweigen von seinem köstlichen nussigen Geschmack, der prima zum würzigen Lachs passt.

Der Pak Choi wird gebraten und mit etwas Miso, Sesamöl sowie schwarzem und hellem Sesam gewürzt.
Falls ihr jetzt Lust auf noch mehr japanische Küche bekommen habt, empfehle ich euch dringend, mal bei Claudia von Dinner um Acht vorbeizuschauen, hier findet ihr tolle und authentische Rezepte, die sie direkt aus Japan mitgebracht hat.

Ich wünsche euch einen wunderschönen und entspannten Sonntag!

Zutaten für 2 Personen:
Für die Teriyaki Sauce:
je 3 TL Sake und Mirin
2 EL japanische Sojasauce
1 – 1,5 TL Zucker
Alle Zutaten gut miteinander verrühren.

ca. 350 – 400 g Lachsfilet
Erdnussöl zum Braten
etwas Mehl
140 g schwarzer Reis
ca. 300 g Baby Pak Choi
je 1 TL schwarzen und hellen Sesam
2 TL Sesamöl
1 TL Miso, in etwas heißem Wasser aufgelöst
evtl. etwas Grün von Frühlingszwiebeln zum Bestreuen

Den Reis nach Packungsanleitung zubereiten (ein Reiskocher eignet sich übrigens für diesen nicht so gut). Während der Garzeit das Lachsfilet waschen, trockentupfen und in etwas Mehl wenden. Den Pak Choi putzen, wenig Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse scharf anbraten. Die Hitze herunterdrehen, Miso hinzugeben, ganz am Schluss mit dem Sesamöl durchschwenken, dann mit den Sesamkörnern bestreuen.
Den Lachs ebenfalls in etwas Erdnussöl anbraten, wenden und dann die Teriyakisauce dazu geben, kurz einköcheln lassen (die Sauce wird schön dick und glänzend) und den Lachs noch mal mit der Sauce beschöpfen, so dass er von allen Seiten damit überzogen ist und glänzt.
Mit dem Reis und dem gebratenen Pak Choi servieren.

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Upside Down Kuchen mit Blutorangen, Schokolade und Ricotta

Es wird mal wieder Zeit für einen kleinen Kuchen zum Sonntag!
Meine kleine Springform mag ich sehr und sie kommt oft zum Einsatz, die Größe ist einfach perfekt für 2 Personen und noch 2, 3 Stückchen für nette Nachbarn oder Kollegen.
Einen neuen Orangenkuchen auszuprobieren ist für mich im um diese Jahreszeit immer ein Muss und dieses Mal ist es ein saftiger Upside Down Kuchen mit Blutorangen, viel Kakao und Ricotta geworden.

Gesehen hab ich letztens diesen ähnlichen Kuchen bei Smitten Kitchen, meiner ist dann aber doch ganz anders geworden, denn ich wollte etwas schokoladigeres, was auch prima zu den Blutorangen passt.

Ricotta macht den Teig schön feucht und die Blutorangenscheiben karamellisieren mit der Zuckermischung, die auf dem Boden der Form verteilt wird, Ergebnis ist ein saftiger, kompakter Kuchen mit karamelliger Frucht obenauf.
Leider habe ich keine unbehandelten Blutorangen bekommen, denn dann kann man die Schale daranlassen und mitbacken, die auch noch mal zusätzlichen Geschmack liefert.
Wer den Kuchen gerne etwas lockerer möchte, trennt die Eier, schlägt das Eiweiß separat auf und hebt es am Schluss unter den restlichen Teig.

Man könnte das Rezept auch als kleine Desserts abwandeln, indem man die Orangenscheiben in kleine Dessertringe setzt und den Teig obenauf gibt, wie bei diesem Kuchen, nur eben in einer noch kleineren und dessertauglichen Variante.
Für ein bisschen mehr Glanz kann man zum Schluss noch ein wenig kurz erwärmte Orangen- oder wie hier bei mir Mandarinenmarmelade auf den Kuchen pinseln.

Mehr Kuchen mit Orangen gesucht?
Dann hätte ich noch diese ganz einfache und köstliche Variante hier mit ganzen Orangen und Mandeln im Angebot.
Oder die Tarte mit hausgemachtem Blätterteig, Blutorangen und Salzkaramell.
Kein Kuchen, aber wunderbar für ein dekadentes Sonntagsfrühstück sind diese Pancakes mit weißer Schokolade und Blutorangencurd.

Einen schönen, friedlichen und erholsamen Sonntag wünsche ich euch, hier schreit das Wetter gerade sehr nach einem gemütlichen Tag auf der Couch ein…

Zutaten für eine kleine Springform von ca. 18 cm:

125 g Butter, Zimmertemperatur
200 g Ricotta
35 g hochwertigen Kakao
50 g Mandeln oder Haselnüsse, gemahlen
110 g Mehl
2 kleine Eier
100 g Zucker
abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Orange
1 Prise Salz
1 EL Vanillezucker
60 g brauner Zucker + 1 TL Wasser
2 mittelgroße Blutorangen, wenn möglich Bio/unbehandelt
Evtl. etwas Orangen- oder Mandarinenmarmelade

Butter mit Zucker/Vanillezucker und der Prise Salz zu einer hellen Creme aufschlagen, die Eier nacheinander hinzugeben und alles gut vermischen. Mehl mit Kakao und gemahlenen Mandel/Nüssen vermengen und abwechselnd mit dem Ricotta unter den Teig rühren.
Wie oben schon erwähnt, wer den Kuchen etwas weniger kompakt möchte, trennt die Eier, schlägt das Eiweiß separat auf und hebt es am Schluss vorsichtig unter den Teig.

Ofen auf 180° vorheizen. Blutorangen in Scheiben schneiden (wenn ihr auch keine unbehandelten bekommen habt, müsst ihr erst mit einem scharfen Messer die Schale, inkl. der weißen Haut, entfernen) und den braunen Zucker mit einem Teelöffel Wasser verrühren.
Den Boden der Springform mit Backpapier auskleiden, die Seiten etwas buttern.
Nun den Zucker auf dem Backpapier verteilen und die Orangenscheiben darauflegen, darauf den Teig verteilen und glattstreichen. Der Kuchen muss ca. 37-45 Minuten backen, Stäbchenprobe nicht vergessen.
Etwas abkühlen lassen, Backform entfernen und vorsichtig das Backpapier abziehen. Wer noch etwas zusätzlichen Glanz möchte, erwärmt ein wenig Zitrusmarmelade und überpinselt den Kuchen damit.

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