Die Unaussprechlichen: Kritharaki-Pfanne mit Paprika, Rinderhack und Pinienkernen

Die Unaussprechlichen.
So heißen sie bei den meisten Bloggern, wie zum Beispiel hier auch bei Christina,  die kleinen griechischen Krr-Krrr- Kritharaki.

Um diese Jahreszeit ist meistens herzhafte Alltagsküche bei mir angesagt.
Schön heiß und gerne pikant gewürzt.
Diese Nudelpfanne mit Rinderhack, frischem rotem Spitzpaprika, Ajvar, gerösteten Pinienkernen und Schmandflöckchen gehört bei uns zu den absoluten Dauerbrennern meiner Eigenkreationen, aus Paprikaresten im Kühlschrank geboren und ursprünglich eigentlich Reis beinhaltend.

Nachdem ich aber einmal die griechischen kleinen Nudeln darin ausprobiert hatte, konnte der Reis leider einpacken.
Mit den Kritharaki schmeckt das Ganze nämlich noch um Längen besser, auch wenn dann die Pinienkerne optisch leider fast verschwinden.

Diese Pfanne ist ein schnelles, deftiges Abendessen, das schön wärmt an kalten Wintertagen und ein bisschen Farbe ins Grau bringt (so langsam gehe ich nämlich schon wieder auf dem Zahnfleisch und träume von Frühling, bunten Farben und Blumen…)

Schmand- oder auch Joghurtflöckchen bringen cremige Frische und Kontrast zum scharfen Ajvar.
Der übrigens am besten schmeckt, wenn man ihn in türkischen Lebensmittelgeschäften kauft.

Zutaten für ca. 3-4 Personen:
400 g Rinderhack
1 große Zwiebel oder 2 kleine
3 Knoblauchzehen
2-3 große rote Spitzpaprika
140 ml Gemüsebrühe
50 ml Weißwein
4 EL Ajvar, scharf (wer es nicht so scharf mag, kann natürlich auch die milde Variante nehmen)
2 TL mildes Paprikapulver
30 g Pinienkerne, geröstet
350 g Kritharaki
100 – 150 g Schmand oder griechischen Sahnejoghurt
1/2 Bund glatte Petersilie, grob gehackt
etwas Olivenöl zum Anbraten

Die Kritharaki in reichlich Salzwasser gar kochen, beiseite stellen.
Zwiebeln in Würfel oder feine Scheiben schneiden, Paprika putzen, entkernen und ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Knoblauch fein hacken.
Rinderhack in Olivenöl anbraten, Zwiebeln und Paprika hinzugeben, alles sollte etwas Farbe beim Braten bekommen. Hitze etwas herunterdrehen, den Knoblauch hinzugeben, dann den Ajvar und das Paprikapulver.

Mit dem Weinwein ablöschen, kurz einkochen lassen, Gemüsebrühe hinzugeben, einige Minuten köcheln lassen.
Die Nudeln und die gehackte Petersilie hinzugeben, alles gut vermengen.
Mit den gerösteten Pinienkernen bestreuen, kleine Mulden in die Oberfläche drücken und die Schmand-/Joghurtflöckchen hineinsetzen, servieren.

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Kleine Madeleines-Testreihe, heute: Schokolade-Zitrone von Pierre Hermé

Nachdem ich mir beim letzten Besuch im Elsass endlich mal ein Madeleineblech zugelegt habe, habe ich beschlossen, eine kleine Testreihe mit Rezepten zu starten – passend zum Wochenendkaffee oder zum gemütlichen Frühstück am Sonntag.
Getestet werden die Schokoladen-Zitronen Madeleines von Pierre Hermé, die vielgelobten von Lea Linster sowie eine Variante von Heston Blumenthal.

Frischgebackene Madeleines sind nicht mit der pappartigen Pampe, die man fertig kaufen kann, zu vergleichen. Außen knusprig, innen weich und saftig, ein herrliches kleines Gebäckstück zum Kaffee.
Außerdem mag ich die Form so sehr – sie ist so schön nostalgisch.

Fangen wir also an mit den Schokoladen-Zitronenmadeleines von Pierre Hermé, dem traditionsreichen Pariser Patissier, das Rezept habe ich hier gefunden.
Um ehrlich zu sein, hatte ich in dieses Rezept die meisten Hoffnungen gelegt, Hermé ist einfach ein Meister seines Fachs.
Mit diesem Madeleines hatte ich aber ein wenig Probleme – das Testküchlein ist verbrannt, die erste Fuhre war viel zu weich und wohl auch zu viel in den Förmchen drin, der zweite Schub war dann gut.
Lag vielleicht auch an dem in der Tür festgeklemmten Holzlöffel (siehe Rezept), vielleicht war die Temperatur einfach nicht gleichmäßig genug.

Gut waren sie, aber für mein Gefühl auch noch ein bisschen Luft nach oben… ich hatte ehrlich gesagt ein klein bisschen mehr erwartet, was die Konsistenz angeht.
Hier wird die Butter nur weich und nicht flüssig zugegeben, ich fand, dass sie sich dadurch irgendwie schlechter mit den restlichen Zutaten verbunden hat.
Die Kombi Schokolade-Zitrone ist allerdings sehr gut, für meinen Geschmack hätte fast noch ein bisschen mehr Zitrone hineingedurft.
Der Teig muss – wie die meisten Madeleines-Teige – über Nacht ruhen, nur dann entwickeln sie ihre typischen hübschen (und erwünschten) Beulchen auf der Rückseite.

Ich habe festgestellt, dass das am besten funktioniert, wenn man die Förmchen nicht komplett  bis zum Rand befüllt – zu voll, keine Beulchen!

Zutaten für ca. 12-16 Madeleines (je nach Größe des Blechs):
100 g weiche Butter
2 Eier, Größe M
90 g Zucker
70 g Mehl
abgeriebene Schale einer viertel Zitrone
20 g Kakaopulver (Hermé empfiehlt Valrhona, ist bei mir ja eh immer im Haus ;-) )
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz

Mehl mit Kakao- und Backpulver gut mischen. Zucker, Salz und Zitronenschale in einem kleinen Schüsselchen mit den Händen gut durchmischen, die Schale richtig in den Zucker einreiben, bis er zu duften beginnt und leichte Klümpchen bildet.
Eier mit dem Zucker aufschlagen, dann die Butter noch mal mit den Finger durchkneten und dazugeben, weiterschlagen, bis alles gut vermischt ist.
Nach und nach die Mehl-Kakaomischung dazugeben, gut vermengen.
In eine abgedeckte Schüssel geben und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Vorm Backen den Ofen auf 220° aufheizen. Eine Madeleineform mit Butter einfetten, mit etwas Mehl bestäuben und den Teig in die Mulden füllen.
Die Form in den Ofen stellen, die Hitze sofort auf 180° zurückdrehen und einen Holzlöffel in der Tür platzieren, so dass ein kleiner Spalt entsteht.
13-15 Minuten backen, dann auf einem Gitter auskühlen lassen und wenn gewünscht mit Puderzucker bestäuben.

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Beef Rendang Curry und mit Ketjap Manis glasierter Rosenkohl

Ein Rendang gehört zu den Gerichten, die man unbedingt probiert haben sollte.
Dieses in Indonesien beheimatete Curry bekommt durch die lange Schmorzeit in viel Kokosmilch, bis diese fast komplett verkocht ist, einen ganz besonderen Geschmack, der sich mit nichts vergleichen lässt.
2011 wurde dieses Gericht bei einer Leserumfrage von CNN auf Platz 1 der “World’s 50 best foods” gewählt.
Es besticht nicht unbedingt durch Schönheit, aber durch ein wundervolles Aroma.

Das starke Einkochen bis von der Kokosmilch fast nur noch Fett übrigbleibt hat seine Ursprünge in der Konservierung von Fleisch im tropischen Klima Indonesiens und hat mich ein bisschen an die Herstellung von Rillettes erinnert, die ja auch zur Fleischkonservierung diente.
Dass natürlich bei dieser Prozedur des langen, langsames Garens sich der Geschmack potenziert, das Fleisch butterzart wird und das Fett als Geschmacksträger sein übriges tut, ist klar.

Damit das Gericht nicht zu trocken wird, habe ich ein kleines Tässchen Sauce abgeschöpft, bevor es ganz trocken war (am Schluss soll das Fleisch fast braten) und dann wieder hinzugefügt.

Als Beilage gab es nichts original indonesisches, sondern einen heimischen Rosenkohl, gebraten, dann mit einer Mischung aus Ketjap Manis, Reisessig und Knoblauch glasiert und mit etwas Chili geschärft.

Wir mochten den Rosenkohl sehr gerne, gebraten essen wir ihn eh am liebsten und die Würze tut den aromatischen Knöllchen ausgesprochen gut.
Dazu schlichten Reis, der unbedingt etwas kleben sollte, ich habe japanischen Reis dafür genommen.
In Indonesien wird dazu auch gerne Reis serviert, der in Kokosmilch gegart wird, das war mir persönlich dann aber ein bisschen zuviel Kokos.
Das Rezept ist aus dem Buch “Die indonesische Küche” von Sri Owen, Christian Verlag, das Buch kann ich sehr empfehlen.

Für das Rendang Curry (2-3 Personen):
3 Schalotten, in feine Scheiben geschnitten
3 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten
2  cm frischer Ingwer, in Scheiben
1 TL frischer gehackter Galgant (gibt es im Asialaden und ist hier unverzichtbar, er gibt einen ganz eigenen Geschmack und sollte nicht einfach mit Ingwer ersetzt werden)
1 TL gemahlener Kurkuma (oder 2,5 cm frischer, grob gehackt)
3-5 frische rote Chilischoten, je nach Schärfe, Samen entfernt
1 Salamblatt, kann durch Lorbeer ersetzt werden (habe ich ersetzt)
1 Stängel Zitronengras
2 TL Salz
600 g Rindfleisch, vorzugsweise Brust oder Fehlrippe, in ca. 2 cm große Würfel geschnitten (bei mir Fehlrippe)
800 ml Kokosmilch (im Original wurden noch ca. 300 ml mehr verwendet, aber diese Menge hat völlig ausgereicht)

Zuerst eine Paste herstellen: Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, Chili und Galgant mit 3 EL Kokosmilch im Mixer zu einer glatten Paste verarbeiten.

In einen großen Topf geben, alle übrigen Zutaten hinzugeben, die Flüssigkeit sollte das Fleisch komplett bedecken.
Bei mittlerer Hitze aufkochen und dann ohne Deckel ca. 2-2,5 Stunden kochen, gelegentlich umrühren. Die Mischung sollte nach dieser Zeit schon um einiges eingedickt sein.
Im Buch wird empfohlen, nach dieser Zeit von einem Topf in einen Wok umzufüllen, aber ich habe das ganze in einem großen Bräter gemacht und Umfüllen war somit unnötig.
Unter weiterem gelegentlichen Rühren ca. 30 Minuten weitergaren (ich habe hier ein wenig Sauce abgenommen, um sie später wieder dazuzugeben).
Lorbeerblatt und Zitronengras jetzt entfernen.

Langsam bleibt von der Kokosmilch fast nur noch Öl übrig und das Fleisch beginnt zu braten, dann öfters weiterrühren.
Ich habe am Schluss noch ein wenig von der abgenommenen Sauce hinzugefügt, dass es nicht zu trocken wird und fand es so sehr gut.

Für den Rosenkohl:
500 g Rosenkohl
1-2 frische, scharfe kleine Chilischoten
2 EL Ketjap Manis
2 EL Reisessig (oder Limettensaft)
1 kleine Knoblauchzehe
1 TL Sesamöl
etwas Kokosöl nativ zum Braten

Rosenkohl putzen, waschen und ca. 3-4 Minuten blanchieren, danach eiskalt abschrecken und die Röschen halbieren, Chilischote hacken.
Reisessig, Ketjap Manis, Sesamöl verrühren.
Kokosöl in einer Pfanne erhitzen und bei starker Hitze den Rosenkohl anbraten.

Hitze herunterdrehen, den Knoblauch und Chili dazugeben, ganz kurz weiterbraten und dann die Röschen mit dem Dressing glasieren.

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Pfälzer Rotweinkuchen

Den Pfälzer Dornfelder kann man nicht trinken… ja, das hört man oft und ich bin aus der Bredouille, was ein Urteil angeht, denn ich kann gar keinen Rotwein trinken.
Tannine vertrag ich leider gar nicht und werde im schlimmsten Fall mit tagelanger Migräne bestraft.
Nun, wenn man ihn nicht trinken kann und ich ja sowieso nicht, verbacken wir ihn doch einfach, unseren Dornfelder, denn dafür eignet er sich wirklich wunderbar.

Der Pfälzer Rotweinkuchen ist inzwischen eine Art Signature Dish von mir geworden, oft gewünscht und heiß geliebt, allerdings ist es jedes Mal eine kleine Gratwanderung, denn dieser Kuchen – obwohl es einfach ein ordinärer Rührkuchen ist – gehört zu jenen, die mir auch gerne mal misslingen – indem sie mir in der Form hängen bleiben, siehe auch hier.

Es ist ein schmaler Grat zwischen “etwas zu viel Flüssigkeit und Schokolade, ich bin supersaftig und schmecke traumhaft, dafür bleib ich in der Form hängen – Ätsch!” und “flupp, da bin ich schon aus der Form, schau mal wie hübsch ich aussehe, dafür bin ich leider etwas zu trocken….”.

Dieser Kuchen war allerdings gar nicht zickig, wunderbar saftig (ich hoffe, die Bilder lassen ein bisschen davon erahnen…) und außer einem kleinen Riss auch optisch sehr anständig.

Gustatorisch bevorzugen wir natürlich immer die erste Variante, wir löffen dann einfach verzückt die Reste aus der Form, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Versuche ich gebraucht habe, um diesen Kuchen so ablichten zu können, wie ich es mir vorgestellt habe, sichtbare Saftigkeit verbunden mit Form.

Zutaten für eine mittelgroße Gugelhupfform:

250 g weiche Butter
250 g Mehl
4 Eier, Größe M
1 Päckchen Backpulver
240 g Zucker
30 g Vanillezucker
1 guter TL Zimt
1 Msp. Lebkuchengewürz
2-3 EL Kakao
ca. 210-220 ml Rotwein (nicht mehr!)
100 g Schokolade, in grobe Stückchen gehackt

Backofen auf 175° vorheizen.
Weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker zu einer hellen, schaumigen Creme aufschlagen (bitte hier genügend Zeit lassen, bis die Creme wirklich schön fluffig ist, dann ein Ei nach dem anderen unterrühren.
Mehl mit Backpulver, Zimt, Lebkuchengewürz und Kakaopulver vermischen.
Nun abwechselnd einen Schuss Rotwein und ein paar Löffel Mehl unterrühren, jeweils nicht zu viel auf einmal.
Ganz am Schluss die Schokoladenstückchen unterheben, in eine gebutterte Form geben und auf der mittleren Schiene ca. 60-65 Minuten backen (Stäbchenprobe).
Im Gegensatz zu anderen Kuchen warte ich bei diesem lieber, bis er abgekühlt ist, bevor ich ihn stürze, sonst kann die Schokolade gerne mal unten kleben bleiben.

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Walnuss-Zitronen-Linguine von Ottolenghi – mal wieder fleischlos glücklich

Der Fleischatlas 2014 ist ja gerade erschienen und ich kann jedem Fleischkonsumenten einen Blick hinein nur empfehlen.
Weltweit kontinuierlich steigender Konsum, mit verheerenden Folgen für Umwelt und natürlich für die Tierhaltung.
Wenn ich lese, dass der größte amerikanische Vermarkter für Schweinefleisch 42 Millionen Tiere in einer einzigen Woche schlachtet, wird mir kotzübel.
Auch in China und Indien steigt der Verzehr von Fleisch stetig an.

Ich persönlich glaube nicht, dass der momentane Trend zum Veganismus die Lösung dieser Probleme sein wird, zu aufwändig ist die konsequente Umsetzung dieser Lebensweise, zu viel von Verzicht geprägt (ich lese auch gerade sehr interessiert den Selbstversuch von Katharina Seiser -
21 Tage vegan leben bzw. essen).
Mir fällt auch vermehrt ein Lifestyle-Veganismus auf, ohne wirkliche ethische Überzeugung, dafür mit relativ vielen industriell hergestellten Produkten.

Aber ich wünsche mir so sehr, dass in den Köpfen ein Umdenken beim Thema Fleisch stattfindet. Man muss nicht unbedingt “hin zu”, ein “zurück zu” würde schon sehr viel bewirken.
Zurück zu den Zeiten, in denen es nur ein-, zweimal die Woche Fleisch gab, zurück zu einem richtigen Suppenhuhn, dass dann auch gerne mal ein paar Tage mehr auf dem Buckel haben darf, dafür eben etwas länger gekocht werden muss, aber eine köstliche Suppe produziert.

Ein guter Grund, hier auch schon wieder ein vegetarisches Rezept zu veröffentlichen, und was für eines.

Pasta mit Walnüssen und Zitrone, mal wieder vom Herrn Ottolenghi.
So simpel und so gut!
Stiebitzt habe ich das ganze bei der Turbohausfrau, vielen Dank noch mal Susi!

Es hat tatsächlich so gut geschmeckt, dass Herr Kamafoodra die gleiche Pasta am Tag darauf unbedingt noch mal essen wollte. Was wir dann auch getan haben, ohne mit der Wimper zu zucken, es war genauso köstlich wie davor.

Zitronen aus Südeuropa haben ja gerade Hochsaison und passen wunderbar zu den herben, gerösteten Walnüssen.
Ein ordentliches Stück Butter noch, ein wenig Sahne, viel schwarzen Pfeffer und etwas Parmesan, in ein paar Minuten ist das Essen fertig.
Da ich leider mit einem erklärten Salbeihasser zusammenlebe, habe ich diesen durch eine ganz kleine Knoblauchzehe ersetzt und dafür noch etwas Schnittlauch darüber gestreut, das passte auch prima.
Manchmal sind eben die ganz simplen Dinge die besten und wenn sie dann noch bei großem Hunger in 15 Minuten auf dem Tisch stehen – perfekt.

60 g Walnüsse, grob gehackt
30 g Butter
10 g Salbeiblätter (ersetzt durch eine sehr kleine Knoblauchzehe)
1 Bio-Zitrone, davon Schale und Saft
3 EL Schlagsahne
Salz
schwarzer Pfeffer
300 g Linguine
50 g Parmesan, gehobelt
ca. ein halber Bund Petersilie, gehackt und nach Belieben noch frisch gehackter Schnittlauch

Backofen auf 160° heizen, Walnüsse auf einem Backblech ausbreiten und ca. 10 Minuten rösten, dann herausnehmen und zum Abkühlen beiseite stellen.
Linguine kochen, währenddessen die Sauce zubereiten. Vom Nudelwasser 2 Schöpfer aufheben.

Eine Bratpfanne erhitzen und die Butter hineingeben. Eine Minute brutzeln lassen, den Salbei bzw. Knoblauch dazugeben und zwei weitere Minuten braten, bis die Butter schön braun wird.
Zitronenschale, Schlagsahne, mit Salz und reichlich schwarzem Pfeffer abschmecken, kurz aufkochen lassen, damit die Sauce ein wenig eindickt.
Nicht zu lange, sonst gerinnt die Sauce.

Wenn die Nudeln fertig sind, das beiseite gestellte Kochwasser zur Sauce geben und alles ein wenig reduzieren. Nüsse, Nudeln, Parmesan, Zitronensaft und Petersilie dazugeben, alles gut vermengen, fertig.

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Kürbisstampf mit Apfel-Lauch-Gemüse – Deutschland vegetarisch

Ein wunderschönes neues Jahr wünsche ich euch allen, wenn auch ein bisschen verspätet!

So langsam muss ich mich mal aus meiner Blog-Lethargie herausbewegen, ich hab mir mal über zwei Wochen Pause von vielem (aber vor allem vom Internet) gegönnt, die auch sehr schön war.
Stundenlang lesen, Sport, viel schlafen, zwischendrin noch ein paar stressfreie Tage arbeiten, um jetzt schon wieder Urlaub zu haben… herrlich.

Und dann ist da wieder, wie jedes Jahr, die Sache mit den guten Vorsätzen.
Auch wenn man sie eigentlich doof findet, immer wieder zwanghaft zum Jahreswechsel, aber es bietet sich einfach an.
Ich finde es auch recht natürlich, nach einer Zeit mit vielen Feiertagen, meistens zwangsläufig begleitet von einem Overkill an Essen, gepaart mit teilweise geschlossenen Fitnessstudios und/oder allgemeinem Zeitmangel für Sport, danach etwas gegenzusteuern.
Mit etwas weniger Fleisch, Zucker und Fett, mit mehr Gemüse und Salaten, mit Bewegung.

Eins meiner Weihnachtsgeschenke, Deutschland vegetarisch von Katharina Seiser und Stevan Paul, passt da natürlich wie die Faust aufs Auge.
Ein tolles Buch! Während viele der sonstigen vegetarischen Kochbücher exotisch, orientalisch oder mediterran sind, widmet sich dieses der bodenständigen deutschen Küche.
Denn viele haben inzwischen vergessen, dass es auch in Deutschland früher nicht üblich war, mehrmals die Woche oder gar täglich Fleisch zu essen.
Und auch der Winter kann herrlich bunt sein, wenn es um Gemüse geht!

Die beiden Autoren haben einen kleinen Schatz an alten, traditionellen Rezepten aus ganz Deutschland zusammengetragen, die eigentlich alle ohne exotische Zutaten und aufwändige Zubereitungsarten auskommen.
Mein erstes Testrezept war der Kürbisstampf mit Apfel-Lauch-Gemüse und Haselnüssen, der sowohl optisch durch die farbenfrohe Orange-Grün Kombi als auch geschmacklich voll überzeugt hat.

Die Petersilie sollte eigentlich fritiert werden – was sicher auch noch einen schönen Knusperkontrast gibt zum weichen Püree, ich hatte aber gerade kein Öl zum Fritieren da und hab sie dann einfach pur darüber gestreut, auch gut.

Ergänzt habe ich das Gericht noch um etwas gebräunte Butter, die ganz am Schluss über den Stampf gegeben wird und sehr gut dazu passt, ebenso wie das Schüsselchen Feldsalat, das es dazu gab.

Zutaten für 2-3 Personen:
Ein kleinerer Hokkaido Kürbis, ca. 1,2 kg
2 Zwiebeln
50 g Butter (ich habe hier etwas weniger genommen und am Schluss noch die gebräunte Butter darüber)
2 EL Honig (auch hier ein bisschen weniger)
1 Sternanis
1 Lorbeerblatt
50 ml Weißwein
400 ml Gemüsebrühe (ich würde hier auch empfehlen, erst mal 350 ml zu nehmen und bei Bedarf noch etwas nachzugießen, sonst könnte das Püree zu flüssig werden)
schwarzer Pfeffer aus der Mühle und Salz
2 EL Haselnüsse, grob gehackt
2 EL Sonnenblumenöl o.ä. (bei mir Rapsöl)
100 g Lauch (hier durfte es dann für mich etwas mehr sein)
1 Apfel
evtl. zusätzlich ca. 30 g Butter, gebräunt

1 Bund Petersilie
Öl zum Fritieren

Hokkaido gut waschen und abbürsten, Kerne entfernen, in große Würfel schneiden. Zwiebeln würfeln. Butter in einem großen Topf aufschäumen, Zwiebel und Kürbis darin andünsten, Honig, Sternanis und Lorbeer unterrühren und dann mit dem Weißwein ablöschen. Brühe dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und bei kleiner bis mittlerer Hitze im offenen Topf ca. 20-30 Minuten schmoren, bis der Kürbis weich ist.

In der Zwischenzeit die Haselnüsse in einer Pfanne goldbraun rösten, bis sie duften.
Lauch halbieren, waschen und putzen und in feine Ringe schneiden, den Apfel entkernen und ungeschält fein würfeln. In einer Pfanne mit 2 EL Öl ca. 5 Minuten braten, mit Salz und Pfeffer würzen und warm stellen.
Petersilie waschen und sehr gründlich trocknen. Öl zum Fritieren in einem hohen Topf auf ca. 160° erhitzen, Petersilie portionsweise knusprig fritieren, danach abtropfen lassen und salzen.
Sternanis und Lorbeer beim Kürbis entfernen (ich habe den Sternanis ein bisschen früher entfernt, da ich zu starken Anisgeschmack nicht mag) und alles mit einem Kartoffelstampfer zu einem groben Brei zerstampfen.
Das Lauch-Apfel-Gemüse darüber geben, mit den Haselnüssen bestreuen, die Petersilie darauf und nach Belieben mit etwas gebräunter Butter beträufeln.

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