Pistazienkipferl mit Orangen-Kardamomzucker und ein Plädoyer für das Plätzchen

Share

Weihnachtskekse. Weihnachtscookies.

Kann man gerade überall lesen und mir gefällt es so gar nicht.
Nichts gegen Cookies und Kekse prinzipiell, aber an Weihnachten sind das Plätzchen, Gutsle, Guuts oder wie auch immer.

So gerne ich Innovationen mag und mich immer für Neues interessiere, die Weihnachtszeit ist für mich mit Traditionen und Erinnerungen verbunden und da mag ich für Altbekanntes auch gerne die Worte, die ich aus meiner Kindheit noch kenne.
Die Franzosen sind da wohl ein wenig rigoroser, ich glaube kaum, dass man in Frankreich irgendwo von einem Trunk de Noel liest…
Bin ich altmodisch? Wenn es um die Weihnachtszeit geht, vielleicht.
Traditionen sollen und müssen manchmal gebrochen werden, aber eben nicht immer.

Meine zartgrünen Pistazienkipferl mit Kardamom-Orangenzucker verbinden Tradition mit etwas Neuem, das Rezept habe ich in der Dezemberausgabe von Essen & Trinken entdeckt und die Kombination hat mir außerordentlich gut gefallen, sie erinnert ja schon ein wenig an die wunderbaren Gebäckspezialitäten aus Nordafrika.

Sie sind auch wunderbar geworden, nicht zu süß, zartgrün und herrlich mürbe, wenn auch gerade das die Arbeit damit ein bisschen tricky macht, denn wenn die Kipferl noch warm im Zucker gewendet werden, muss man höllisch aufpassen, dass sie nicht auseinanderfallen.
Auch hätten sie für meinen Geschmack ein wenig zierlicher ausfallen können, aber das waren meine ersten Kipferl. Mein Vater hat da schon sehr viel mehr Erfahrung und macht die allerbesten Vanillekipferl, die auch immer wunderschön geformt sind.
Hab ich vor ein paar Jahren nicht noch gesagt, keine Plätzchen hier? Heute hab ich richtig Spaß daran bekommen und ähnlich wie gefüllte Nudeln finde ich manchmal die Herstellung schon fast meditativ und sehr entspannend

Und hier geht’s gleich zum Rezept, denn ich hab gerade nicht so viel Lust und Zeit zum Schreiben, weitere Plätzchen wollen gebacken werden, Weihnachtsmärkte besucht, Wein vorm Kaminofen getrunken und all die schönen Dinge, die man in der Weihnachtszeit so tut.
Mehr Süßes? Gibt’s noch. Vor Weihnachten. Versprochen!

Für ca.  50  Kipferl:
Kardamom-Orangenzucker:
1 Bio Orange (kauft italienische, die schmecken viel besser als die spanischen!)
100 g Zucker
3-4 Kardamomkapseln (für meinen Geschmack hätten es sogar 5 sein können…)

Teig:
100 g Pistazienkerne, geschält
150 g Mehl
30 g Speisestärke
50 g Puderzucker
eine Prise Salz
150 g kalte Butter

Die Schale der gewaschenen Orange fein abreiben, mit dem Zucker in den Blender geben, fein zerkleinern und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Kardamomkapseln öffnen, Samen herausholen und sehr fein mörsern. Mit dem Zucker mischen und über Nacht trocknen lassen.
Pistazien im Blitzhacker fein mahlen, mit dem Mehl, der Stärke, Puderzucker, Salz in eine Schüssel geben. Die eiskalte Butter in kleine Stücke schneiden und alles mit den Händen so schnell wie möglich zu einem glatten Teig kneten, so wenig wie möglich bearbeiten dabei.
2 Rollen formen und diese in Klarsichtfolie mindestens 2 h kühlen, der Teig kann auch über Nacht ruhen.
Die Rollen in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, diese in der Mitte durchschneiden, die Stücke rollen, dabei werden die Enden automatisch dünner. Zu gebogenen Kipferln formen.
Im auf 180° vorgeheizten Ofen auf der 2. Schiene von unten 12-14 Minuten goldbraun backen. Die noch warmen Plätzchen vorsichtig im Orangen-Kardamomzucker wälzen und auf Gittern auskühlen lassen.

Print Friendly

Mehr davon!

Share
Dieser Beitrag wurde unter Gebäck abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

22 Kommentare zu Pistazienkipferl mit Orangen-Kardamomzucker und ein Plädoyer für das Plätzchen

  1. Juliane sagt:

    Jawoll! Da bin ich ganz bei Dir. Das sind Plätzchen und keine Cookies.Oder noch schlimmer: X-Mas-Cookies. Nein! Plätzchen! 🙂
    Liebe Grüße!

  2. Kathrin sagt:

    Ich gebe Dir voll und ganz recht. Weihnachtsgutsel sind das. Punkt. Und ich finde es gut dass Du Deinen Vorsatz keine Plätzchen zu backen aufgegeben hast und diese wunderschönen Kipferl präsentierst. Liebe Grüße
    Kathrin

  3. lieberlecker sagt:

    Wie Du sie nennst ist mir egal … aber haben will ich sie! 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Britta sagt:

      Etwas schweizerisches hab ich auch noch gebacken und auf Lager, die sind meine persönlichen Favoriten 🙂 für euch sicher ein Klassiker!

  4. Ulrike sagt:

    Woher weißt du, dass meine Lieblingsfarbe grün ist und ich ein Orangenfan bin?
    Bei der Plätzchen-Tradition bin ich ganz bei dir, Cookies sind für das restliche Jahr. Allerdings habe ich dieses Jahr aus Zeitgründen meinen Vanillekipferlteig zu Rollen geformt und Sablés gebacken. Geht das bei dir durch;-)

    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Britta sagt:

      Meine Lieblingsfarbe ist auch grün 😉 und Orangen hab ich diese Woche endlich die erste Kiste aus Sizilien bekommen, die sind soo gut!

  5. Sandra Gu sagt:

    Mmmh, feine Kipferl! Die Kombination kann ich mir sehr gut vorstellen. Bei mir gibt es dieses Jahr auch viele grüne Plätzchen, liegt aber an den Kürbiskernen 😉

    Und ja, ich finde es auch sehr entspannend Plätzchen zu backen. Führt leider zu Unmengen an Weihnachtsplätzchen 😀

  6. Eva sagt:

    In den Begrifflichkeiten scheint es ein Nord-Süd-Gefälle zu geben, bei uns waren das immer „Kekse“. 😉
    Und so hübsche Grüne will ich auch haben!
    Liebe Grüße,
    Eva

  7. Ganz liebevoll sind die Kipferln gemacht! Schön, schön, schön!

  8. Die waren mir auch aufgefallen – wunderbar sind die bei dir geworden. Setze ich gleich mal auf die Liste für nächstes Jahr 🙂

  9. Susanne sagt:

    Die waren mir auch ins Auge gesprungen – mal sehen, womöglich weihe ich ja den neuen Backofen mit ihnen ein 🙂
    Und jawoll, Plätzchen heißt das. Was gar nicht geht, sind X-mas Cookies….nein…

  10. Traditionen müssen sein, vor allem an Weihnachten, da gebe ich dir vollkommen recht. Bis jetzt bin ich dieses Jahr standhaft geblieben, weil es schon sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, solche wunderschönen, liebevoll gebackenen Plätzchen, Bredele (wie sie bei uns im Elsass heissen) oder auch Gutsle, so wie du sie zeigst, herzustellen. Es passt dieses Jahr einfach nicht in meinen Zeitplan. Ich werde vielleicht noch ein traditionelles Pain d’épices backen – und das war es dann für dieses Jahr.

    • Britta sagt:

      Bredele gefällt mir auch sehr gut 🙂 und du bist ja eh nicht so die Süße, Sabine, da muss man sich ja keinen Stress machen. Ein Pain d’Epices ist natürlich auch eine gute Idee, das würde ich auch gerne mal selbst machen. Ist ja noch Zeit 😉

  11. ninive sagt:

    Kipferl mag ich sehr…. und werd auf jeden Fall noch welche backen. Da bin ich auch sehr konservativ, die werden seit über 30 Jahren nach demselben Rezept gemacht. Und bis ich als „Reigschmeckte“ mit Plätzchen, Gutsle und Bredle zurechtkam hat ein paar Jahre gedauert- jedenfalls sind mir die traditionellen Gebäcke mit dem traditionellen Namen wichtig. Cookies sind was andres.

    • Britta sagt:

      ach, ich gestehe, ein bisschen experimentierfreudig bin ich schon 🙂 ich backe ja auch erst seit zwei Jahren welche, da ist noch viiiel Luft nach oben 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.