Verfallen

Ich bin hoffnungslos verfallen.
Düften, Aromen, Gerichten aus einer umkämpften Stadt.
In der die Herkunft bzw. der Ursprung der Rezepte genauso umkämpft zu sein scheint wie die Stadt selbst.

Und ich bin nicht alleine.
Auch Heike ist erlegen und schwelgt hemmungslos in Gemüsebergen – Yotam Ottolenghi bzw. seinem neuestem Kochbuch über seine Heimatstadt Jerusalem.
Einige Rezepte daraus geistern schon seit einiger Zeit durch diverse Blogs und ließen mich immer wieder aufhorchen, so zum Beispiel hier der Süßkartoffel-Feigen-Salat bei Juliane, Küchlein aus Süßkartoffel bei Verena von Salz, Pfeffer, Kokosnuss oder das Backofenhähnchen mit Clementinen und Fenchel bei Petra von Chili und Ciabatta.

Ich besitze dieses Buch nun knapp eineinhalb Wochen und habe schon 6 Dinge daraus nachgekocht, von denen 5 grandios und eines gut waren.
Die Kombinationen darin sind teilweise ungewohnt, aber ungewöhnlich gut.
Rote-Bete Salat mit Lauch und Walnüssen – auf den ersten Blick eine merkwürdig anmutende Kombi, die uns beide aber völlig überzeugt hat und wundervoll zusammen schmeckt.

Ebenso dieser Salat aus geröstetem Blumenkohl und Haselnüssen, mit dem ich heute mal beginnen möchte – es folgt noch mehr, versprochen.

Der geröstete Blumenkohl für sich ist schon unglaublich lecker und aromatisch – genau wie die Zubereitung der roten Beten durch Backen im Ofen bei dem vorhin erwähnten Salat. Der Eigengeschmack der Gemüse kommt so wunderbar zur Geltung und wird intensiviert.

Die Kombi mit Haselnüssen, Granatapfelkernen und einem leichten, würzigem Dressing machen ihn zu einem Knaller – geschmacklich und auch als optisches Schmankerl.
Man braucht für viele der Rezepte in diesem Buch einiges an orientalischen Gewürzen, viele davon kann man günstig in guter Qualität in türkischen Supermärkten finden.

Eine tolle Vorspeise, eine tolle Beilage zu Fleischgerichten oder ein kleines, leichtes Abendessen.
Im Originalrezept wird Stangensellerie verwendet – ich mag ihn nicht und hab ihn durch Frühlingszwiebeln ersetzt, das war ein guter Ersatz.
Der Salat ist übrigens komplett vegan.

Fangen wir nun mal mit diesem wundervollen Salat an, der auch noch gut in den momentan noch so tiefen Winter passt demnächst gibt es noch mehr aus diesem Buch.

Zutaten (für 2-3 Personen als Beilage):
660 g Blumenkohl (ich habe einfach einen mittelgroßen genommen und nicht weiter nachgewogen)
5 EL Olivenöl
1 große Stange Staudensellerie, in schräge, 0,5 cm breite Stücke geschnitten
10 kleine, glatte Petersilienblätter
30 g Haselnüsse, grob gehackt
50 g Granatapfelkerne (etwas 1/2 mittelgroßer Granatpafel)
1/3 TL Zimt
1/3 TL gemahlener Piment
1 EL Sherryessig (oder auch Weißweinessig)
1 1/2 TL Ahornsirup (habe ich durch Honig ersetzt)
Salz und schwarzer Pfeffer
Quelle: Jerusalem von Ottolenghi/Tamimi

Den Backofen auf 220° vorheizen.
Blumenkohlröschen in eine feuerfeste Form geben, mit dem Olivenöl, Salz und etwas Pfeffer besprenkeln und alles gut vermischen. 25-35 Minuten auf der oberen Schiene rösten, bis er schön braun ist.
Danach in einer Schüssel abkühlen lassen.

Die Haselnüsse nun entweder im Backofen bei 170° auf ein Backpapier streuen und ca. 17 Minuten goldbraun rösten oder einfach in einer Pfanne, bis sie duften und einen schöne goldene Farbe angenommen haben. Danach grob hacken.
Alle Zutaten zum Blumenkohl geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Zimmertemperatur servieren.

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28 Antworten auf Verfallen

  1. Juliane sagt:

    Mhmmm… das ist auch was für mich! Gerösteten Blumenkohl mag ich unglaublich gerne, und dann noch Granatapfelkerne dazu? Gekauft! Kommt sofort auf die Nachkochliste :)

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  2. So ein schönes Wort “verfallen”. Gefällt mir sehr gut. Das Ottolenghi-Buch hab ich zu Weihnachten bekommen und noch nicht genau angesehen – das hol ich jetzt nach, ich hab ohnehin vor, weniger Fleisch und mehr Gemüse zu essen, da ist der Ottolenghi ideal dafür!

  3. Nachdem so viele von diesem Buch geschwärmt haben, hat es auch bei mir Einzug gehalten. Doch bis jetzt gehört es noch zu den “ungekochten Büchern” ;-)
    Ich warte mal ab, was Du noch vorstellst….

  4. Irgendwie sind die Meinungen ja doch gespalten zu Ottolenghi – ich gehöre zu den Fans. Grade heute habe ich einen Kuchen gebacken (den mit Griess und Orangenmarmelade); den fand nicht nur ich gut…..Nachbarskinder…nix mehr da.

    • Britta sagt:

      Wäre ja auch traurig und vor allem furchtbar langweilig, wenn alle immer nur einer Meinung wären – entsetzliche Vorstellung ;-)

  5. Sybille sagt:

    Diesen Blumenkohl habe ich auch schon genossen. Köstlich..und kommt gut bei Gästen an!
    Deine Fotos sind so schön…ich bin dir verfallen…

    • Britta sagt:

      Dankeschön :-)
      Ja, die meisten mögen Blumenkohl ja doch ganz gerne und durch das Rösten bekommt er so ein tolles und süßliches Aroma.

  6. Micha sagt:

    Verfallen… wie schoen gesagt!

    Und der Salat liest sich auch nach meinem Geschack. Ich werde wohl einen Blick in das Buch werfen muessen. Mindestens ;)

  7. Heike von Au sagt:

    Fast hätt ich das Rezept gestern auch gemacht, aber es war noch zuviel anderes im Kühlschrank.
    Danke also, sozusagen *g*

  8. ninive sagt:

    Blumenkohl, Nüsse, Granatapfel… ich freu mich über jede Blumenkohl- Variante und werd den Salat mit Sicherheit nachbasteln- auch im Besitz des Ottolenghi zu sein.

    Schönen Sonntag

    Ninive

  9. Eva sagt:

    Vielleicht wäre das ein Rezept, um Frieden mit dem ungeliebten Blumenkohl zu schließen… ;-)

    • Britta sagt:

      Blumenkohl und ungeliebt? Das hört man ja selten… bei Robert von lamiacucina gibt es auch ein Lasagnerezept mit Blumenkohl, vielleicht wäre das auch etwas für dich. Ich muss es auf jeden Fall unbedingt noch ausprobieren.

      • Eva sagt:

        Ich hatte letztes Wochenende einen im Haus und habe Ravioli (mit Roggenanteil) damit gefüllt und das war, hm, unerquicklich :-( Aber ich habe versprochen, ihm eine zweite Chance zu geben. Die Lasagne von Robert habe ich gesehen, aber mir schwebt eher Blumenkohlsushi vor :-)

  10. WildeHenne sagt:

    Ich koche mich ja immer noch durch «Genussvoll vegetarisch», werde mir aber «Jerusalem» demnächst auch kaufen… ääähm, wie war das mit «ich kaufe keine Kochbücher mehr»? ;-)

    Mit Ottolenghi ist es doch gleich wie bei Jamie… Ewige Stänkerer gibt es immer – meist ist es nur der Neid, der zum Motzen verleitet. Oder man kommt sich als etwas Besseres vor, wenn man nicht auf der Begeisterungswelle mitschwimmt. Ich finde die Rezepte von Jamie wie von Ottolenghi gut. Nicht alle, aber viele…

    • Britta sagt:

      Geschmäcker sind halt einfach verschieden, man kann ja niemanden zwingen, etwas zu mögen ;-)
      Schätze mal, das vegetarische brauch ich dann auch noch irgendwann *seufz*

  11. Verena sagt:

    Liebe Britta!
    Jetzt erst bin ich über deinen ersten Y.O. Beitrag gestolpert und war gleich ganz begeistert, dass meine Süßkartoffel-Küchlein dir eine Erwähnung wert waren. Da mein Blog noch ganz klein ist, freue ich mich über Verlinkungen immer riesig. Leider komme ich immer bei Juliane raus, wenn ich draufklicke… hihi ;)

    Den Blumenkohlsalat habe ich noch nicht ausprobiert, aber deine Bilder und die tolle Beschreibung haben mich überzeugt – Blumenkohl steht schon auf dem Einkaufszettel. Es gibt einfach so viele Rezepte, die aus Genussvoll Vegetarisch nachgekocht werden wollen, es nimmt kein Ende. Ich seh’s schon vor mir, statt DIY gibt es auf den Blogs bald eine Rubrik namens DIYO. :D :D

    • Britta sagt:

      Das vegetarische Buch muss ich mir auch noch kaufen ;-) Ich bin zwar kein Vegetarier, esse aber gerne und viel Gemüse und Salat, Fleisch gibt es hier nicht soo oft.

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