Ostersonnen aus perfektem Hefezopfteig

Eine Wiederbelebung gibt es heute.
Oder, passend zu Ostern, quasi eine Auferstehung, denn ich habe heute ein Rezept für einen perfekten, locker-langfaserigen Hefeteig, aus dem ich vor einiger Zeit auch schon mal herzhaft gefüllte “Flauschis” gebacken hatte.

Es geht um den genialen Tangzhong Teig, den Miss Boulette mal gepostet hatte.
Dieser Teig ist an Fluffigkeit und Saftigkeit wirklich kaum zu übertreffen und für mich eindeutig das beste Rezept für alles, was lockeren, saftigen Hefeteig braucht.

Ein Tangzhong ist sowas ähnliches wie ein Brühstück und überhaupt nicht so kompliziert, wie es sich anhört. 1 Teil Mehl wird mit 5 Teilen Wasser verrührt, erhitzt, bis es etwas eindickt und darf dann noch etwas ruhen.
Probiert es einfach aus – ich empfehle nur nicht, den Teig von Hand zu kneten, denn bei 20-30 Minuten benötigter Knetzeit könnte es etwas anstrengend werden. Mit der Küchenmaschine aber gar kein Problem und die lange Zeit sollte auch unbedingt eingehalten werden, denn die ist wichtig.
Also, lasst euch nicht abschrecken vom exotischen Namen und den etwas absurd anmutenden Mengenangaben (an die ihr euch aber ganz genau halten solltet!), der Teig ist eigentlich ganz einfach und schmeckt wunderbar.

Die hübschen Ostersonnen hab ich letztens zufällig in diesem Forum hier entdeckt und musste sie gleich ausprobieren, wer keine Zöpfe mehr sehen kann oder vielleicht auch nicht so geschickt beim Flechten ist, sollte diese Variante mal ausprobieren.
Man rollt drei gleich große Stränge, legt sie aufeinander und dreht die Enden schneckenähnlich auf, fertig.

Bestreut werden sie mit Hagelzucker – auf den stehe ich total, er erinnert mich immer an die heißgeliebten Zuckerringe aus meiner Kindheit…

Ich freue ich jetzt erst mal auf die Uhrumstellung (ja, das soll es geben, auch wenn die ersten Tage hart werden…), denn es ist dann endlich länger hell und ein paar freie Tage, für die ich mir und euch natürlich etwas mehr Sonne wünsche, falls das doch nicht klappen sollte, backt euch einfach welche!

Rezept für ca. 3-4 Ostersonnen, je nach Größe:

Tangzhong:
50 g Mehl
250 Wasser

Mehl und kaltes Wasser in einem kleinen Topf klümpchenfrei verrühren. Alles auf mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis die Paste etwas eindickt, ähnlich wie bei einer Crème Patissière. Noch warm in eine Schale umfüllen und zur Vermeidung einer Hautbildung die Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken. Im Kühlschrank 2-3 Tage haltbar.

Für den Teig:

540 g Mehl
86 g Zucker
8 g Salz
11 g Trockenhefe
86 g Ei (2 Eier verquirlen und Menge abmessen – Rest als egg wash verwenden)
59 g Sahne, lauwarm
54 g Milch, lauwarm
184 g Tangzhong (von oben abmessen)
49 g Butter, geschmolzen
Hagelzucker zum Bestreuen

Mehl, Zucker, Salz in eine breite Schüssel geben und gut vermengen. Eine Mulde formen und Hefe einstreuen. Alle flüssigen Zutaten bis auf Butter in die Mulde geben und mit dem Mehlgemisch vermengen. Mit der Küchenmaschine einige Minuten kneten, bis ein homogener Teig entsteht. Butter zufügen und insgesamt 20-30 min. kneten.

Teig mit Klarsichtfolie abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen, bis doppeltes Volumen erreicht ist, das dauert ca. 40-60 Minuten, je nach Temperatur.
Man kann den Teig auch am Vorabend zubereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, davon wird er noch besser. Dann aber rechtzeitig herausholen, dass er bis zur Verarbeitung Zimmertemperatur hat.

Teig nochmals durchkneten und in 9-12 gleichgroße Kugeln unterteilen (am besten abwiegen), diese noch mal ein paar Minuten entspannen lassen.
Dann die Kugeln zu gleichlangen Strängen rollen, davon jeweils 3 Stück mittig aufeinander legen, etwas festdrücken und die Enden gleichmäßig schneckenförmig etwas aufrollen.
Nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen, in der Zwischenzeit den Ofen auf 180° vorheizen. Vorm Backen mit dem restlichen Egg wash bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen. Ca. 25 – 30 Minuten backen, bei mir haben 25 Minuten völlig ausgereicht, sonst wird der Teig zu trocken.

Print Friendly

Mehr davon!

Veröffentlicht unter Brötchen/Brot, Frühstück/Brunch, Gebäck | Verschlagwortet mit , , , | 15 Kommentare

Simple things… Ein Marmorkuchen, Gänseblümchen und – Verwunderung

Es sind oft die einfachsten Dinge, die so gut sind. Oder so hübsch sind, wenn man sie mal genau anschaut und studiert.
Wie zum Beispiel die Gänseblümchen, die fast ganzjährig unseren Rasen zieren und die da auch gerne bleiben dürfen. Sie sind so hübsch, manche erröten zart und manchmal esse ich auch einfach ein paar… ich mag den Geschmack.
Oder ein schlichter Marmorkuchen, es gibt gute Gründe, warum dieser sich seit so langer Zeit größter Beliebtheit erfreut.

Es gibt aber auch Sachen, die finde ich momentan weniger schön. Gewundert habe ich mich diese Woche.
Über den unfreundlichen und belehrenden Ton einer anderen Bloggerin in einer Facebookgruppe.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber sobald es auf eine gewisse Art belehrend im wahrsten Sinne des Wortes wird, schalte ich auf stur und bekomme fast unwiderstehliche, kindliche Lust, das genaue Gegenteil zu tun, auch wenn ich eigentlich gerade diese Sache schon lange vertrete und dahinterstehe, allerdings ohne Dogmatismus und Missionierungseifer und ohne vom Hundertstel ins Tausende zu kommen.
Und oft macht ganz einfach der Ton die Musik.

Auch einiges anderes gefällt mir momentan in der Bloggerwelt auch nicht so gut, in vielem habe ich mich letztens schon bei diesem Artikel von Alex bei Foto e Fornelli wiedergefunden. Danke für diesen schönen Denkanstoß Alex und ich freue mich, dass man wieder mehr von dir lesen kann bzw. deinen schönen Fotos bewundern, auch wenn mir gerade auffällt, dass ich tatsächlich vergessen habe, einen Kommentar dazu zu schreiben – hiermit nachgeholt. Nachgedacht habe ich viel darüber.

Auch mir ist es wie Alex in vielen Dingen zu laut, in anderen hingegen wieder zu leise.
Wie ich schon mal erwähnt habe, finde ich es nicht so toll, dass vielerorts Kommentare und selbst explizite Fragen grundsätzlich nicht beantwortet werden.
“Postfrequenz” ist auch so ein Ding… man sieht immer mehr Artikel, die sowohl orthographisch als auch grammatikalisch vor Fehlern nur so strotzen und seltsam inhaltslos und blutleer wirken, aber die Frequenz muss ja auf jeden Fall aufrechterhalten werden… wobei ich damit auf keinen Fall sagen will, dass eine hohe Frequenz automatisch schlechte Inhalte bedeutet, es fällt mir nur in letzter Zeit verstärkt auf.
Ich mag mich mit diesem Druck gar nicht befassen, dann gibt es hier eben einen oder zwei Artikel weniger und somit auch ein paar weniger Besucher anstatt zäh tröpfelnder Worte, die sich auch genau so lesen.
So lange wie einige andere “Urgesteine” im Foodbereich blogge ich zwar noch lange nicht, aber auch vermisse ich in letzter Zeit verstärkt ein wenig unbefangene Herzlichkeit (oder soll ich lieber sagen Interesse?) jenseits von Kooperationen, falsch verstandenem Missionierungseifer oder “wie generiere ich mehr Besucher” im Umgang der Foodies miteinander.
Wohlgemerkt, natürlich nicht bei allen, viele von euch machen mein Leben schöner, bunter, ideenreicher, bringen mich zum Lachen und manchmal auch zum Weinen.
Die, die sich jetzt vielleicht angesprochen fühlen – ja, ich meine euch!! Danke dafür.

Aber ich bin momentan eben auch etwas nachdenklich und manchmal auch etwas lustlos, was den Blog angeht, frage mich, ob ich das alles wirklich noch will, einiges lag mir auf dem Herzen und musste jetzt mal raus.
Hier wird weiterhin nicht missioniert werden, was z.B. Inhaltsstoffe, Saisonartikel und Fleischkonsum angeht, sondern lieber begeistert für Alternativen, ohne erhobenen Zeigefinger und jegliche Militanz.
Willkommen ist bei mir nicht nur ein kleiner, elitärer Kreis, sondern jeder, Veganer, Carnivoren, Maggitütenzubereiter (denn hier findet ihr Alternativen, die wirklich nicht viel länger dauern, versprochen!), planlose Anfänger genauso wie Profiköche.

Ständig höher, schneller, weiter, immer zweimal besser und korrekter als du? Ohne mich. Der Blog soll mir (und natürlich anderen…) Freude machen und nicht stressen.

Und nun zurück zu Schönerem, dem Kuchen. Und den Gänseblümchen natürlich.

Es ist “the” Blogger-Marmorkuchen, der seit Jahren durch unzählige Blogs geistert, zu finden unter anderem bei Zorra , Pimpimella und gerade letzte Woche bei Sandra, gestartet wurde der Hype allerdings von Eva!
Er ist saftig und vor allem viel schokoladiger als die vielen Rezepte, die nur mit Kakaopulver arbeiten, denn dieser enthält auch richtige Schokolade. Und Sahne, die für die Saftigkeit verantwortlich ist.

Und weil bald Ostern ist, hab ich ihn statt mit Puderzucker oder Schokolade mit einem Eierlikörguss versehen, der auch sehr gut dazu passt.
Mein Kuchen hat allerdings gar nicht so lange gebraucht wie im Rezept angegeben – ich habe ihn nach ca. 55 Minuten raus, hatte aber das Gefühl, 50 wären auch schon okay gewesen.
Macht rechtzeitig eine Stäbchenprobe!

Rezept für eine große Gugelhupfform:

250 g Zucker
250 g weiche Butter
5 Eier (Klasse M)
150 ml Sahne
1 Prise Salz
300 g Mehl
2 TL Backpulver
200 g dunkle Schokolade

Puderzucker und Eierlikör

Ofen auf 190° vorheizen, Mehl mit Backpulver vermischen. Zucker, weiche Butter und Vanillezucker zusammen schaumig rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Eier nacheinander unterrühren, bis eine helle Creme entstanden ist. Sahne und Salz hinzufügen. Dann das gesiebte Mel unterrühren. Den Teig nun in zwei Hälften teilen, ebenso die Schokolade, eine Hälfte wird im Töpfchen geschmolzen, die andere kleingehackt. Dann unter eine Teighälfte mischen.

Zuerst nun ca. 2/3 des hellen Teigs in eine gebutterte und mit Mehl ausgestreute Form geben, dann den dunklen Teig darauf, zuletzt noch den Rest des hellen. Mit einer Gabel die beiden Teig marmorieren

Eine Marmorkuchenform buttern und mehlen. Zuerst etwas hellen Teig in die Form einfüllen, dann den dunklen Teig darauf geben und mit dem restlichen hellen Teig bedecken. Mit einer Gabel die beiden Teige kurvenförmig durchziehen, sodass eine schöne Marmorierung entsteht. Den Kuchen backen und danach etwas ruhen lassen; aus der Form stürzen und nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
Auf der 1. Einschubleiste von unten zwischen 50 und 60 Minuten backen.
Ich weiß leider nicht mehr, wie viel Puderzucker ich verwendet habe – schätzungsweise 100 g? Den mit wenig Eierlikör verrühren, bis eine sehr dickflüssige Masse entstanden ist, diese mit einem Pinsel auf den fertigen und abgekühlten Kuchen auftragen.

Print Friendly

Mehr davon!

Veröffentlicht unter Allgemein, Frühstück/Brunch, Kuchen | Verschlagwortet mit , , , | 33 Kommentare

Erbsensprossen-Radieschen-Salat mit rahmigem Schnittlauchdressing und pochiertem Ei

Sproutlichkeit möchte ich gerne zum Wort der Woche küren, gelesen hier bei Robert und herzlich gelacht… es gibt Wörter, die schließt man einfach gleich ins Herz.
Ein bisschen mehr Sproutlichkeit kann nie schaden, hört es sich doch so freundlich an…
Auch hier wird es jetzt sproutlich, da bin ich doch gerne dabei und weiter unten gibt es dann auch noch mehr von Robert.

Die Radieschen schmecken schon wieder. Dicke, fette, saftige Bündel kann man bei uns gerade kaufen, die ein richtiger Genuss sind.
Und Erbsensprouts, äh, Sprossen, wollte ich schon lange mal ausprobieren, nachdem mein Gemüsehändler die immer im Angebot hat, habe ich die einfach jetzt endlich mal mitgenommen zum ausprobieren… und bin verliebt.

Nach Erbsen bin ich ja sowieso ganz närrisch. Die dazugehörigen Sprossen sind aber noch mal ein ganz anderes Kaliber. Wunderschön gerankt, märchenhaft verschlungen.
Die dürften gerne an meinem Traumschloss hochranken.

Der Geschmack? Der ist schon sehr ”erbsig” und auch süß, aber eben noch viel knackiger. Genau SO muss Frühling schmecken und aussehen.
Zu den milden, süßlichen Sprossen darf gerne ein bisschen Schärfe und Würze hinzu, deshalb hab ich sie mit den schönen frischen Radieschen kombiniert. Dazu ein schlichtes, sahniges Dressing mit Schnittlauch und – eine Premiere für mich: ein pochiertes Ei.

Ich liebe pochierte Eier, sie gehörten aber bisher zu den Dingen, die ich dann lieber auswärts bestelle. Einmal probiert, gewaltig misslungen und seitdem irgendwie aufge(sc)hoben.
Wenn da nicht unser fast allwissender, oben schon erwähnter Chemiker und Grandseigneur der Foodblogs, Robert von lamiacucina wäre, bei dem es pochierte Eier nach Daniel Düsentrieb gibt.
Und die ja mit dieser Methode sowas von gelingsicher sind!  Sogar das allererste Versuchsobjekt ist auf Anhieb gelungen.
So ein fast flüssiges Eigelb, das dann auf den Teller sich mit dem frühlingsfrischen Salat vermischt, ist schon etwas unglaublich Gutes.

Und wenn ihr euch jetzt fragt, wo ihr denn die Erbsensprossen herbekommt, falls ihr keinen so gut sortierten Gemüsehändler wie ich habt – die kann man ganz einfach auf der Fensterbank ziehen. Wie das geht, könnt ihr hier bei Petra nachlesen.

Keine Ausreden mehr. Wie ein idiotensicheres pochiertes Ei geht, wisst ihr jetzt und wie man an die zartrankenden Sprösschen kommt, ebenfalls. Go for Sproutlichkeit!

Einzige Änderung: ich würde die Sprossen etwas kleiner schneiden. Das Geranke am Stück fand ich so hübsch und habe sie deshalb ganz gelassen, sie sind aber so ein bisschen zu lang, um sie appetitlich essen zu können.

Salat als Vorspeise, Snack oder Beilage für 2 Personen:
50 g Erbssprossen
8-12 Radieschen, je nach Größe
2 EL Weißweinessig
20 ml Gemüsebrühe
1,5 EL kaltgepresstes Aprikosenkern- oder Traubernkernöl
60 ml Sahne
2 EL Schnittlauch
3/4 TL Zucker
Salz und evtl. weißer Pfeffer
2 sehr frische Eier

Radieschen putzen und in Scheiben schneiden, Erbsensprossen waschen und etwas kleiner schneiden.
Aus den restlichen Zutaten außer dem Schnittlauch ein Dressing herstellen, am besten mit dem Pürierstab etwas aufschäumen. Den Schnittlauch hineinrühren, die Eier pochieren, Dressing über den Salat geben und mit den Eiern servieren.

 

 

Print Friendly

Mehr davon!

Veröffentlicht unter Beilagen, Salate, Saucen/Dips, Vegetarische Hauptgerichte, Vorspeisen | Verschlagwortet mit , , , , , | 16 Kommentare

Ostermenü? Linguine mit Karottengrünpesto und Lammrücken mit fermentiertem schwarzen Pfeffer

Noch nicht mal mehr 4 Wochen bis Ostern! Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich freu mich schon darauf. Vier freie Tage, überall sprießt bis dahin das frische Grün, was braucht die Seele mehr.
Falls ihr zu den Planern gehört und euch langsam schon auf die Suche nach passenden Menüideen macht, ich hätte da was.
Frühlingshaftes Grün mit traditionellem Osterlamm.
Und für mich eines der besten Gerichte, die ich in letzter Zeit gekocht habe, obwohl es nicht viel Aufwand ist.

Linguine mit einem Pesto aus Karottengrün und gerösteten Haselnüssen mit Möhrenjulienne, dazu ein butterzarter ausgelöster Lammrücken mit fermentiertem schwarzen Pfeffer.
Karottengrün? Ist das nicht das, bei dem der Gemüsehändler immer fragt “soll ich es gleich abmachen”?
Ja, eigentlich schon. Aber wir werfen auch viel zu viel gleich weg, das eigentlich einiges zu bieten hat.
Ich habe letztens in einigen grünen Smoothies Karottengrün und auch Radieschengrün ausprobiert, beides schmeckt einfach köstlich. Das Grün der Möhren ist leicht süßlich und sanft-kräuterig und auf jeden Fall zu schade, um es immer im Abfall landen zu lassen. Und hübsch ist es noch dazu, so zart gefiedert…

Kombiniert mit meinen geliebten Piemonteser Haselnüssen gibt es ein wunderbares Pesto ab, das ihr unbedingt mal ausprobieren solltet. Dazu noch ein wenig Möhrenjulienne und ein paar gehackte Haselnüsse zum darüberstreuen für den Crunch.
Am besten für das Pesto wäre natürlich auch noch etwas Haselnussöl, das ich aber leider nicht zuhause hatte und deshalb Olivenöl genommen habe. Wenn ihr welches habt – entscheidet euch für die Nussvariante!

Lamm an Ostern hat hier ja auch eine lange Tradition und ein schöner ausgelöster Lammrücken bzw. Lammlachs ist eine ganz feine Sache, die man auf keinen Fall totbraten sollte. .

Das schöne Lamm hier habe ich sehr puristisch gewürzt, denn mit diesem fermentierten schwarzen Pfeffer braucht man wirklich nichts anderes mehr, er ist ein absoluter Knaller. Feucht, salzig, pfeffrig, der Pfeffer ist einfach ein Traum und etwas ganz besonderes, ich habe meinen in der l’Epicerie in Heidelberg gekauft, hier bekommt man wirklich fast alles an Gewürzen in ausgesuchter Qualität.

Hoffentlich ein bisschen Appetit auf etwas Neues und Vorfreude auf Ostern bekommen?

Ich wünsche ich euch noch einen wunderbaren, erholsamen und sonnigen Sonntag (der seinem Namen ja heute alle Ehre macht), ich freue mich jedenfalls auf einen schönen Frühlingstag draußen, einer der ersten im Jahr und die sind für mich besonders kostbar.

Rezept für 2 Personen:
Karottengrün von 1/2 Bund Möhren
1 kleine Handvoll geröstete Haselnüsse + ein paar gehackte zum Darüberstreuen
1 kleine, junge Knoblauchzehe (wenn ihr keinen frischen, jungen Knoblauch bekommt, vielleicht auch nur eine halbe)
40 ml Olivenöl + 1 EL zum anbraten
2 kleinere Möhren, in Julienne geschnitten
2 Lammlachse
Butterschmalz zum Braten
Salz
fermentierter schwarzer Pfeffer

Aus dem Karottengrün, den Haselnüssen, Knoblauch und Olivenöl im Blender ein Pesto herstellen.
In einer großen Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und die Möhrenjulienne kurz anbraten, sie dürfen ruhig ein bisschen Farbe annehmen.
Linguine gar kochen, mit ein wenig vom Nudelkochwasser zu den Julienne in die Pfanne geben und das Pesto untermischen, kurz warmhalten.
In der Zwischenzeit in einer Grillpfanne Butterschmalz erhitzen, die Lammlachse rosa braten, ganz am Schluss mit dem fermentierten Pfeffer einreiben (das geht ganz prima, weil er so schön feucht ist), die restlichen gehackten Haselnüsse über die Pasta streuen und zusammen servieren.

Print Friendly

Mehr davon!

Veröffentlicht unter Fleisch, Gemüse, Pasta, Saucen/Dips | Verschlagwortet mit , , , , , | 10 Kommentare

Last call for Blutorangen! Fluffige Ricotta-Pancakes mit weißer Schokolade und Blutorangen-Curd

Jetzt aber schnell. Dapperle, hätte meine Oma gesagt.
Die Orangensaison ist fast zu Ende und deshalb gibt es hier gleich nochmals ein Orangenrezept, denn lange gibt es die schönen Blutorangen nicht mehr.
Sie sind ja immer ein bisschen wie eine Pralinenschachtel, man weiß nicht genau, was drin ist. Manchmal sind sie außen wunderschön dunkel und innen dann doch nicht so, oder die Schale ist recht hell und innen überrascht ein tiefes Blutrot… so mag ich sie am liebsten.

Meine Fotos sind diesmal nicht so prickelnd geworden, das lag daran, dass an diesem Mittag das Licht wirklich minütlich und extrem gewechselt hat, ich bin mit dem Wechseln der Einstellungen irgendwann nicht mehr nachgekommen.
Und für lange Texte hab ich heute auch keine Lust.

Aber… diese Ricotta Pancakes kann ich euch nicht vorenthalten und ihr müsst sie unbedingt probieren, denn sie sind so fluffig-fein-schaumig, nicht zu vergleichen mit den viel kompakteren normalen Pancakes. Mit der weißen Schokolade perfekt, sie zerfließt auch nicht ganz beim braten, wenn man sie nicht so klein hackt, sondern man hat noch richtige Stückchen darin. Yum!

Die gibt es bei uns sicher öfter, da man sie ja auch wunderbar variieren kann.
Und auch der Blutorangencurd ist toll. Ich habe ihn nicht ganz so dickflüssig gemacht, so dass problemlos er als Sauce fungieren kann.
Herr Kamafoodra, der sich normalerweise so gar nicht für Blutorangen begeistern kann, war mehr als angetan.

Man muss nur ein wenig aufpassen beim Backen der Pancakes – der Teig ist sehr weich und man muss ihn sehr vorsichtig wenden, sonst zerfällt der Pfannkuchen. Wenn man etwas aufpasst, ist es aber kein großes Problem.

Das Rezept für den Blutorangen-Curd hab ich hier bei Juliane geklaut, die tollen Pancakes hier, aber leicht abgewandelt.
Den Blutorangen-Curd kann man übrigens auch jetzt schon vorbereiten und dann (mit den Pancakes) zu einem Osterbrunch servieren, in sterilisierten Einmachgläsern ist er eine gute Weile haltbar.

Für die Pancakes, ca. 3-4 Personen:
200 g Ricotta
85 g Mehl
1 TL Backpulver
60 g weiße Schokolade, grob gehackt
2 TL Zucker
170 ml Milch
2 Eier, Größe M
1 Prise Salz
Butter zum Braten

Für den Blutorangen-Curd (leicht abgewandelte Version, etwas flüssiger):
170 ml Blutorangensaft
1 EL Zitronensaft
75 g Zucker
1 EL Vanillezucker
50 g Butter
1 kleines Ei + 1 Eigelb, beides zimmerwarm

Zuerst den Curd herstellen und diesen dann für mindestens 2 h kalt stellen:
Saft auf ca. die Hälfte einkochen lassen, Zitronensaft, Zucker, Vanillezucker und die in kleine Stückchen geschnittene Butter einrühren, mit einem Schneebesen rühren, bis sich alles gut aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen.
Ein wenig davon zum Ei geben und gut verquirlen, dann den Rest des Eis nach und nach zur lauwarmen Masse geben, dann nochmals unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Creme etwas eindickt. In ein sterilisiertes Schraubglas füllen und abkühlen lassen, dann in den Kühlschrank.

Für die Pancakes Mehl, Backpulver, Salz und Zucker in einer Schüssel gut vermischen. Ricotta mit Eiern und Milch in einer großen Schüssel mit dem Schneebesen aufschlagen, dann langsam die Mehlmischung unterrühren, bis sich die Zutaten gerade so verbunden haben. Ganz am Schluss die weiße Schokolade unterheben.
In einer beschichteten Pfanne in Butter jeweils esslöffelweise kleine Pancakes braten und sehr vorsichtig wenden.
Die noch warmen Pancakes mit dem Blutorangen-Curd servieren.

 

Print Friendly

Mehr davon!

Veröffentlicht unter Dessert, Frühstück/Brunch, Gebäck, Saucen/Dips | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

Supersaftiger und einfacher Orangen-Mandelkuchen – mit Mandelblüte

Wundert ihr euch, warum bei mir denn schon die Mandeln blühen?
Okay, ich gebe zu, selbst in unserer sonnenverwöhnten Vorderpfalz ist es noch nicht so weit, das wird noch ein paar Wochen dauern.
Also hab ich kurzerhand nachgeholfen und ein paar Zweige vom Mandelbaum vorm Esszimmer abgezwackt, nach einer Weile in der Vase und im Warmen hatte ich hübsche rosa Blüten – momentan habe ich eine kleine Obsession mit rosa Blüten.

Und wo eine Mandelblüte ist, muss natürlich auch ein Mandelkuchen her, und nachdem die Orangensaison noch am Laufen ist, am besten natürlich mit Orangen!

Dieser Kuchen hat eine, ach nein, eigentlich zwei Besonderheiten. Erstens ist er mit ganzen Orangen, also komplett mit Schale und so und zweitens ist er so einfach zu backen und kommt mit so wenigen Zutaten aus, dass selbst ich mich gewundert habe (ich bin ja bekanntlich keine große Bäckerin komplizierter Torten…). Um ehrlich zu sein, ich glaube, dieser Kuchen ist absolut idiotensicher und ich würde ihn wirklich jedem Backanfänger empfehlen.

Weil eben die ganzen Orangen verwendet werden, muss es auf jeden Fall Bioware sein und es ist ganz gut, eine vorher zu probieren, denn die mit wenig Weißem innen sind am besten geeignet.
Mir schmecken generell sowieso italienische bzw. sizilianische Orangen am allerbesten und auch wenn ich es eine Verschwendung finde, diese für Fanta zu verwenden, wird doch in Italien überall damit geworben, dass das dortige Fanta ausschließlich mit italienischen Orangen ist – die wissen schon, warum!

Die Orangen werden vor der Weiterverarbeitung zwischen 1 und 2 Stunden gekocht, das soll die Bitterstoffe vernichten. Im fertigen Kuchen ist auch überhaupt keine Bitternote mehr enthalten.
Dafür… ist er so dermaßen saftig!
Liegt wohl wieder auch daran, dass überhaupt kein Mehl enthalten ist (damit natürlich auch glutenfrei), wie in vielen meiner liebsten Kuchen. Lese ich von einem Gebäck ohne oder mit ganz wenig Mehl, werde ich sofort hellhörig. Das ist meistens eine Garantie für supersaftige Kuchen voller Geschmack. Wenn auch meistens mit ein paar mehr Kalorien… aber das Leben besteht nun mal aus Kompromissen.
Durch die kompakte Konsistenz ist er mit ein bisschen Vanilleeis, Joghurt oder Crème Fraîche auch gut als Dessert geeignet.

Gefunden hab ich das gute Teil bei Valentinas Kochbuch, er ist aus dem Buch “Entspannte Küche” von Martina Lessing.
Nutzt noch die kurze Zeit, in der es so schöne und saftige Orangen gibt, um ihn auszuprobieren… denn wenn die Mandelblüte hier beginnt, ist die Orangensaison dann endgültig vorbei, der Frühling aber dann wirklich da.

2 Orangen, ungespritzt
6 Eier
250 g Zucker
250 g gemahlene weiße Mandeln
1 TL Backpulver
Puderzucker zum Bestäuben

Die ganzen Orangen einem großen Topf Wasser ca. 1 Stunde kochen, bis sie weich sind. Das Wasser abgießen, das Ende abschneiden (also da, wo der Fruchtstiel war) und die Orangen auskühlen lassen.
Backofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Orangen in der Mitte durchschneiden und eventuell vorhandene Kerne entfernen (am besten verwendet man gleich kernlose, denn die Konsistenz ist dann sehr weich und ich stelle es mir etwas mühsam vor, dann die Kerne noch rauszufummeln…).
In einem Blender mitsamt Schale pürieren. Eier, Zucker, Mandeln und Backpulver dazugeben und zu einem dickflüssigen Teig verarbeiten. Den Teig in eine gebutterte Springform füllen und 40 Minuten backen.
Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Print Friendly

Mehr davon!

Veröffentlicht unter Dessert, Gebäck, Kuchen | Verschlagwortet mit , , , , , | 10 Kommentare