Marzipan-Kirsch-Plätzchen zum Finale

Das Allerletzte!
Aber nur an Süßem und an Plätzchen und auch nur für dieses Jahr.

Eigentlich mag ich rosa zu Weihnachten so gar nicht, aber wenn man Kirschsirup in den Zuckerguss mischt, wird er nun mal pink… zu dem Grün der Pistazien und zu den Tannenzweigen fand ich es aber dann doch ganz hübsch.

Und die Plätzchen selbst? “Wie kleine Pralinen und soo gut!”, so der Kommentar von Herrn Kamafoodra. Seine diesjährigen Lieblinge sind sie geworden und auch ich mag sie sehr, ein buttriger Mürbeteig mit einem Hauch Zitrone, gefüllt mit einer Marzipan-Kirsch-Creme, verziert mit Zuckerguss und Pistazien.

Allerdings – ich muss gestehen, ich bin gerade etwas backmüde. Auch hier gab es seit Wochen nur Süßkram und ich muss sagen, es reicht mir so langsam. Ein reiner Backblog? Das wäre ganz sicher nichts für mich.
Die Lust auf Suppen und winterliche Salate ist bei mir gerade viel größer und ab Januar wird es hier auch (wie meistens zu dieser Jahreszeit…) mit würzigem und winterlichem Soulfood weitergehen.

Wenn diese Plätzchen hier nicht so ausgesprochen lecker und auch hübsch gewesen (naja, einige wenige sind noch übrig) wären, hätten sie es wohl auch nicht mehr hier her geschafft, aber ich kann sie euch einfach nicht vorenthalten.

Eigentlich war das Rezept, das ich auch aus der “Landidee… ” habe, als Himbeer-Marzipan-Plätzchen gedacht. Da aber gerade kein Himbeerbrand im Haus war und auch kein Sirup in einer kleineren Flasche zu ergattern war, wurde eben kurzerhand Kirsch daraus.
Kirsch und Marzipan ist sowieso fein zusammen, vorletztes Jahr habe ich ja auch schon etwas in dieser Kombination gebacken, wenn auch ganz anders – diese Kirsch-Mandel-Plätzchen.

Weil ich gerade nicht nur back-, sondern auch schreibfaul bin, geht es hier jetzt gleich zum Rezept.
Mein Kopf ist schon in die gemütliche Phase der Weihnachtszeit eingetaucht und es fühlt sich gut an, Betriebsamkeit möchte Ruhe weichen und ich freu mich auf einen langen Urlaub mit viel Zeit für alles, was man gerne tut.

Euch allen möchte ich schon mal wunderschöne Feiertage wünschen, genießt sie und macht es euch kuschelig!

Zutaten für ca. 30 Stück, je nach Größe:

Für die Plätzchen:
250 g Mehl
125 g Puderzucker
abgeriebene Schale 1/2 Biozitrone
Mark einer halben Vanilleschote
1 Ei
150 g kalte Butter

Für die Füllung:
ca. 75 ml Milch
250 g Marzipanrohmasse
2 cl Himbeer- oder Kirschbrand
1 cl Himbeer- oder Kirschsirup

Glasur:
100 g Puderzucker
ca. 1-2 EL Himbeer- oder Kirschsirup
ca. 50 g Pistazien, gehackt
evtl. etwas Rosenzucker
Quelle: Landidee Adventsbacken, leicht abgewandelt.

Mehl mit Puderzucker, Zitronenschale und Vanille vermischen. Eine Vertiefung formen und das Ei hineinschlagen, drumherum die eiskalte Butter in kleinen Stückchen verteilen. Alles mit einem Messer gut durchhacken und sehr schnell mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 2 h kühlen.

Den Ofen auf 180° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen. Auf der mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte den Teig ca. 3-4 mm dick ausrollen, gewünschte Formen ausstechen und auf das Backblech legen. 10-12 Minuten backen, bis die Plätzchen leicht gebräunt sind. Danach auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten, die Milch erhitzen, wieder vom Herd nehmen und das zerbröckelte Marzipan unterrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Dann Sirup und Schnaps unterrühren.
Mit einem Spritzbeutel die Marzipanmasse auf die Hälfte der Plätzchen spritzen, die andere Hälfte darauf legen.
Für die Glasur alle Zutaten bis auf die Pistazien verrühren, fertige Plätzchen damit bestreichen und mit den Pistazien bestreuen.
Wer möchte und hat, kann auch noch etwas Rosenzucker darüberstreuen.

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Christmas Cheesecake mit Granatapfel und Spekulatiusboden sowie ein Pannenbericht

Schieb… zerr… ruckel…
Mein diesjähriges Türchen hat ein bisschen geklemmt, aber ich freue mich sehr, dass ich heute, am 3. Adventssonntag, die  14. Tür bei Zorras alljährlichem wundervollen Adventskalender öffnen darf. Der übrigens auch noch 10-jähriges Jubiläum feiert! Herzlichen Glückwunsch und danke liebe Zorra für deine alljährliche Mühe.

Es ist sehr schön, auch dieses Jahr wieder dabei sein zu dürfen, ist er doch in den letzten Jahren schon zu einer  vorweihnachtlichen Institution für mich geworden. Ganz zu schweigen von den wunderbaren Geschenken, die es alle Jahre wieder zu gewinnen gibt!

Lange hab ich mir überlegt, was ich denn für eine kleine Geschichte dazu schreiben könnte, irgendwie fiel mir keine hochinteressante Anekdote zu unseren Weihnachtsfesten ein (die immer herrlich gemütlich, aber somit recht unspektakulär sind) und somit hab ich beschlossen, den kleinen Krimi um diesen Cheesecake kurz zusammenzufassen.
Denn: wenn man etwas besonders hübsch machen will, kommt es meistens anders. Bei mir zumindest. Und auf die Adventskalendertürchen freue ich mich immer und möchte es besonders hübsch haben.

Einen weihnachtlichen Cheesecake hatte ich mir schon vor ein paar Wochen für euch ausgedacht, mit Spekulatiusboden, viel fluffiger Creme mit ein wenig Zitronenschale, darauf blutroten Granatapfel und sternförmige Spekulatiuskekse mit einem weißen Rand.
Hört sich soweit gut an, oder?

30.11., Erster Advent.
Beginn der Vorbereitungen, Backen der Sternchen aus Spekulatiusteig. Erster Versuch der Verzierung mit Zuckerguss, der auf dem dunklen Teig natürlich nicht weiß genug wird. Hätte ich eigentlich wissen müssen. Seufz, jetzt muss ich die Sternchen alle selbst aufessen.

03.12. Ein Tag vorm offiziellen Termin zum Schneiden der Barbarazweige.
Kauf einer Tube Royal Icing, das auf den fertigen Sternen schön strahlend weiß wird.
Festgestellt, dass man als eher grobmotorisch veranlagter Mensch sich sehr schwer tut, solche Ministernchen mit einem sauberen Rand zu versehen.
Festgestellt, dass man sich als sturer Mensch ebenfalls sehr schwer tut, von einem ursprünglichen Plan abzuweichen. Die Sternchen werden mühselig verziert und sehen – naja, handmade sehen sie jedenfalls aus. Und weiß ist das Icing jetzt ebenfalls.

06.12. Nikolaus.
Kopfschmerzen, bah.
Vorbacken des Bodens, zubereiten der Creme, erneutes Backen mit Cheesecakemasse obendrauf, auskühlen lassen im Ofen.
Et voilà, der Kuchen sieht absolut perfekt aus. Kein einziger Riss, eine wunderbar cremige, gleichmäßige Oberfläche. Weil er so brav war, darf er über Nacht im Kühlschrank schlafen.

07.12. Tag nach Nikolaus, zweiter Advent.
Immer noch Kopfschmerzen. Trotzdem weiter im Programm, der Kuchen will schließlich auch noch fotografiert werden. Der Cheesecake darf jetzt wieder aus dem Kühlschrank raus, bereitmachen für die Deko.
Den Anfang sollen die mühsam weißgeränderten Spekulatiussternchen machen, allerdings stellen Herr Kamafoodra und ich schon bei den ersten zwei Sternchen fest, dass das Weiß des Royal Icing einfach furchtbar zu dem gelbstichigen Ton des Cheesecake aussieht.
Geht gar nicht. Luft holen, Pause. Inhale, exhale, repeat. Machen wir halt einfach was anderes derweil.
Granatapfelkerne auslösen, Saft mit Zucker zu einem Sirup einkochen. Der Sirup wird für meinen Geschmack viel zu dunkel (ochsenblutrot trifft es ganz gut) und gibt dem fertigen Granatapfelgemisch einen äußerst mondänen Touch. Ich hätte es lieber frisch-fröhlich-rot gehabt, aber nun denn.
Sunday, bloody Sunday. Einen doofen Ohrwurm hab ich jetzt. Wie schön, dass heute wenigstens ein Adventssonntag ist und der Text so gut passt!
Für die Sterne ist mir inzwischen etwas eingefallen. Sternchen wie geplant auf den Rand legen, mit Kakaopulver bestäuben und dann wieder runternehmen. Wie immer, wenn man denkt “bloß nicht zittern”, passiert natürlich genau das.
Egal, Konturen sind sowieso maßlos überschätzt.

Granatapfel in die Mitte schichten und noch einen etwas größeren Stern darauf. Puh. Fertig? Fertig!
Trotzdem steh ich jetzt verwirrt vor dem Kuchen, denn das geplante rot-weiß-fröhliche Drumherum will so gar nicht zu dem Tizianrot des Granatapfeltoppings und dem dunklen Kakao passen. Der Kreativteil des Hirns macht sowieso schon seit Tagen einfach mal Pause  und ich stehe ratlos vor meinem Esstisch…
Nach einigen Minuten umdekorieren und -disponieren stelle ich fest, dass der Tortenständer derweil wohl etwas schief stand und ein Teil des Granatapfelsirups in die hellen Sternchen reingelaufen ist.

Immer noch Kopfschmerzen, ich beginne leicht zu transpirieren.
Gefühlte Stunden später habe ich die Bilder endlich fertig und sie gefallen mir gar nicht mal so gut, aber dann kommt der schönste Moment: wir gönnen uns das erste Stückchen.

Erste Reaktion: wow.
Ist mir doch egal, welche Sternchen darauf sind und welche Pantone-Farbe die fertige Granatapfelmischung nun hat.
Der Kuchen schmeckt einfach traumhaft, würziger Spekulatiusboden, eine superfluffige, moussige Cheesecakemasse und knackige Granatapfelkerne. Genau so darf ein Weihnachtskuchen schmecken, wunderbar!
Wer übrigens gerne ein bisschen aus dem Alltag einer “richtigen” Foodstylistin lesen möchte, bei Denise von Foodlovin’ gab es letzte Woche einen schönen Artikel dazu.

Mein Fazit von der Geschicht’? So schön sind diese Bilder nicht.
Doch trotz der rot verlaufnen Ränder – sind wir im Adventskalender!

Das war mein Türchen 2013:
Sternen-Maronenravioli mit Portweinbutter, Walnuss-Preiselbeerpesto und Speckknusper

Und das gab es 2012:
Weihnachtliche Schoko-Gewürzküchlein mit flüssigem Kern

Dieser Cheesecake wurde ohne Wasserbad gebacken und hatte trotzdem keinen einzigen Riss und die Füllung hatte eine wirklich wunderbare Konsistenz. Die Zutaten müssen gut verrührt werden, aber es darf trotzdem nicht zu viel Luft eingeschlagen werden, ich habe mich bei der Füllung an diesem Rezept orientiert und kann die Zubereitungsart nur empfehlen. Erst kurz bei starker Hitze backen, dann noch etwas bei kleiner Hitze und dann (ganz wichtig!) im Ofen ganz auskühlen lassen.

Das Rezept ist für eine 26-er Springform.

Für den Boden:
220 g Spekulatius – am besten selbstgebacken, hier geht’s zum Rezept
100 g Butter, geschmolzen

Ofen auf 180° vorheizen.
Spekulatius im Blitzhacker fein mahlen, mit der flüssigen Butter vermischen und die Mischung fest und gleichmäßig als Boden in die Springform drücken. Auf mittlerer Schiene ca. 10-12 Minuten backen, dann auskühlen lassen.

Für die Füllung:
700 g Frischkäse
200 g Sauerrahm oder Schmand
250 g Zucker
abgeriebene Schale einer Zitrone + 1,5 TL Saft davon
1,5 TL Vanilleextrakt (oder das Mark einer Schote)
3 ganze Eier + 1 Eigelb
3 TL Mehl
1 Prise Salz

Den Ofen auf 240° vorheizen. Zuerst mit dem Rühreinsatz der Küchenmaschine den Frischkäse gut verrühren, bis er cremig ist. Bei kleiner Geschwindigkeit den Zucker unterrühren, dann das Mehl und zuletzt das Salz.
Jetzt den Rühreinsatz gegen den Schneebesen tauschen. Vanille, Zitronenschale und -saft hinzufügen. Bei mittlerer Geschwindigkeit die Eier unterrühren, ganz zum Schluss den Sauerrahm.
Wenn alles gut vermengt ist, die Masse auf den Boden gießen und auf der mittleren Ofenschiene für 10 Minuten bei 240° backen. Dann sofort die Hitze auf 110° herunterschalten und weitere 25 Minuten backen.
Ofen ausschalten und den Kuchen bei geschlossener Ofentür 2-4 h auskühlen lassen, dann für einige Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank ziehen lassen.

Für das Topping:
150 ml Granatapfelsaft
2,5 EL Zucker
ausgelöste Kerne von 1/2 – 1 Granatapfel, je nach Größe
Kakao zum Bestäuben

Granatapfelsaft mit Zucker einige Minuten zu einem dickflüssigen Sirup einkochen. Abkühlen lassen und mit den Granatapfelkernen mischen (durch den Sirup bleibt der Granatapfel etwas länger haltbar).
Den Rand des Kuchens mit dem Kakaopulver bestäuben, in der Mitte dann gleichmäßig die Granatapfelmischung verteilen, fertig.
Diese Mischung nun in der Mitte des Kuchens verteilen, fertig.
Kühl aufbewahren, aber ich verspreche euch, dass dieser Kuchen nicht allzu alt werden wird.

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Spekulatius. Selbstgebacken!

Geht es euch zufällig so wir mir und ihr seid ganz verrückt nach Spekulatius? Seit ich denken kann, liebe ich diese weihnachtlichen Kekse. Schön gewürzig müssen sie sein und die Rückseite mit Mandeln bestückt.
Nachdem aber bei gekauften Spekulatius meistens ein Haufen Palmöl und im schlimmsten Fall auch noch gehärtete Fette enthalten sind, hab ich mich dieses Jahr am Selbstmachen versucht.

Hätte ich gewusst, wie einfach das geht… ich bin zwar normalerweise überhaupt kein großer Fan von Silikonbackformen, aber dafür sind die passenden Matten wirklich sehr gut geeignet, die nun schon zwei Jahre ungenutzt bei meinen Backsachen in der Versenkung verschwanden.
Schade eigentlich, denn hierfür sind sie wirklich total praktisch, auch wenn mir ein paar richtig schöne und tradionelle Holzmodel immer noch im Kopf herumspuken…

In Belgien und den Niederlanden werden Spekulatius übrigens das ganze Jahr gegessen und verkauft, während sie bei uns eigentlich ein typisches Weihnachtsgebäck sind. Ursprünglich wurde auf den Modeln  (Formen) die Geschichte des heiligen Nikolaus dargestellt.

Mein Fazit: Spekulatius gibt es auf jeden Fall nächstes Jahr wieder. Selbstgemacht, ohne Palmfett oder sonstige Zutaten dubioser Herkunft. Vielleicht mit ein klein wenig mehr Butter drin und vielleicht auch mit einem hübschen Holzmodel, denn die gehören für mich jedes Jahr zu den “Schleichobjekten” – Dinge, um die ich schon x-mal herumgeschlichen bin um mir sie irgendwann dann mal endlich zu leisten.

 Was man noch alles mit Spekulatius machen kann? Das zeige ich euch noch im Laufe der Woche. Bis dahin wünsche ich euch friedliche und stressfreie Tage!


Das Rezept habe ich aus der  Zeitschrift “Landidee Adventsbacken “, die mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Zutaten für ca. 40-60 Stück (je nach Größe der Förmchen/Model):
250 g Butter
300 g Zucker
100 g Marzipanrohmasse
1 Ei
2 TL Zimt
1 Prise gem. Nelken
1 Prise gem. Kardamom (ich hab ca. einen halben Teelöffel genommen für die Menge)
1 TL abgeriebene Zitronenschale
1 Prise Salz
60 g fein gemahlene Mandeln
500 g Mehl
hinzugefügt: ca. 60 g Mandelblättchen für die Rückseiten

Butter erst mit Marzipan und Zucker verkneten, dann die restlichen Zutaten nach und nach einarbeiten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Diesen in Folie packen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Backofen auf 200° vorheizen.
Den Teig herausnehmen und ein wenig wärmer werden lassen, kleine Stücke abteilen und einfach in die Mulden der Form drücken. Mit Mandelblättchen bestreuen und diese ein wenig auf dem Teig festdrücken.
Auf der mittleren Schiene 10 Minuten backen, etwas abkühlen lassen und die Spekulatius aus der Form lösen, dann auf einem Gitter abkühlen lassen und in einer Blechdose aufbewahren.

 

 

 

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Pistazienkipferl mit Orangen-Kardamomzucker und ein Plädoyer für das Plätzchen

Weihnachtskekse. Weihnachtscookies.

Kann man gerade überall lesen und mir gefällt es so gar nicht.
Nichts gegen Cookies und Kekse prinzipiell, aber an Weihnachten sind das Plätzchen, Gutsle, Guuts oder wie auch immer.

So gerne ich Innovationen mag und mich immer für Neues interessiere, die Weihnachtszeit ist für mich mit Traditionen und Erinnerungen verbunden und da mag ich für Altbekanntes auch gerne die Worte, die ich aus meiner Kindheit noch kenne.
Die Franzosen sind da wohl ein wenig rigoroser, ich glaube kaum, dass man in Frankreich irgendwo von einem Trunk de Noel liest…
Bin ich altmodisch? Wenn es um die Weihnachtszeit geht, vielleicht.
Traditionen sollen und müssen manchmal gebrochen werden, aber eben nicht immer.

Meine zartgrünen Pistazienkipferl mit Kardamom-Orangenzucker verbinden Tradition mit etwas Neuem, das Rezept habe ich in der Dezemberausgabe von Essen & Trinken entdeckt und die Kombination hat mir außerordentlich gut gefallen, sie erinnert ja schon ein wenig an die wunderbaren Gebäckspezialitäten aus Nordafrika.

Sie sind auch wunderbar geworden, nicht zu süß, zartgrün und herrlich mürbe, wenn auch gerade das die Arbeit damit ein bisschen tricky macht, denn wenn die Kipferl noch warm im Zucker gewendet werden, muss man höllisch aufpassen, dass sie nicht auseinanderfallen.
Auch hätten sie für meinen Geschmack ein wenig zierlicher ausfallen können, aber das waren meine ersten Kipferl. Mein Vater hat da schon sehr viel mehr Erfahrung und macht die allerbesten Vanillekipferl, die auch immer wunderschön geformt sind.
Hab ich vor ein paar Jahren nicht noch gesagt, keine Plätzchen hier? Heute hab ich richtig Spaß daran bekommen und ähnlich wie gefüllte Nudeln finde ich manchmal die Herstellung schon fast meditativ und sehr entspannend

Und hier geht’s gleich zum Rezept, denn ich hab gerade nicht so viel Lust und Zeit zum Schreiben, weitere Plätzchen wollen gebacken werden, Weihnachtsmärkte besucht, Wein vorm Kaminofen getrunken und all die schönen Dinge, die man in der Weihnachtszeit so tut.
Mehr Süßes? Gibt’s noch. Vor Weihnachten. Versprochen!

Für ca.  50  Kipferl:
Kardamom-Orangenzucker:
1 Bio Orange (kauft italienische, die schmecken viel besser als die spanischen!)
100 g Zucker
3-4 Kardamomkapseln (für meinen Geschmack hätten es sogar 5 sein können…)

Teig:
100 g Pistazienkerne, geschält
150 g Mehl
30 g Speisestärke
50 g Puderzucker
eine Prise Salz
150 g kalte Butter

Die Schale der gewaschenen Orange fein abreiben, mit dem Zucker in den Blender geben, fein zerkleinern und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Kardamomkapseln öffnen, Samen herausholen und sehr fein mörsern. Mit dem Zucker mischen und über Nacht trocknen lassen.
Pistazien im Blitzhacker fein mahlen, mit dem Mehl, der Stärke, Puderzucker, Salz in eine Schüssel geben. Die eiskalte Butter in kleine Stücke schneiden und alles mit den Händen so schnell wie möglich zu einem glatten Teig kneten, so wenig wie möglich bearbeiten dabei.
2 Rollen formen und diese in Klarsichtfolie mindestens 2 h kühlen, der Teig kann auch über Nacht ruhen.
Die Rollen in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, diese in der Mitte durchschneiden, die Stücke rollen, dabei werden die Enden automatisch dünner. Zu gebogenen Kipferln formen.
Im auf 180° vorgeheizten Ofen auf der 2. Schiene von unten 12-14 Minuten goldbraun backen. Die noch warmen Plätzchen vorsichtig im Orangen-Kardamomzucker wälzen und auf Gittern auskühlen lassen.

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Adventskaffee: Espresso Brownies mit Baileys-Zimt Cheesecake Swirl

Die Adventszeit beginnt heute, endlich.
Die Wohnung ist ein bisschen geschmückt, mit viel Weiß, Holz, Kerzen und Lichtern, ich hab schon Plätzchen gebacken, die heute auf meinem hübschen neuen Teller Platz nehmen dürfen. Ich freu mich auf die kommende Zeit und werde sie voll auskosten.

Auch oder gerade weil diese Woche von wenig schönen Nachrichten geprägt war, von denen der kaputte Anlasser meines Autos noch die Beste war.
Man soll das Jahr nicht vorm Dezember loben oder wie war das?
Es war anstrengend, 2014, durch den Umzug, aber gerade dieser hat es auch so schön gemacht, wir lieben unser neues Zuhause und den riesigen Garten immer noch, momentan kommen Dutzende von Vögeln an unsere beiden Futterhäuschen und ein Grünspecht ist Dauergast und pickt die Ameisen aus dem Rasen, während uns drinnen unser schöner neuer Kaminofen wärmt und der im Winter immer mies gelaunte Kater in die Füße beißt.
Durch andere anstehende Veränderungen, die weniger schön sind, muss ich jetzt wohl einfach durch und versuchen, das Beste daraus zu machen, denn so ist das Leben nun mal.

Ablenkung in der Küche und natürlich Schokolade sind für mich immer Allheilmittel, so auch diese Brownies mit einem extrem saftigen Schoko-Espressoteig und einem Baileys-Zimt Cheesecake Swirl, die zu einem gemütlichen Adventssonntag passen.

Wenn Brownies nur nicht immer so schwierig zu fotografieren wären, würde ich sie noch ein bisschen mehr lieben, das ist nämlich wirklich jedes Mal wieder eine Herausforderung…
Aber egal, es kommt ja schließlich auf den Geschmack an, Schokolade und Kaffee sind ja bewährte Partner und Baileys mit einem Hauch Zimt runden die supersaftigen Brownies sehr schön ab. Und schiefgehen kann bei diesem Rezept eigentlich auch nichts.

Ich wünsche euch einen wundervollen Start in die Adventszeit, genießt sie und macht es euch gemütlich, wenn es draußen kalt und dunkel ist.

Zutaten für eine Back- oder Auflaufform von ca. 24 x 16 cm:
Brownieteig:
200 g gute Zartbitterschokolade
100 g Butter
1 gehäufter EL Espressopulver
2 Eier
80 g brauner Zucker
65 g Mehl
1 Prise Salz

Baileys-Zimt Cheesecake Swirl:
175 g Doppelrahm-Frischkäse
25-30 ml Baileys
30 g Zucker
1 TL Zimt
1 Ei

Ofen auf 180° vorheizen.
Für den Teig Schokolade mit Butter auf sehr kleiner Hitze oder im Wasserbad schmelzen, in der Zwischenzeit Eier mit dem Zucker zu einer hellen Creme aufschlagen und das Espressopulver in 2 EL heißem Wasser auflösen. Die geschmolzene Schokoladenmischung kurz abkühlen lassen, mit dem Espresso und Salz unter die Zucker-Eier-Mischung ziehen. Dann esslöffelweise vorsichtig das Mehl unterziehen, nicht zu viel rühren dabei. Den Teig zu 3/4 in eine gefettete Back-/Auflaufform geben.

Alle Zutaten für den Swirl gut verquirlen, auf den Teig geben, dann ein paar Kleckse vom restlichen Brownieteig daraufgeben und mit einer Gabel etwas marmorieren. Im Ofen ca. 30 Minuten backen, der Teig sollte innen noch schön saftig sein.

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Gelesen und Gedanken. Und gegessen, ein Sprossensalat von Ottolenghi

Nichts Weihnachtliches gibt es heute hier und auch nur sehr wenige Fotos und ein Minirezept, aber es beschäftigt mich etwas…

Gelesen habe ich diese Woche das hier.
Und es ließ meine Gedanken kreisen. Der weltweit steigende Fleischkonsum ist ja eines der Themen, die mich immer wieder beschäftigen und ich empfehle jedem mal einen Blick in den Fleischatlas, nein, ich werde nicht müde darauf hinzuweisen. Das ist eine echt interessante Lektüre zum Thema.
Sollen künstliche Schnitzel aus dem Labor, später mal als Massenware in der chemischen Industrie hergestellt, wirklich die Lösung für die extrem steigende Fleischeslust sein?
Denn von Bedarf kann man hier nicht wirklich sprechen, Indien gehört genau zu den Schwellenländern, in denen viele gerne mehr Fleisch essen möchten, obwohl die traditionelle Ernährung dort für meine Begriffe eigentlich fast perfekt ist für die Bedürfnisse des menschlichen Körpers und auch der Umwelt – massenweise Gemüse, Hülsenfrüchte, Reis, etwas Brot. Und sehr wenig Fleisch.

Eat food. Not too much. Mostly plants.

Für mich die beste und treffendste Äußerung, die ich je über Ernährung gehört habe. Wobei ich persönlich unter Pflanzen etwas verstehe, dass nicht ewig lange in einem Produktionsbetrieb bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet wurde. Auch wenn es sich dann natürlich noch pflanzlich nennen darf.
Diese andauernd wechselnden Ernährungstrends, bei denen jeder neue Buchautor die Weisheit mit Löffeln gefressen haben will, gehen mir nämlich schon lange gegen den Strich, die neueste Sau, die gerade durchs Dorf getrieben wird, ist ja der böse Weizen.

Und diese Aufstellung, die eigentlich das Thema wöchentliche Kosten für Ernährung in verschiedenen Ländern behandelte, ging mir damals auch nicht mehr aus dem Kopf, da man sehr aufschlussreich sieht, in welchen Ländern man massenweise Industriefutter und Fleisch isst und wo eben nicht.

Tja, sollen jetzt Retortenschnitzel aus künstlich gezüchtetem Laborfleisch die Lösung für das steigende “Fleischproblem” (ein schreckliches Wort, das so viel Tierleid beinhaltet…) sein?
Wenn es nach mir geht, nicht. Ich wünsche mir eine andere Lösung, eben dass eben mehr pflanzliches gegessen wird, das aber nicht wiederum bis zur Unkenntlichkeit verarbeitet aus den großen Lebensmittelkonzernen kommt, sondern frisch von den Feldern möglichst regionaler Bauern.
Träumen darf man ja, auch wenn ich denke, dass gerade in China und Indien Fleisch eine Art Statussymbol werden wird bzw. schon ist und der dortige Trend vielleicht wirklich nur mit einem Chemieschnitzel aufzuhalten ist…
Könnte das vielleicht dann doch besser sein als noch mehr Massentierhaltung rund um den Erdball?
Was denkt ihr darüber??

Ich meinerseits möchte trotzdem gerne dazu beitragen, dass mehr selbst gekocht wird, dass auf Regionalität und saisonale Produkte geachtet wird, dass ich Anregungen und Inspiration liefern kann für viele vegetarische Gerichte und vor allem, dass Fleisch bewusst konsumiert wird und auf die Herkunft geachtet wird.

Und deshalb gibt es jetzt hier auch noch ein schnelles Salatrezept, von meinem heißgeliebten Yotam Ottolenghi (von dem ihr übrigens ein tolles Interview bei Claudia von Dinner um Acht lesen könnt).
Jedes Mal, wenn ich eines seiner vegetarischen Bücher in die Hand nehme, denke ich mir, wer braucht denn da noch Fleisch.
Der knackige Sprossensalat war sehr lecker in der Kombination (jetzt im Fast-Winter würde ich aber die Tomaten weglassen), wenn auch nicht so spektakulär wie manch andere seiner Salatideen. Er passt eher als Beilage denn als Hauptgericht. Die Menge an Sprossen war mir persönlich etwas zuviel und ich habe sie reduziert.

Zutaten für 4-6 Personen:

1 1/2 EL Kreuzkümmelsamen
450 g gemischte Sprossen (ich habe nur 250 genommen und das war schon sehr reichlich)
1 Daikonrettich (oder einen normalen, habe ich auch genommen), geschält und in dünne Scheiben geschnitten
2 große Möhre, geschält und in sehr feine Scheiben geschnitten
20 g Petersilie, grob gehackt
10 g Koriandergrün, grob gehackt (hab ich weg gelassen)
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
3 EL Sonnenblumenöl
2 EL Rapsöl
2 EL Weißweinessig
2 EL Apfelessig
200 Mini-Flaschentomaten, längs halbiert (je nach Saison)
80 g Babyspinat
Salz und schwarzer Pfeffer

Kreuzkümmel in einer Pfanne bei höherer Temperatur ca. 1-2 Minuten rösten, bis sie zu springen beginnen, danach in einem Stößel sehr fein zerreiben. Frisch gerösteter Kreuzkümmel schmeckt viel aromatischer als schon gemahlener und für diesen Salat lohnt es sich.
Sprossen mit Rettich und Möhren in eine große Schüssel füllen. Knoblauch, Kräuter, Essig, Öl und Kreuzkümmelsamen verrühren, ca. 1 TL Salz hinzufügen und mit schwarzem Pfeffer abschmecken. Zum Schluss Tomaten und Blattspinat hinzufügen und alles vorsichtig mischen.

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