Supersaftiger und einfacher Orangen-Mandelkuchen – mit Mandelblüte

Wundert ihr euch, warum bei mir denn schon die Mandeln blühen?
Okay, ich gebe zu, selbst in unserer sonnenverwöhnten Vorderpfalz ist es noch nicht so weit, das wird noch ein paar Wochen dauern.
Also hab ich kurzerhand nachgeholfen und ein paar Zweige vom Mandelbaum vorm Esszimmer abgezwackt, nach einer Weile in der Vase und im Warmen hatte ich hübsche rosa Blüten – momentan habe ich eine kleine Obsession mit rosa Blüten.

Und wo eine Mandelblüte ist, muss natürlich auch ein Mandelkuchen her, und nachdem die Orangensaison noch am Laufen ist, am besten natürlich mit Orangen!

Dieser Kuchen hat eine, ach nein, eigentlich zwei Besonderheiten. Erstens ist er mit ganzen Orangen, also komplett mit Schale und so und zweitens ist er so einfach zu backen und kommt mit so wenigen Zutaten aus, dass selbst ich mich gewundert habe (ich bin ja bekanntlich keine große Bäckerin komplizierter Torten…). Um ehrlich zu sein, ich glaube, dieser Kuchen ist absolut idiotensicher und ich würde ihn wirklich jedem Backanfänger empfehlen.

Weil eben die ganzen Orangen verwendet werden, muss es auf jeden Fall Bioware sein und es ist ganz gut, eine vorher zu probieren, denn die mit wenig Weißem innen sind am besten geeignet.
Mir schmecken generell sowieso italienische bzw. sizilianische Orangen am allerbesten und auch wenn ich es eine Verschwendung finde, diese für Fanta zu verwenden, wird doch in Italien überall damit geworben, dass das dortige Fanta ausschließlich mit italienischen Orangen ist – die wissen schon, warum!

Die Orangen werden vor der Weiterverarbeitung zwischen 1 und 2 Stunden gekocht, das soll die Bitterstoffe vernichten. Im fertigen Kuchen ist auch überhaupt keine Bitternote mehr enthalten.
Dafür… ist er so dermaßen saftig!
Liegt wohl wieder auch daran, dass überhaupt kein Mehl enthalten ist (damit natürlich auch glutenfrei), wie in vielen meiner liebsten Kuchen. Lese ich von einem Gebäck ohne oder mit ganz wenig Mehl, werde ich sofort hellhörig. Das ist meistens eine Garantie für supersaftige Kuchen voller Geschmack. Wenn auch meistens mit ein paar mehr Kalorien… aber das Leben besteht nun mal aus Kompromissen.
Durch die kompakte Konsistenz ist er mit ein bisschen Vanilleeis, Joghurt oder Crème Fraîche auch gut als Dessert geeignet.

Gefunden hab ich das gute Teil bei Valentinas Kochbuch, er ist aus dem Buch “Entspannte Küche” von Martina Lessing.
Nutzt noch die kurze Zeit, in der es so schöne und saftige Orangen gibt, um ihn auszuprobieren… denn wenn die Mandelblüte hier beginnt, ist die Orangensaison dann endgültig vorbei, der Frühling aber dann wirklich da.

2 Orangen, ungespritzt
6 Eier
250 g Zucker
250 g gemahlene weiße Mandeln
1 TL Backpulver
Puderzucker zum Bestäuben

Die ganzen Orangen einem großen Topf Wasser ca. 1 Stunde kochen, bis sie weich sind. Das Wasser abgießen, das Ende abschneiden (also da, wo der Fruchtstiel war) und die Orangen auskühlen lassen.
Backofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Orangen in der Mitte durchschneiden und eventuell vorhandene Kerne entfernen (am besten verwendet man gleich kernlose, denn die Konsistenz ist dann sehr weich und ich stelle es mir etwas mühsam vor, dann die Kerne noch rauszufummeln…).
In einem Blender mitsamt Schale pürieren. Eier, Zucker, Mandeln und Backpulver dazugeben und zu einem dickflüssigen Teig verarbeiten. Den Teig in eine gebutterte Springform füllen und 40 Minuten backen.
Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

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Tagliatelle mit Zitronenricotta, Tomaten, Kapern und Speck

Es gab ja schon unglaublich lange keine Pasta mehr hier, mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass das letzte Pastagericht hier auf dem Blog vom August war…
Das heißt natürlich nicht, dass es bei uns zuhause keine gab, aber eben viel Altbewährtes oder es war nicht so überzeugend, es hierher zu schaffen.

Denn es gibt so einiges, was es dann doch nicht auf den Blog schafft, weil es einfach nicht gut genug war. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man sich schon gleich die ganze Mühe mit Fotos gemacht hat und noch ärgerlicher, wenn die Bilder sogar sehr hübsch geworden sind, der Rest aber kulinarisch nicht ganz überzeugend.
Oder umgekehrt, die Bilder sind total misslungen, dabei war es doch soo gut!
Wobei ich diese Variante noch bevorzugen würde, schöne Bilder von etwas, das uns nicht hundertprozentig geschmeckt hat, würde ich euch niemals vorsetzen.

Aber nun es ist wirklich dringend Zeit für Pasta hier und diese passt gut zur momentanen Winterendzeitstimmung und stammt ganz frisch vom gestrigen Abendessen.
Misslungen ist hier gar nichts, vor allem war sie sehr köstlich und stand in ca. 15 Minuten auf dem Tisch (öh, ohne Fotos allerdings…)

Diese Tagliatelle mit einer kleinen Tomatensauce, knusprigem Speck, Kapern und Zitronenricotta sind von allem etwas, salzig, frisch, tomatig, zitronig und cremig, aber auch nicht zu mächtig.
Und die ich mir ausgedacht habe, weil ich manchmal mittags Pasta mit Ricotta und Tomate vorgesetzt bekam, die ich viel zu langweilig fand.
Eine feine Mischung, die das Warten auf die ersten Frühlingskräuter und -salate ein bisschen einfacher macht.
Denn es gibt zwar schon ein wenig frisches Grün, aber das hält sich doch noch alles sehr in Grenzen…

Bis dahin träume ich noch ein bisschen, zum Beispiel vom Mandelblütenfest hier um die Ecke, zu dem es gar nicht mehr so lange hin ist, vom Markt der Genüsse, der 2015 praktischerweise genau im Nachbarort ist und jetzt “Stadt der Genüsse” heißt.
Schmiede Pläne für meinen Garten, für Gemüsebeet und Blumen, freue mich über die ersten Schneeglöckchen, Krokusse und Primelchen.

Wer mehr schnelle (und natürlich gute!) Gerichte für den oft viel zu kurzen Abend nach der Arbeit sucht, bitte hier entlang, bei Julia von German Abendbrot gibt es jetzt jeden Freitag ein Friday Night Dinner Date.

Zutaten für 2 Personen:
250 g Tagliatelle oder andere Pasta
200 g Ricotta
abgeriebene Schale einer 3/4 Zitrone und 1 EL Saft
75 g Speck in Scheiben
350 ml Tomatenpüree
1 Handvoll Salzkapern, eingeweicht und abgespült
2 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten
1 Prise Zucker
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
etwas Olivenöl zum Beträufeln
ca. 2 EL glatte Petersilie, gehackt
Quelle: eigenes Rezept

In einer Pfanne den Speck knusprig ausbraten, herausnehmen und im Speckfett den Knoblauch kurz anbraten.
Das Tomatenpüree mit einer kleinen Prise Zucker hinzugeben und ca. 10 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit den Ricotta grob mit der Zitronenschale und -saft vermischen und die Tagliatelle garen, man kann 1-2 EL vom Nudelkochwasser noch zu den Tomaten geben.
Kapern in die Tomatensauce geben sowie ca. 2/3 des Ricotta unterrühren, die Pasta abschütten und gut mit der Sauce vermengen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken, den Speck wieder dazugeben, Petersilie untermengen und ganz am Schluss mit ein wenig Olivenöl beträufeln und den restlichen Ricotta als Flöckchen auf die fertigen Nudeln setzen.

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Foodige Trends 2015 und very slow gebackene Kichererbsen

Das neue Jahr ist ja irgendwie doch noch recht frisch und so habe ich mal ein bisschen gestöbert nach den Trends in Sachen Food für 2015.
Generell bin ich ja alles andere als begeistert davon, jedem Trend unreflektiert hinterher zu rennen, ob das nun Essen oder Mode ist.
Es muss zur eigenen Persönlichkeit passen und wer auf jeden Zug aufspringt, der wird sich vielleicht bald wundern, dass einen niemand mehr authentisch findet.
Informiert sein möchte ich aber immer gerne und entscheiden, ob ein gegenwärtiger Trend einen selbst inspiriert, verwundert oder gar abstößt, das darf ja zum Glück jeder selbst.

Oft findet man ja auch etwas, das einfach toll zu einem passt, ob nun äußerlich im Fall von Mode oder eben zu den eigenen Einstellungen und Werten.
Ich mochte den letztjährigen (und andauernden) Trend zu Clean Eating ganz gerne, spiegelt er doch meine schon lange vorhandenen Vorlieben für frisches, nicht industriell verarbeitetes, “echtes” und nährstoffreiches Essen recht gut wider.
Grünkohlexzesse in jeglicher Form, vor allem außerhalb der Saison, fand ich hingegen mehr als merkwürdig und brauche ich nicht wirklich. Hat auch so etwas verbissenes für mich.

Nach einem Artikel des Springlane Magazins kommt es 2015 zu einem Ramen-Revival – Revival schreibe ich deshalb, weil schon vor einigen Jahren so einiges zum Thema Ramen durch die Blogs geisterte…

Kohl soll weiterhin ganz vorne mitspielen, dieses Jahr auch vermehrt der Blumenkohl.
Ich  mag ihn sehr gerne, aber ich finde es einfach unangebracht, z. B. im Juli krampfhaft Kohl essen zu wollen wegen der Nährstoffe. Da hat doch die Natur so viel anderes zu bieten…?

Ein weiterer Trend sollen Paleo- oder Low Carb Desserts sein, finde ich prinzipiell nicht schlecht, auch ohne einen Haufen Zucker lassen sich z. B. mit Nüssen oder schönen frischen Früchten sicher tolle Desserts zaubern.

Außerdem Sauermilchprodukte, am besten selbst hergestellt – ebenfalls eine gute Sache, entspricht aber nicht so ganz meinem persönlichen Gusto.
Amaranth, Matcha und Kokoszucker empfinde ich nun auch wirklich nicht als neu, sondern in den letzten Jahren schon buchstäblich in fast aller Munde.

Bei stern.de wird hingegen unter anderem Ceviche gehypt – au ja, da bin ich gerne dabei, wobei man das auch in 2014 schon einige Male gesehen hat.
Außerdem ein weiter steigendes Bewusstsein für weniger Fleisch, dafür in guter und nachvollziehbarer Qualität oder gleich Fleischersatz - für ersteres begeistere ich mich (wie ihr sicher wisst…) schon lange, für das zweitere dann eher weniger…
Meinen Proteinbedarf mag ich dann lieber in Form von Hülsenfrüchten wie hier decken anstatt mit dubiosen Fleischersatzprodukten.

Auch Regionalität und DIY Food sind hier als Trends gelistet – toll, wenn auch nicht so neu. Aber nie verkehrt. Mehr davon bitte. Und gerne für die breite Masse.
Denn ich frage mich, wie breit diese Strömungen denn tatsächlich sind und ob sie nicht nur einem kleinen, interessierten Part der großen Masse entsprechen?
Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn dieser Teil größer wird.

Vom Trend zum Food-Pairing hat man ja letztes Jahr schon viel gelesen, vor allem  Astrid (Arthurs Tochter) und natürlich Eline vom Küchentanz sind mir hier sehr positiv und innovativ aufgefallen, allerdings auch nicht erst seit gestern.
Manche Kinder bekommen eben einfach mal einen (neuen) Namen…

Zum Abschluss gibt es dann auch noch ein supertrendy veganes Slow Food Rezept, natürlich voll DIY, von einem der Hype-Köche (achtungironie).
Lange (heißt mehrere Stunden) gebackene und dadurch sehr zarte Kichererbsen von Yotam Ottolenghi, im Buch “Vegetarische Köstlichkeiten” empfohlen zu Röstbrot mit pochiertem Ei, bei mir serviert mit etwas Granatapfelreis.
Fein und very, very slow.

Auf zum Nachmachen und lasst euch von Trends inspirieren, aber nicht versklaven, Authentizität, ein eigener Kopf und Geschmack finde ich persönlich immer viel sympathischer.

Für 3-4 Personen:
220 g getrocknete Kichererbsen, über Nacht mit 2 TL Natron eingeweicht
1 EL Olivenöl + einen weiteren zum Beträufeln
1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
3 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 1/2 TL Tomatenmark
1/4 TL Cayennepfeffer
1/4 TL Paprikapulver, geräuchert
2 rote Paprika, in ca. 0,5 cm große Würfel geschnitten
1 Fleischtomate, gehäutet und gehackt
1/2 TL Zucker
2-3 TL Za’atar zum Servieren (Würzmischung aus Thymian, Sesam und Sumach)
Salz und schwarzer Pfeffer

Kichererbsen abgießen und abspülen, in einem großen Topf mit viel Wasser zum Kochen bringen. Schaum abschöpfen und ca. 5 Minuten garen, abgießen und beiseite stellen.

Öl mit Zwiebel, Knoblauch, Tomatenmark, Cayennepfeffer, Paprikapulver und -schoten, 1 TL Salz und etwas schwarzem Pfeffer in einem Blender zu einer Paste pürieren.
Den Kochtopf der Kichererbsen bei mittlerer Temperatur zurück auf den Herd stellen, Paste darin ca. 5 Minuten unter Rühren anschwitzen, Tomate, Zucker und Kichererbsen mit 200 ml Wasser dazugeben und zugedeckt ca. 4 h bei sehr niedriger Temperatur köcheln. Dann den Deckel abnehmen und noch ca. 1 h weiterköcheln lassen (ich habe nur 3 h zugedeckt und ca. 45 Minuten offen geköchelt). Wenn die Flüssigkeit zu wenig wird, ein bisschen Wasser hinzugeben.
Wahlweise auf geröstetem Brot mit pochiertem Ei oder wie hier mit Granatapfelreis servieren, zum Schluss Za’atar nach Geschmack darüberstreuen.

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Piemonteser Haselnusskuchen

Warum es hier so lange so ruhig war?
Ächz.
Mich hat das erste Mal in meinem Leben eine richtige, fiese Grippe erwischt und ich war über zwei Wochen flachgelegen… Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange so krank war.
Brauch ich auf gar keinen Fall noch mal und ich weiß auch gar nicht, was ich ohne den Mann hier, der sich unermüdlich und sehr lieb um mich gekümmert hat, gemacht hätte.
Das einzig nette an der Sache war, dass ich jetzt über 2 Kilo leichter in den Frühling starten darf. Und das schöne Gefühl, dass es nun wirklich endlich bergauf geht und ich meinen Alltag wieder habe.

Apropos Frühling – es geht so langsam los da draußen und ich kann es nicht erwarten! Die Schneeglöckchen blühen, überall spitzt schon Tulpen- und Krokusgrün aus der Erde, das Licht hat sich schon verändert und es schon viel länger hell. Bald geht endlich die Gartensaison wieder los!
Überall in der Wohnung hab ich wunderschöne weiß-rosa Tulpen verteilt, auch wenn sie aus dem Treibhaus sind, die Seele braucht das jetzt.
Heute hab ich zu allem Überfluss noch einen riesigen, wunderschönen Rosenstrauß vom besten aller Männer bekommen, jetzt ist wirklich alles voll mit frischen Blumen!

Und einige schon längst vorbereitete Fotos und Rezepte wollen endlich verbloggt werden, so wie dieser unglaublich gute piemontesische Haselnusskuchen.

Schon länger hab ich ihn angeschmachtet hier bei der Küchenschabe und was soll ich sagen, dieser schlichte Kuchen gehört zu den besten, die wir hier je hatten. Vielen Dank für dieses tolle Rezept!

Der Haken an der Sache? Er schmeckt wirklich nur mit den feinen, gerösteten Haselnüssen aus dem Piemont so. Das Aroma dieser Nüsse ist wirklich unvergleichlich und als ich die Verpackung öffnete, war ich erst mal geflasht, so gut duften diese Nüsse. Und genau so schmecken sie auch, ein wirklicher Traum, der auch jedes schlichte Müsli oder sonstige Gerichte adelt.

Der Kuchen ist mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie die einfachsten Gerichte mit den richtigen Zutaten zu einem wirklichen Hochgenuss werden.
Ich habe zu diesem Kuchen noch etwas warme Schokoladensauce serviert – muss man nicht, passte aber wunderbar dazu.

Da auch mein Geburtstag dieses Jahr dank dieser blöden Grippe komplett entfiel, feiern wir ihn hier jetzt einfach ein bisschen nach.
Setzt euch, nehmt euch ein Stückchen Haselnusskuchen, gießt euch ein wenig warme Schokosauce darüber, freut euch mit mir auf den Frühling und bleibt vor allem gesund!

Rezept für eine 26 cm Springform (ich habe eine etwas kleinere Form genommen und dafür ca. 2/3 der Mengen verwendet)

300 g Haselnüsse geröstet und geschält (vorzugsweise piemontesische)
100 g Bitterschokolade
6 Eier, getrennt
300 g Zucker
100 g Butter, zerlassen + Butter zum Einfetten der Form
1 EL Weizenmehl, glatt + 1 EL Mehl zum bestäuben der Form
1/2 Pkg. Backpulver
Puderzucker zum bestäuben

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die gerösteten Haselnüsse fein mahlen, Schokolade fein hacken. Eiweiß sehr steif schlagen. Nach und nach die Eidotter unterrühren. Zucker, Schokolade, die zerlassene Butter, Mehl und Backpulver unterrühren. Haselnüsse vorsichtig unterheben. Eine Tarteform mit 26 Zentimeter Durchmesser einbutter und mit etwas Mehl bestäuben. Die Masse einfüllen und etwa 40 Minuten backen. Auskühlen lassen.

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Kiymali Pide – gebackener Teig mit Hackfleisch

So, den Januar hätten wir fast geschafft. Es wird morgens schon wieder ein wenig früher hell und abends etwas später dunkel, yeah.
Ein paar Mandelzweige hab ich vom Baum abgezwackt, in kleine Vasen gestellt und hoffe auf baldige rosa Blüten – das meiste vom Winter hätten wir doch schon fast rum, oder?

So langsam wächst die Vorfreude auf die nahende Gartensaison bei mir ins Unermessliche – dieses Jahr werde ich nämlich auch alle hübschen Blüher von Anfang an genießen können, allen voran der schöne große Kirschbaum in der Mitte des Gartens…
Und auch mein Gemüsebeet werde ich dieses Jahr ein bisschen besser planen können, das war letztes Jahr dann doch alles ein bisschen hektisch.
Aber immer noch hab ich aber große Lust auf schön würziges Essen, orientalisch und asiatisch steht hier gerade immer noch ganz hoch im Kurs.

Die schiffchenförmigen, gebackenen Kiymali Pide aus der türkischen Küche mag ich schon immer sehr gerne und jetzt habe ich sie endlich mal selbst gemacht – hier die mit Hackfleisch gefüllte Variante.
Anscheinend habe ich mir gleich ein gutes Rezept ausgesucht (hier bei kochbar.de gefunden), denn der Teig war einfach toll, sehr saftig und ganz leicht zu verarbeiten.

Allerdings – ich habe mal wieder nicht richtig ins Rezept geschaut und etwas zu viel Fleisch verwendet, denn in einem echten türkischen Pide ist niemals so viel Fleisch zu finden, wie ihr hier auf den Bildern seht… Auch so waren sie sehr gut, aber mit etwas weniger Hack schmecken die Pide noch besser, ich habe die Menge natürlich für das Rezept hier entsprechend wieder abgeändert und auch sonst noch ein paar Modifikationen vorgenommen, statt getrockneter habe ich frische Petersilie genommen und Mozzarella weggelassen.

Dazu passt ganz wunderbar ein einfacher Salat aus Tomaten, Gurken und Zwiebeln, nur mit etwas Olivenöl und Zitrone angemacht und natürlich ein Çay, türkischer Tee, der immer und zu allem getrunken wird.

Rezept für ca. 4 Personen:
Für den Teig:
600 g Mehl
40 g Hefe, frisch (ich habe etwas weniger genommen, ca. 30 g)
50 g Butter
250 ml Milch
3 Eier
1 Prise Zucker
1 TL Salz
etwas Sesam zum Bestreuen, gerne auch etwas Schwarzkümmel

Für den Belag:
250 g Hackfleisch (Rind oder Lamm)
1 große Zwiebel
0.5 – 1 TL Salz
1 kleine Dose geschälte Tomaten
3 EL Olivenöl
1 EL Oregano
1 EL Pul Biber oder Chilipulver
3 EL Petersilie, gehackt,
1-2 kleine grüne türkische Spitzpaprika (die haben einen ganz eigenen Geschmack, bitte nicht mit normaler grüner Paprika ersetzen)

Milch, Butter und den Zucker leicht erwärmen (darf nicht zu heiß sein, sonst streikt die Hefe!), dann die Hefe darin auflösen. Nun das Mehl, 1 Teelöffel Salz und 2 Eier in eine Rühschüssel geben. Die Hefemilch dazugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten, der dann 30 Minuten abgedeckt ruhen darf. Übrig gebliebenes Ei mit 1 EL Milch in einer kleinen Schüssel vermischen und für später aufbewahren.

In der Zwischenzeit kann die Hackmasse vobereitet werden.  Zwiebel fein würfeln, ebenso die Paprika. Geschälte Tomaten aus der Dose holen, die Enden entfernen und die Tomaten etwas zerkleinern. Die restliche Sauce in der Dose aufbewahren. Hackfleisch mit den Tomaten und Sauce, dem Olivenöl und Zwiebel in eine Schüssel geben. Alles nun gut vermengen, dann die Gewürze untermischen, am Schluss die Paprika unterheben.

Backofen auf 200° vorheizen. Den Teig auf einer mehligen Arbeitsfläche leicht oval ausrollen. Die Ränder nach oben klappen, so dass ein kleines Schiffchen entsteht. Diese nebeneinander auf Backpapier legen und mit der Hackmasse füllen. Nun noch die Ränder mit der Milch – Eigelbmischung bepinseln, nochmals etwas über die Füllung klappen und festdrücken. Mit Sesam und/oder Schwarzkümmel bestreuen. Pide für 15-20 Minuten backen und servieren.

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Gebackene, honigglasierte Möhren mit Sesamjoghurt

Könnt ihr euch noch an diese unsäglich schlechten Häschenwitze der 70er und frühen 80er erinnern?
Grauenhaft. Leider ist mir vorm Schreiben dieses Post irgendwie ein “Haddu Möhrchen” in den Sinn gekommen und nun geht es mir nicht mehr aus dem Kopf.

Früher war eben nicht alles besser, auch die Witze nicht. Wobei ich Witze allgemein nicht sonderlich mag, sondern eher auf unfreiwillige Situationskomik stehe…
Sehr früh ist mir schon bewusst geworden, dass wenige Dinge Menschen so sehr trennen wie ein völlig unterschiedlicher oder sogar komplett fehlender Humor.
Und richtig guter Humor übersteht auch ein paar Jahrzehnte oder länger, eines der besten Beispiele ist für mich Loriot, der so feinsinnig und eloquent menschliche Kommunikationsstörungen karikierte…

„Du dodl di! Dö dudl dö ist zweites Futur bei Sonnenaufgang.“
“Da hab ich was eigenes, da hab ich mein Jodeldiplom…”

“Ich heiße Erwin Lottemann und bin Rentner. Und in 66 Jahren fahre ich nach Island und da mache ich einen Gewinn von 500 000 Mark und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal.”

“Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!”

“Frauen bringen sich in violetten Sitzgruppen um…”

Jetzt hat er es schon wieder geschafft, mich an diesem grauen Tag trotz meiner nicht so wunderbaren Laune zum Schmunzeln zu bringen, danke lieber Vicco von Bülow und danke Evelyn Hamann für die vielen Stunden, die ihr mich so herzlich zum Lachen gebracht habt!

Möhrchen mag ich übrigens trotz Hasenwitz sehr und habe eigentlich auch fast immer welche zuhause, der dümmliche Hase wäre bei mir also ganz gut aufgehoben…
Letztes Wochenende habe ich mal wieder ein paar Sachen aus dem neuen Ottolenghi “Vegetarische Köstlichkeiten” ausprobiert, was soll ich sagen, es war natürlich alles wieder toll.

Als Mezze/Vorspeise sehr zu empfehlen sind diese hübschen bunten Möhren, die im Ofen mit Honig und Olivenöl gebacken und dann mit cremigem Joghurt, der mit Tahin und Knoblauch verfeinert wurde, serviert werden.

Aber auch als Beilage zu einem Gericht, bei dem noch eine Gemüsekomponente fehlt, sind sie prima.
Demnächst kommt noch ein weiteres getestetes Rezept, das ein bisschen zeitaufwändiger, aber auch sehr gut war. Und da wäre immer noch so viel in diesem Buch, das ich gerne ausprobieren möchte…

Holleri du dödl di, diri diri dudl dö, vergesst nicht, ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag, das ist allerdings von Charlie Chaplin und nicht von Loriot.

Rezept als kleine Vorspeise oder Beilage für 4 Personen:

60 g flüssiger Honig
2 EL Olivenöl
1 EL Koriandersamen, geröstet und leicht zerstoßen
1 1/2 TL Kreuzkümmelsamen, geröstet und leicht zerstoßen
3 Thymianzweige (oder etwas getrockneter Thymian wie bei mir)
1,3 kg Möhren, geschält und in ca. 2×6 cm große Stifte geschnitten
1 1/2 EL Koriandergrün, grob gehackt (weg gelassen)
Salz und schwarzer Pfeffer

Tahini-Joghurt
40 g Tahini
130 g griechischer Joghurt (ich hab etwas mehr genommen)
2 EL Zitronensaft
1 Knoblauchzehe, gepresst

Ofen auf 220° vorheizen. Alle Zutaten für den Sesamjoghurt in eine Schüssel geben und gut verrühren, beiseitestellen.

Honig, Öl, den Koriander und Kreuzkümmel, Thymian und 1 TL  Salz sowie ein paar Umdrehungen schwarzer Pfeffer gut verrühren. Die Karottenstifte hinzugeben, alles mit den Händen vermengen, bis alle Möhren bedeckt sind, dann in einer feuerfesten Form verteilen. Ca. 40 Minuten im Ofen backen, währenddessen ein- bis zweimal umrühren, bis die Karotten weich und schön glasiert sind.

Auf einer Platte anrichten und den Tahini-Joghurt dazu reichen.

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