Birnen-Schokoladenkuchen mit Crème Fraîche

Man kann es nicht mehr leugnen, so gerne ich es auch verdrängen würde… Die Tage werden kürzer, das Licht hat sich schon verändert und eine ganz leichte Verfärbung an den Blättern kann man hier und da auch erkennen.
Der Herbst steht wohl vor der Tür, leider, und ich bin melancholisch, denn ein richtig schöner Sommer, nach dem man sich auf Abkühlung freut, war das nicht. Die letzten Wochen so kalt, immer wieder Regen und abends im Shirt draußen sitzen - undenkbar.
Nun gut, es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als dem Herbst ”Hallo” zu sagen. Herzlich Willkommen bekomme ich allerdings nicht über die Lippen.

Wenigstens hat er schon mal etwas mitgebracht – reife Birnen, frisch, saftig und süß und bei diesen Temperaturen können wir uns endlich mal wieder einem meiner Lieblingsthemen widmen – Schokolade.
Am besten gleich Birnen und Schokolade zusammen, das ist nämlich eine ganz prima Kombi.

Wir waren letzte Woche im Elsass einkaufen und ich konnte natürlich der tollen, 40%igen Crème Fraîche d’Isigny wieder nicht widerstehen. Auch nicht der wunderbaren bretonischen Butter und auch wenn der eine oder andere sicher protestieren wird, dass man das doch beim Backen nicht schmeckt – doch, man tut es.
Auch wenn viele Menschen behaupten, dem sei nicht so, man schmeckt es, wenn Öl oder Margarine statt Butter verwendet wurde, wenn keine hochwertige Schokolade verwendet wurde oder wenn ganz einfach zu wenig Fett verwendet wurde.

Ich hab mir angewöhnt, lieber etwas kleinere Brötchen, äh, Kuchen zu backen, etwas weniger davon zu essen oder ein paar mehr Früchte zu verwenden, aber bloß nicht an den Zutaten zu sparen.
Auch hier durfte wieder meine geliebte Valrhona ran – es gibt einfach nichts besseres für einen aromatischen Schokoladenkuchen.
Und Schokolade und Birne ist ganz schön gut zusammen!

Das Grundrezept für den Schoko-Crème-Fraîche-Kuchen habe hier hier bei Foodlovin gefunden, die Birnen habe ich innen ein klein wenig am Kerngehäuse ausgehölt und einfach in den Teig gesetzt und versinken lassen.
Nach ziemlich exakt einer Stunde haben sowohl Birnen als auch Teig genau die richtige Konsistenz.
Das Teigrezept ist übrigens sehr gelungen, richtig schön saftig, trotzdem sehr gut geeignet für eine Kastenform und nicht mit zu viel Mehl, ich finde, allzu viel Mehl hat in einem Schokoladenkuchen nichts verloren.
Man sollte ein bisschen warten mit dem Anschneiden, mir ist der Kuchen anfangs fast zerbröselt, komplett ausgekühlt ließ er sich dann aber viel besser schneiden.

Zutaten für eine Kastenform:
(ich habe nur 75% der Menge gemacht, da die Birnen ja auch noch Platz brauchen, hier die entsprechend geänderten Mengen):
85 g Zartbitter-Schokolade
90 ml heißer Kaffee
130 g Butter und etwas für die Form
150 g Zucker
2 Eier
1 TL Vanilleextrakt (ersetzt durch 1 EL selbstgemachten Vanillezucker, den ich an der Gesamtmenge abgezogen habe)
120 g Mehl
45 g Kakaopulver
1 Prise Zimt (weg gelassen)
1/4 TL Meersalz
1 TL Backpulver
150 g Crème Fraîche
3 Birnen – am besten ganz feste, aber aromatische nehmen, sonst gibt es zu viel Feuchtigkeit!

Ofen auf 180 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine Kastenform ausbuttern und mit Backpapier auslegen.
125 ml starken Kaffee kochen. Die Schokolade darin schmelzen. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. Butter mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren.  Mehl mit dem Kakao, Salz, Backpulver mischen.
Die Birnen waschen und von unten das Kerngehäuse mit einem spitzen Messer etwas aushöhlen. Die Stiele kann man abmachen, ich fand sie aber so hübsch und hab sie deshalb drangelassen.

Die Creme Fraiche zum Kaffee geben und gut verrühren. Nun abwechselnd Kaffee-Creme Fraiche und Mehl zur Butter-Ei-Masse geben und unterheben, bis alles aufgebraucht ist. In die Kastenform füllen, die Birnen in gleichmäßigen Abständen in den Teig drücken und für ca. eine Stunde backen. Stäbchentest machen!

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Penne mit Pistazienpesto, Baby-Zucchini, Kirschtomaten und Knusperspeck

Endlich gibt es mal wieder etwas für den eingeschworenen Kreis der Speckvegetarier – die Frau Zii und die Turbohausfrau, Sabine natürlich, Micha von Grain de Sel, die Küchenschabe, Eva, Suse von Hundertachtziggrad und noch einige mehr.
Sommerliche Pasta mit einem Pistazien-Zitronenpesto, Babyzucchini, aromatischen Kirschtomaten und knusprigen Speckstreifen.

Ich glaube, ins Leben gerufen wurde dieses herrliche Wort “Speckvegetarier” von Eline?
Wie auch immer, Speck gibt jedem Gericht etwas Leben, dem noch das gewisse Etwas fehlt.
Oder Gemüse, das einfach nicht so geschmacksintensiv ist, wie Zucchini, den letzten Kick.

Als ich mir diese Woche diese Pasta ausgedacht habe – ich koche momentan ganz oft nach dem Motto “was muss geerntet werden, was muss weg” plante ich ein Pistazienpesto (die Pistazien waren etwas drüber und mussten verbraucht werden, ebenso eine halbe Zitrone), immer noch die aktuelle Tomatenschwemme und 2 Babyzucchini.
Warum Babyzucchini? Wenn ich länger warte, werden sie aufgefressen, ich schätze, es sind die Schnecken. Diesmal bin ich ihnen allerdings zuvorgekommen und diese ganz kleinen Zucchini sind so zart und lecker!

Etwas fehlte aber in meinen Gedanken noch… zu den ganzen milden Aromen brauchte es noch etwas knuspriges, salziges, etwas, was die Japaner umami nennen.
Speck! Feine Streifen, knusprig gebraten, perfekt. Im restlichen Speckfett die feinen Zucchinischeibchen braun gebrutzelt…
Ich muss sagen, so leckere Pasta hatten wir schon lange nicht mehr und es blieb kein einziges Zucchinischeibchen oder Speckstreifchen übrig.

Ach ja, Herbst auf dem Teller kommt bei mir übrigens noch gar nicht in Frage. Auch wenn es gerade wirklich frisch draußen ist, es ist noch Sommer, Punkt.
Nie schmecken die Tomaten besser, sind die Brombeeren reifer, die Zucchini knackiger und die Paprika aromatischer.
Genießt es, der Herbst kommt früh genug!

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:
300 g Penne
30 g Pistazien
1 kleine Knoblauchzehe
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone
1-2 TL Zitronensaft
2 EL Oliven- oder Walnussöl
100 ml Sahne
2 Babyzucchini
2 Handvoll Kirschtomaten
35 g Speck, in sehr feine Streifen geschnitten
Meersalz und evtl. Pfeffer
Parmesan zum Bestreuen, wenn gewünscht

Aus den Pistazien, der Zitronenschale und -saft, der Knoblauchzehe und dem Oliven-/Walnussöl und ca. 1/4 TL Salz im Mixer oder Mörser ein Pesto herstellen.
Kirschtomaten teils halbieren, teils vierteln, Zucchini in feine Scheiben schneiden.
In einer großen Pfanne den Speck auslassen bzw. knusprig braten, herausnehmen. Im Speckfett die Zucchini schön braun anbraten, auch herausnehmen.
In der Zwischenzeit die Penne in viel Salzwasser gar kochen, ca. 70 ml vom Kochwasser herausnehmen.
In der gleichen Pfanne nun die Kirschtomaten anschwitzen, dann das Pistazienpesto hinzugeben und alles mit der Sahne und dem Nudelkochwasser ablöschen, ganz kurz einkochen lassen. Wer keinen Rahm dazu mag, kann auch gerne etwas mehr Kochwasser nehmen – ich fand es aber sehr passend.
Nun die Zucchini wieder dazu geben, Pasta untermischen, alles mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken, mit den Speckstreifen und Parmesan bestreuen und servieren.

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Tomatentarte mit Ricotta-Parmesan-Thymiancreme

Nach den Gurken nun die Tomaten, die über mich hereinbrechen… warum muss eigentlich immer alles zusammen und auf einmal reif werden?
Über den Kopf gewachsen sind mir die Pflanzen schon lange – obwohl ich eine Weile alle 2 Tage ausgegeizt habe, sind sie gewuchert, und gewuchert und weiter gewuchert.

Bei den Tomaten finde ich die aktuelle Schwemme allerdings sehr inspirierend – sie sind ja einfach so vielseitig. Saucen, Suppen, Salate und natürlich Tartes.
Tomaten sind ja auch meine ganz große Liebe – das allererste Gericht, das ich mir als Kind selbst zubereiten konnte, war ein Tomatensalat.

Die pinken Ochsenherzen, die ich dieses Jahr habe, erröten nicht nur wunderschön mädchenhaft pink, sondern schmecken auch ganz wunderbar und eignen sich durch viel Fruchfleisch und wenig Kerne perfekt für herzhafte Kuchen und Tartes.

Die ersten habe ich vor zwei Wochen schon zu dieser herzhaften Tarte verarbeitet – mit Mürbeteig und einem saftigen Belag aus Ricotta, Parmesan, frischem Thymian und Piment d’Espelette.
Diese Chilisorte gibt für mich Tomaten den letzten Kick – nur wenig Schärfe, dafür ganz viel fruchtiger Geschmack. Auch an Salaten ganz toll.

Macht bitte nicht den gleichen ungeduldigen Fehler wie ich… Obwohl ich es besser wusste, war ich hungrig nach der Arbeit und habe dem Mürbeteig nicht genügend Zeit zum Ruhen gegeben, er war ein wenig bröselig durch meine Ungeduld.
Mindestens 30, besser 60 Minuten sollte er dann doch noch im Kühlschrank rasten dürfen.

Zutaten für eine Tarte von 26 cm:

300 g Mehl
150 g Butter, eiskalt, in Flöckchen
1 Eigelb
1 TL Meersalz
evtl. etwas eiskaltes Wasser wenn der Teig zu bröselig ist

Belag:
250 g Ricotta
4-5 Zweige Thymian, die Blättchen abgezupft
1 große junge Knoblauchzehe
40 g Parmesan
1 TL Meersalz
1 Ei
3/4 – 1  TL Piment d’Espelette
3 große Ochsenherztomaten
1 Handvoll kleine Kirschtomaten
etwas Olivenöl

Die Zutaten für den Teig schnell verkneten, gerade so, dass er gut vermengt ist. Nicht zu lange kneten und die Butter nicht zu warm werden lassen. Trotz Küchenmaschine knete ich den Mürbeteig eigentlich lieber mit den Händen, da man so ein besseres Gefühl hat, wann es reicht.
Zu einer Rolle formen, in Klarsichtfolie packen und mindestens 30, besser 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Ofen auf 200° vorheizen. Für den Belag die Knoblauchzehe zerdrücken und alle Zutaten bis auf die Tomaten gut verrühren.
Ochsenherzen in Scheiben schneiden.
Den Teig ausrollen und in eine Tarteform drücken, die Ricotta-Parmesancreme darauf streichen.
Außen mit den Ochsenherztomaten belegen, innen die Kirschtomaten daraufsetzen und auf mittlerer Schiene ca. 25-30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist und noch ein wenig Olivenöl darüberträufeln.

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Garden Mojito – gegen die Gurkenschwemme

Zur Abwechslung gibt es hier heute mal einen kühlen Drink, morgen soll es heiß werden!
Ich bin momentan immer noch beschäftigt mit dem Nachbasteln einiger Urlaubsrezepte sowie der Gurkenverwertung.

Gurkenverwertung? Ich hab doch nur eine einzige Pflanze…
Die trägt aber so reichlich, dass ich mal wieder mit der Ernte nicht nachkomme und Gurken schmecken ja auch nur ganz frisch und roh.

Also hab ich mich an unserem letztjährigen Lieblings-Urlaubsdrink  versucht – dem Garden Mojito, mit Minze, Gurke und Rum, den wir in Mauritius geliebt haben.
Wie passend, dass ich ihn dieses Jahr mit meinen eigenen Gartengurken ausprobieren kann.

Rezept hatte ich keines und auch nach längerem Suchen kein passendes gefunden, muss wohl eine Eigenkreation des Barkeepers gewesen sein, da Mojito ja auch nicht unbedingt zu den mauritianischen Urgetränken gehört, dort allerdings überall gang und gäbe ist.

Diese Version mit Gurken fanden wir besonders erfrischend, der Gurkengeschmack passt ganz toll zu Rum, Limette und Minze. Ich habe zum Süßen Kokosblütenzucker genommen, dadurch wird der Cocktail nicht zu zuckrig und bekommt noch zusätzliches Tropenflair.

Also los, Mojito mixen, Gurke mal nicht als Salat verwenden, ab nach draußen und genießen.
Man kann übrigens hierfür hellen Rum genauso gut verwenden, ich hab hier allerdings einen milden braunen verwendet, der noch aus diesem Urlaub stammt, um das passende Feeling ein bisschen zu intensivieren.
Crushed Ice wäre hierfür auch noch besser gewesen, aber gerade nicht vorhanden. Trotzdem – es hat diesmal (fast) ganz genauso geschmeckt, wie wahrscheinlich jeder schon mal festgestellt hat, ist das bei Urlaubsgetränken ja immer etwas schwierig.

Zutaten für jeweils 1 Glas:

1/2 Bio-Limette
1 Zweig Minze
3-4 cl Rum
2 TL Kokosblütenzucker, wer es süßer mag, kann auch etwas mehr nehmen
1/4 Minigurke
Eiswürfel oder Crushed Ice

In einem Becherglas Limette, Minze und und den Kokosblütenzucker mit einem Stößel etwas zerstampfen, den Rum daraufgeben. Gurke vierteln und in ca. 2-4 cm lange Stücke schneiden, ebenfalls ins Glas geben und mit Eis auffüllen, mit einer Gurkenscheibe dekorieren, fertig.

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Lemon Frozen Yogurt Cheesecake mit Himbeerspiegel

Es gibt sie, diese perfekten Tage…  an denen man sich ein Rezept ausdenkt, es ausprobiert und sofort denkt: ja, das ist es, es muss noch nicht mal etwas geändert werden.
Alles ist gut gelungen, schmeckt umwerfend, es ist ein schöner sonniger Sommertag und das Licht zum Fotografieren ist gut.

Beziehungsweise ich habe jetzt endlich einen Platz gefunden, an dem das Licht morgens gut ist.
Denn:
Gefrorenes zu fotografieren ist immer besonders heikel.
In der Nachmittagshitze oder abends ganz schnell tödlich, wie auch die tausendschöne Tina hier schon festgestellt hat (sind die Bilder aber nicht wundervoll geworden?)

In der kühleren morgendlichen Luft hielt sich dieser Lemon Frozen Yogurt Cheesecake aber sehr wacker.

Probiert haben wir ihn natürlich erst nach dem Anschnitt und den Fotos und diese sehr zitronige, fruchtige Cheesecake-Eistorte ist ein Traum. Sooo frisch, zitronig und einfach ein tolles Sommerdessert, denn er kann ja eine gute Weile im Voraus zubereitet werden.

Ein Boden aus Haferflockenkeksen, ein Cheesecake-Eis mit viel frischer Zitrone, griechischem Joghurt und Frischkäse, ein Himbeerspiegel aus süßen, reifen Beeren, die in Rosenzucker gewälzt werden.

Apropos Rosenzucker – wenn ihr nach Heidelberg kommt, statt bitte unbedingt der l’Epicerie einen Besuch ab, denn dort habe ich diesen auch gekauft.
Das Geschäft der netten und unaufdringlichen Französin ist ein einziger Einkaufshimmel, Gewürze, Öle und Essige nur vom allerfeinsten, tolle Bücher, wunderschöne nordafrikanische Keramik, feinste Schokoladen. Ich bin mindestens eine Stunde nicht aus dem Laden rausgekommen und habe ordentlich eingekauft.
So einen schönen, bestens sortierten und liebevoll geführten Laden habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen.

Auf die Idee für diesen Frozen Yogurt Cheesecake bin ich gekommen, als ich eine Folge Glamour Puds mit Eric Lanlard gesehen habe, in der er ein wunderbares Vacherin Glacé zubereitet hat, das ich so gerne nachgemacht hätte. Allerdings hab ich nirgendwo genau dieses Rezept gefunden und dachte mir dann einfach eine kleine Eistorte selbst aus. Einen Frozen Yogurt wollte ich eh unbedingt machen und für Cheesecakes bin ich ja immer zu haben.
Allerdings – länger als 2, maximal 3 Tage würde ich ihn nicht eingefroren lassen, die Konsistenz büsst dann etwas ein.

Von den anderen Tagen, den misslungenen Rezepten, hässlichen Fotos, Dramen in der Küche gibt es aber demnächst auch noch etwas hier zu lesen… denn alles hat seine Daseinsberechtigung, die schönen und perfekten Tage und auch die grauen, langweiligen, an denen vielleicht auch noch alles misslingt, was man anpackt.

Genießt die schönen Tage, in vollen Zügen!

Zutaten für eine kleine Springform von 18 cm:

Für den Boden:
100 g Hobbit Kekse oder andere Kekse mit Haferflocken
45 g Butter, zerlassen

Die Kekse in einem Mixer zerkleinern, mit der zerlassenen Butter mischen. Den Boden einer eingefetteten Springform damit auskleiden.

Für den Lemon Cheesecake Frozen Yogurt:
Schale und Saft von 2 Zitronen
90 g Zucker
1oo g Frischkäse
250 g griechischer Sahnejoghurt

Zitronensaft und -schale mit dem Zucker erhitzen, bis sich dieser aufgelöst hat. Abkühlen lassen. Mit dem Schneebesen gut mit den restlichen Zutaten verquirlen, in die Eismaschine füllen und nach Anleitung frieren lassen.

Für den Himbeerspiegel:
120 g Himbeeren + ein paar zum Dekorieren
25 g Zucker
1 Blatt Gelatine

Gelatine in kaltem Wasser auflösen. Himbeeren zerdrücken, mit dem Zucker ganz kurz erhitzen, sofort durch ein feines Sieb passieren und gut mit der Gelatine verrühren, ganz abkühlen lassen.

Die Eismasse auf dem Keksboden verteilen, glattstreichen, dann den Himbeerspiegel gleichmäßig darauf verteilen und noch für mindestens 1 Stunde in den Tiefkühler stellen.

Wenn das Törtchen ganz durchgefroren ist, unbedingt rechtzeitig vor dem Servieren rausholen, sie muss ungefähr eine Viertelstunde noch stehen.

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Urlaub auf dem Teller: Arancini und Caponata von Giorgio Locatelli

Fernwehfutter at home – das ist dieses Jahr mein Motto.
Nein, ich hab mich nicht verschrieben, kein Fernsehfutter!
Nachdem wir ganz schön viel in unser neues Zuhause investiert und auch schon einen guten Teil des Urlaubs für den Umzug verbraucht haben, fällt die große Reise für 2014 aus, was aber auch nicht weiter schlimm ist, weil es so schön und erholsam zuhause ist, nur jemand, der einmal am Tag die Wohnung saubermacht und aufräumt wäre noch toll!

Und – etwas südliche oder exotische Küche muss dann auch schon sein und passt ja auch so gut in den Sommer.

Try this, try this murmelnd, niemals werde ich den verschwörerischen Blick von Signora Conchetta vergessen, wenn sie mit neuen Tellerchen voller Köstlichkeiten ihres kochenden Mannes aus der Küche kam.

Seit nun fast 2 Jahren sehne ich mich nun schon nach Arancini, den meistens mit Fleisch gefüllten und frittierten Reisbällchen aus Sizilien, die wir uns dort fast täglich einverleibt haben, und nach Caponata, für die ja jetzt auch die beste Saison ist, Tomaten, Auberginen und Zucchini gibt es jetzt in allerbester Qualität.

Also los und eine Fritteuse gekauft, den letzten Anstupser dazu bekam ich von Susanne, die sich auch gerade genau das Modell, das ich im Auge gefasst hatte, zulegte und sehr zufrieden ist.

Ausprobieren wollte ich zwei Rezepte von Giorgio Locatelli, da hier auch die Caponata frittiert wird und „Sizilien“ von Locatelli ja als „das“ Kochbuch zum Thema gilt.

Mal vorweg: DIE einzig wahre und richtige Caponata gibt es eh nicht, der sizilianische Kollege meines Mannes war über die Zubereitungsweise (die Tomaten bleiben erst mal roh und ziehen dann nur mit dem frittierten restlichen Gemüse) recht erstaunt.

Und ich muss leider auch sagen – diese Caponata hat mich nicht so ganz überzeugt und war von der in Sizilien exzessiv verzehrten doch noch ein gutes Stück entfernt. Weiterhin schmecken viele Dinge, die frittiert wurden, kalt meistens nicht mehr so toll und das hat sich auch in diesem Fall bestätigt.
Außerdem – noch mal 100 ml Öl an ein Gericht, bei dem fast alles eh schon frittiert wurde? Nö  – die Menge hab ich auch noch mal ordentlich reduziert und fand es immer noch etwas zu viel.

Ich werde nächstes Mal dann doch eine Variante ausprobieren, in der die Tomaten erst geschmort werden, auch war mir hier die Säure bzw. der Essig etwas zu viel und nicht ganz ausgewogen.

Die Arancini hingegen waren sehr gut, ich hätte nur die Sauce nicht ganz so sehr einkochen sollen, das war aber einfach meine Schuld.

Und - bei dem Rezept haben so einige Angaben gefehlt. Man soll eine Pastella aus Mehl und Wasser herstellen, aber wie viel Wasser um Himmels Willen? Ich hab dann einfach so viel zugegeben, bis ein leicht zähflüssiger Teig entstand, in dem man die Bällchen gut wenden konnte, der aber auch gut haften blieb.
Weiterhin war die Füllung viel zu viel – ich habe mich ehrlich gesagt schon beim Lesen gewundert, wie dieses Verhältnis so aufgehen wird, bei mir war es definitiv zu viel.
Ebenso bei den Semmelbröseln, hätte ich die angegebene Menge verwendet – 1 Kilo Semmelbrösel auf 500 g Reis - wäre die Panade sicher über 1 cm dick gewesen.

Signore Locatelli, es tut mir furchtbar leid, aber ich glaube, so richtig warm werden wir beide nicht.
Ich hätte Sie gerne gemocht, habe mir mehr erwartet und vor allem passende Mengenangaben, hätte ich mich genau an die Rezepte gehalten, wäre wahrscheinlich einiges in die Hose gegangen.

Das Rezept für die Caponata habe ich auf Valentinas Kochbuch gefunden, die Arancini di carne hier.

Zutaten für die Caponata, ca. 4 Personen:
 1 große Aubergine
Olivenöl zum Braten
1 Zwiebel, in 2 cm große Würfel geschnitten
Pflanzenöl zum Frittieren (Erdnussöl)
2 Stangen Bleichsellerie, in 2 cm große Würfel geschnitten
1/2 Fenchelknolle, in 2 cm große Würfel geschnitten (habe ich weg gelassen)
1 Zucchino, in 2 cm große Würfel geschnitten
3 Frische Flaschentomaten, in 2 cm große Würfel geschnitten
1 (kleiner) Bund Basilikum
50 g Sultaninen
50 g Pinienkerne (ich habe die Kerne vorher goldbraun geröstet)
etwa 100 ml Olivenöl extra vergine (ca. 35-40 ml verwendet)
5 EL hochwertiger Rotweinessig
1 EL passierte Tomaten
1 EL extrafeiner Zucker
Salz und Pfeffer

Aubergine in 2 cm große Würfel schneiden, mit Salz bestreuen und mindestens 2 Stunden in einem Sieb abtropfen lassen. Überschüssige Flüssigkeit leicht ausdrücken.

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel leicht anbraten, bis sie glasig ist, nicht bräunen lassen! In eine große Schüssel geben.
Pflanzenöl in eine Fritteuse oder einen großen, tiefen Topf geben (nicht mehr als ein Drittel befüllen) und auf 180 Grad Celsius erhitzen. Selleriewürfel hineingeben und 1 – 2 Minuten frittieren, bis sie goldbraun sind. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Das Öl wieder auf die gewünschten 180 Grad Celsius erhitzen und den Fenchel hineingeben. Wie den Sellerie frittieren und abtropfen lassen, dann den Vorgang mit den Auberginen- und Zucchiniwürfeln wiederholen.
Das frittierte Gemüse zusammen mit den gewürfelten Tomaten in die Schüssel zu den Zwiebeln geben.
Basilikumblätter zerpflücken und mit den restlichen Zutaten in die Schüssel geben. Kräftig würzen. Die Schüssel mit dem noch warmen Gemüse mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 2 Stunden ziehen lassen, dann bei Raumtemperatur servieren. Nicht in den Kühlschrank stellen, da das die Aromen mindert. Durch den Vorgang des „Dämpfens“ unter der Frischhaltefolie und das sehr langsame Abkühlen soll die Caponata zu einer Art frittiertem Gemüsesalat werden, mit vielen verschiedenen Aromen, etwas Einheitliches mit einem ganz eigenen Geschmack.

Zutaten für die Arancini, diese Menge hier reicht sicher locker für 6 Personen:

1,6 l Hühnerbrühe
500 g Arborio Reis (ich habe Carnaroli verwendet, wie immer für Risotto, schmeckt mir einfach besser)
5 g Salz
1,5 Briefchen Safranfäden oder -pulver (ca. 0,15 g)
60 g geriebener Pecorino
ca. 1 kg feine Semmelbrösel (auch hier habe ich viel, viel weniger gebraucht, ich möchte ja nicht eine zentimeterdicke Panade haben?)
Pflanzenöl zum Frittieren (Erdnussöl)

Für die Füllung:
Olivenöl
1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
1 Karotte, fein gehackt
1 Selleriestange, fein gehackt
400 g Hackfleisch, am besten gemischt
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
120 ml Rotwein
400g Dosentomaten (oder frische, gehäutete)
50 g gekochte Erbsen
100 g Tuma (sizilianischer Schafskäse, hier sicher kaum zu bekommen, also durch Mozzarella ersetzen), in kleine Würfel geschnitten

Für die Pastella:

350 g Mehl
1 Ei
Und nu?
Wasser war keines angegeben… ich habe einfach so viel Wasser zugegeben, bis ein leicht zähflüssiger Teig entstanden war, der nicht zu sehr tropft, aber in dem sich die Bällchen gut wenden lassen.

Hühnerbrühe in einem Topf zum Kochen bringen. Reis, Salz und Safran dazugeben, wieder zum Kochen bringen und ca. 15 Minuten kochen, bis der Reis weich und die Flüssigkeit absorbiert ist.
Vom Herd nehmen, ganz kurz abkühlen lassen, dann den Pecorino unterziehen.
Ganz abkühlen lassen.

Währenddessen die Füllung vorbereiten – etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, das gehackte Gemüse hineingeben (bis auf die Erbsen) und weich dünsten, es soll nicht bräunen.
Fleisch hinzufügen und einige Minuten braten, mit Salz und Pfeffer würzen, dann den Wein hinzugeben und aufkochen. Tomaten zufügen und für ca. eine Stunde kochen. Die Sauce sollte recht dick sein. Abkühlen lassen, dann mit den Mozzarellawürfeln und den Erbsen mischen.
Für die Pastella Mehl, Wasser und ein in einer großen Schüssel gut verquirlen. Semmelbrösel in eine zweite Schüssel geben.
Die Hände anfeuchten und aus dem Reis Bällchen formen, so wie ganz kleine Orangen oder große Mandarinen. Mit dem Daumen ein Loch hineinmachen, etwas Füllung hineingeben und wieder verschließen. Erst in der Pastella, dann in den Semmelbröseln wenden.

Die Bällchen in ca. 170° heißem Pflanzenöl 4-5 Minuten frittieren, bis sie goldbraun sind, gut abtropfen lassen und servieren.

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