Gebackene, honigglasierte Möhren mit Sesamjoghurt

Könnt ihr euch noch an diese unsäglich schlechten Häschenwitze der 70er und frühen 80er erinnern?
Grauenhaft. Leider ist mir vorm Schreiben dieses Post irgendwie ein “Haddu Möhrchen” in den Sinn gekommen und nun geht es mir nicht mehr aus dem Kopf.

Früher war eben nicht alles besser, auch die Witze nicht. Wobei ich Witze allgemein nicht sonderlich mag, sondern eher auf unfreiwillige Situationskomik stehe…
Sehr früh ist mir schon bewusst geworden, dass wenige Dinge Menschen so sehr trennen wie ein völlig unterschiedlicher oder sogar komplett fehlender Humor.
Und richtig guter Humor übersteht auch ein paar Jahrzehnte oder länger, eines der besten Beispiele ist für mich Loriot, der so feinsinnig und eloquent menschliche Kommunikationsstörungen karikierte…

„Du dodl di! Dö dudl dö ist zweites Futur bei Sonnenaufgang.“
“Da hab ich was eigenes, da hab ich mein Jodeldiplom…”

“Ich heiße Erwin Lottemann und bin Rentner. Und in 66 Jahren fahre ich nach Island und da mache ich einen Gewinn von 500 000 Mark und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal.”

“Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!”

“Frauen bringen sich in violetten Sitzgruppen um…”

Jetzt hat er es schon wieder geschafft, mich an diesem grauen Tag trotz meiner nicht so wunderbaren Laune zum Schmunzeln zu bringen, danke lieber Vicco von Bülow und danke Evelyn Hamann für die vielen Stunden, die ihr mich so herzlich zum Lachen gebracht habt!

Möhrchen mag ich übrigens trotz Hasenwitz sehr und habe eigentlich auch fast immer welche zuhause, der dümmliche Hase wäre bei mir also ganz gut aufgehoben…
Letztes Wochenende habe ich mal wieder ein paar Sachen aus dem neuen Ottolenghi “Vegetarische Köstlichkeiten” ausprobiert, was soll ich sagen, es war natürlich alles wieder toll.

Als Mezze/Vorspeise sehr zu empfehlen sind diese hübschen bunten Möhren, die im Ofen mit Honig und Olivenöl gebacken und dann mit cremigem Joghurt, der mit Tahin und Knoblauch verfeinert wurde, serviert werden.

Aber auch als Beilage zu einem Gericht, bei dem noch eine Gemüsekomponente fehlt, sind sie prima.
Demnächst kommt noch ein weiteres getestetes Rezept, das ein bisschen zeitaufwändiger, aber auch sehr gut war. Und da wäre immer noch so viel in diesem Buch, das ich gerne ausprobieren möchte…

Holleri du dödl di, diri diri dudl dö, vergesst nicht, ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag, das ist allerdings von Charlie Chaplin und nicht von Loriot.

Rezept als kleine Vorspeise oder Beilage für 4 Personen:

60 g flüssiger Honig
2 EL Olivenöl
1 EL Koriandersamen, geröstet und leicht zerstoßen
1 1/2 TL Kreuzkümmelsamen, geröstet und leicht zerstoßen
3 Thymianzweige (oder etwas getrockneter Thymian wie bei mir)
1,3 kg Möhren, geschält und in ca. 2×6 cm große Stifte geschnitten
1 1/2 EL Koriandergrün, grob gehackt (weg gelassen)
Salz und schwarzer Pfeffer

Tahini-Joghurt
40 g Tahini
130 g griechischer Joghurt (ich hab etwas mehr genommen)
2 EL Zitronensaft
1 Knoblauchzehe, gepresst

Ofen auf 220° vorheizen. Alle Zutaten für den Sesamjoghurt in eine Schüssel geben und gut verrühren, beiseitestellen.

Honig, Öl, den Koriander und Kreuzkümmel, Thymian und 1 TL  Salz sowie ein paar Umdrehungen schwarzer Pfeffer gut verrühren. Die Karottenstifte hinzugeben, alles mit den Händen vermengen, bis alle Möhren bedeckt sind, dann in einer feuerfesten Form verteilen. Ca. 40 Minuten im Ofen backen, währenddessen ein- bis zweimal umrühren, bis die Karotten weich und schön glasiert sind.

Auf einer Platte anrichten und den Tahini-Joghurt dazu reichen.

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Lazy Sunday: Rohrnudeln mit Karamellboden und Vanillesauce

Sonntag.
Draußen kalt, drinnen warm. Der Ofen knistert, der Kater will kuscheln. Ein Buch will weitergelesen werden. Dutzende von Vögeln an den beiden stark frequentierten Futterhäuschen wollen beobachtet werden.
Ein wunderbarer Tag für einen schönen Hüttenbrumm.
Mit supergemütlichen Schluffiklamotten, auch wenn das neuerdings ja Loungewear heißt…

Was braucht es an einem solchen Tag noch, um das Glück perfekt zu machen? Vielleicht gleich zum Frühstück oder zum Brunch?
Richtig, warmes, dampfendes, weiches Hefegebäck frisch aus dem Ofen. Mit selbstgemachter Vanillesauce. Und einem süßen Karamellboden!

Lieber Uwe, als ich letztens über deine äußerst appetitanregenden Rohrnudeln gestolpert bin, gab es kein Halten mehr. Die mussten unbedingt baldmöglichst in die Tat umgesetzt werden und es hat sich sehr gelohnt!
Auch wenn ich beim nächsten Mal die Sahne für den Karamellboden weglassen würde, denn dann wird der Boden unten ein wenig knackiger, aber das ist einfach Geschmackssache, so hatte man unten eine cremige Karamellschicht, die natürlich auch ihre Reize hat.

Zu den noch warm servierten Rohrnudeln gibt es eine dicke, cremige Vanillesauce, die bei mir als Kontrast immer richtig schön kalt sein muss. Und die ich eigentlich immer nach dem gleichen Rezept hier herstelle, diesmal wollte ich sie gerne ein wenig kompakter haben und habe noch ein klein wenig aufgelöste Speisestärke eingerührt.

Und ich geh jetzt gleich wieder in die Tiefen des Sofas abtauchen, denn mein Buch ruft…!

Ich wünsche euch allen einen friedlichen und erholsamen Sonntag, genießt ihn.

Zutaten für ca. 3-4 Portionen:

100 ml Milch
280 g Mehl (bei mir 550)
20 g frische Hefe
50 g Zucker
40 g Butter, zimmerwarm
4 Eigelb
1 Ei
1 EL Sahne
Etwas Butter für die Form
Puderzucker (nach Belieben, ich hab ihn weg gelassen)
Salz

Die Vanillesauce nach diesem Rezept bereitet ihr am besten schon einige Stunden vorher oder am Abend davor zu.

Milch in einem Topf erwärmen, Achtung, sie sollte nur lauwarm sein und nicht heiß, sonst streikt die Hefe. Das Mehl in eine Rührschüssel sieben und in der Mitte eine Kuhle formen. Die Hefe in die Mulde bröseln und 3-4 EL Milch und 1 TL zugeben. Das Mehl vom Rand der Schüssel in die Mulde rühren. Etwa 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Restliche Zutaten (Milch, Zucker, das ganze Ei, 3 Eigelb, Butter in Flocken und eine Prise Salz) zum Vorteig geben und in einer Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten, danach ca. 1 h gehen lassen.

In der Zwischenzeit nach diesem Rezept den Karamell zubereiten und auf dem Boden einer gebutterten, ofenfesten Form verteilen.

Dann den Teig nochmals ganz kurz durchkneten, zu einer Rolle formen und in 12 gleich große Stücke teilen. Die Stücke mit bemehlten Händen zu Kugeln formen und diese in die  Form setzen. Weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen und den Backofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Das übrige Eigelb mit der Sahne vermischen und mit dem Gemisch die Rohrnudeln bestreichen. Die angegebene Backzeit auf der mittleren Schiene von 30 Minuten wäre bei mir etwas zu lange gewesen – ich empfehle zwischen 22 und 25 Minuten, sonst wird der Teig gerne zu trocken.
Am besten warm servieren, wer möchte, kann die Rohrnudeln noch mit Puderzucker bestäuben und dazu natürlich die vorbereitete Vanillesauce.

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Sobanudeln mit Rosenkohl und Salat von schwarzem Winterrettich

Der ganze Gemüsegarten ist vom Winter besetzt und schläft…
Der ganze Garten? Nein! Eine unbeugsame Pflanze hört nicht auf, dem Winter Widerstand zu leisten!

Mein toller, dankbarer, wundervoller Rosenkohl.
Ich schäme mich, wenn ich daran denke, dass ich ihn fast abgeschnitten und entsorgt hätte. Die Blätter wurden von allem möglichen Ungeziefer böse zerfressen, auch ist so einiges an Schnecken über dieselbigen geschleimt, aber die Röschen… die Röschen sind so wunderbar geworden!

Kein einziger Fraßschaden, knackig frisch und zuckersüß – es ist wirklich der beste Rosenkohl, den ich bisher hatte.
Der darf dann auch bitte eine Hauptrolle spielen in einem leicht japanisch inspirierten Gericht – Soba Nudeln mit schwarzem und weißem Sesam, Knoblauch-Miso und eben Rosenkohl. Dazu ein kleiner Salat mit schwarzem Winterrettich und Frühlingszwiebeln, ein paar Erdnüssen, Limette und kaltgepresstem Erdnussöl.

Rosenkohl ist nicht japanisch? Das ist mir ehrlich gesagt schnurzegal. Mir ist es wichtiger, saisonale und wenn möglich auch regionale Produkte zu verwenden, als in einem starren Bestreben nach falsch verstandener Authentizität mit großem Aufwand frische Zutaten zu beschaffen, die mit noch größerem Aufwand zu uns gekarrt wurden.
Auch unsere heimischen Gemüse passen nämlich prima in die asiatische Küche, man muss sich nur ein paar Gedanken machen, was womit harmoniert.
Wenn es gerade schönen schwarzen Winterrettich gibt, muss ich nicht unbedingt einen Daikon kaufen, der lange Wege zurückgelegt hat.

Sobanudeln kommen übrigens in Japan traditionell oft zum Jahreswechsel auf den Tisch  – sie sollen Glück bringen, ebenso für andere Veränderungen, die im Leben so anstehen.
Meine waren auf jeden Fall wunderhübsch verpackt, man beachte das schöne rosa Bändchen, das jede einzelne Nudelportion zusammenhält!
Wenn man darauf achtet, dass die Nudeln aus 100% Buchweizen bestehen (Achtung, das ist nicht immer der Fall!) sind sie auch bei einer Glutenunverträglichkeit geeignet und bestechen durch ihren schön nussigen Geschmack, außerdem ist das Gericht komplett vegan (was mir allerdings eher zufällig beim Schreiben aufgefallen ist…).

Zutaten für 2 Personen:

300 g Rosenkohl
200 g Sobanudeln
je 1 EL Sesam, hell und dunkel, geröstet (es geht natürlich auch nur heller)
2 EL Erdnussöl zum Braten
2 EL Knoblauch-Miso, in etwas Wasser aufgelöst (normales Miso geht auch)
1 EL Mirin
etwas japanische Sojasauce nach Geschmack
1-2 Knoblauchzehen
1 TL Sesamöl

Für den Salat:
1 kleiner schwarzer Winterrettich
evtl. ein paar Radieschen (meine mussten weg)
2-3 EL ungesalzene Erdnüsse, geröstet und grob gehackt
Saft einer halben Limette
2 TL Erdnussöl, kaltgepresst
2 TL Sojasauce
2-3 Frühlingszwiebeln
optional: etwas Chilipaste oder eine kleine gehackte rote Chili

Den Rettich in feine Streifen schneiden oder raspeln, Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Limettensaft mit Sojasauce, Chili(paste) und Erdnussöl verrühren. Rettich und Frühlingszwiebeln gut mit dem Dressing mischen, dann erst die Erdnüsse darüber streuen.
Während der Salat etwas zieht, die Nudeln zubereiten:
Rosenkohl waschen, putzen und vierteln. In einer großen schweren Pfanne oder Wok das Erdnussöl erhitzen und den Kohl scharf anbraten. Ein paar Minuten braten, dann den Knoblauch hinzufügen, ganz kurz weiterbraten, dann Miso, Mirin und Sojasauce hinzufügen. In der Zwischenzeit die Nudeln garen (brauchen nur ca. 4 Minuten), dann abgießen und zum Rosenkohl geben.
Mit Sesam bestreuen und servieren.

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Maronensuppe mit Portwein, Cognac und Zimtcroutons

Irgendwie kam ich mir diese Woche komisch vor, als ich diesen Artikel vorbereitet habe.
So viele so unnötige Grausamkeiten momentan in dieser Welt, man fühlt sich ein wenig merkwürdig, wenn man dann über so etwas banales wie eine Suppe schreibt.
Zumal es mich auch sehr traurig stimmt, dass viele hunderte (oder sogar tausende?) Tote durch Terror in Afrika und ganze Dörfer, die ausgelöscht wurden, bei uns mal wieder fast keine Schlagzeile wert sind. Beschämend finde ich das.

Aber dann hab ich Michas Artikel hier gelesen und sie hat absolut recht – in solchen Zeiten braucht man auch etwas Schönes, etwas Positives, oder wie hier etwas für Bauch und Seele.
Also hereinspaziert und herzlich willkommen zu einem Topf dampfender, wärmender und aromatischer Suppe!
Eine gute Suppe wärmt die Herzen und das können wir momentan wohl alle gebrauchen.

In den letzten Monaten habe ich (wie jedes Jahr um diese Zeit) wieder einige Maronensuppen in Restaurants gegessen, darunter eine mit Zimtcroutons, die umwerfend war und habe mich dann zuhause mal daran gemacht, die (für mich) perfekte Maronensuppe zusammenzubasteln.
Portwein UND Cognac? Ja, auf jeden Fall! Der Portwein darf ein bisschen mitköcheln, der Cognac kommt erst ganz am Schluss als Aromakick daran.

Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon und dazu goldbraune, in Zimtbutter gebratene Croutons und kurz vorm Servieren noch das kleine Schlückchen Cognac (dann verkocht er nicht so sehr und behält sein Aroma) und einen Klecks Crème Double – da ist sie, die Maronensuppe meiner Träume, die mir sogar besser schmeckt als alle bisherigen Restaurantversionen.

Nachdem diese Suppe als Vorspeise immer schon recht satt macht und wir uns hier seit Wochen sowieso von kaum etwas anderem als winterlichen und würzigen Suppen ernähren, gibt es diese bei uns jetzt öfters als kleines Abendessen, am besten noch mit einem Salat dazu.
Hierfür sind auch die vakuumierten und geschälten Maronen bestens geeignet und dadurch geht das ganze auch sehr schnell. Für noch mehr Konsistenz und Cremigkeit sorgt etwas Kartoffel.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber merkwürdigerweise finde ich den Winter momentan noch ganz nett, wo ich doch normalerweise um diese Jahreszeit schon längst in meine Seasonal Affective Disorder verfallen bin.
Liegt es am neuen Kaminofen? Oder am täglichen Blick in den Garten, wo ich sehen kann, dass sich die Natur in ihrer Ruhepause schon ordentlich auf den Frühling vorbereitet, überall entwickeln sich schon ganz langsam Knospen…

Wie auch immer, ich habe vor, es mir noch weiterhin eine gute Zeitlang mit Suppen, noch mehr Suppen und schön würzigen Gerichten gemütlich zu machen. Der momentane Trend, sich krampfhaft und mit Gewalt sofort nach Weihnachten den Frühling ins Haus holen zu wollen, gefällt mir nicht so wirklich.
Wir sind doch noch mitten im Winter, gönnen wir der Natur doch ihre Pause und kuscheln uns noch ein wenig ein.

Rezept für 2 Personen als kleines Abendessen oder für 4 als Vorspeise:
1 mittelgroße Kartoffel
1 kleine Zwiebeln
300 g Maronen, geschält
50 ml Portwein
4 EL Butter
600 ml Rinderbrühe
120 ml Sahne
Salz und Pfeffer
Muskatnuss frisch gerieben
1/2 TL Zimt
etwas Fleur de Sel
2 cl Cognac
Crème Double zum Servieren
evtl. etwas Schnittlauch und/oder Petersilie zum bestreuen/servieren

Zwiebel schälen und fein hacken, Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden.
In einem schweren Topf 2 EL Butter auslassen, die Zwiebel darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Kartoffeln und Maronen hinzufügen, kurz anschwitzen und dann mit dem Portwein ablöschen. Die Rinderbrühe hinzufügen und ca. 20-25 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln weich sind.
In der Zwischenzeit das Weißbrot entrinden und in Croutons schneiden.
Die Suppe nun mit einem Zauberstab oder im Blender pürieren, dann die Sahne hinzufügen, mit Muskatblüte, Pfeffer und Salz abschmecken. Kurz vor dem Servieren nun noch den Cognac unterrühren.

Nun in einer Pfanne bei mittlerer Hitze die restliche Butter erhitzen, 1/2 TL Zimt dazu geben und die Croutons knusprig goldbraun braten, zum Schluss mit ein wenig Fleur de Sel bestreuen.

Suppe in Teller oder Tassen geben, die Croutons und einen Klecks Crème Double darauf verteilen, eventuell mit etwas Schnittlauch oder Petersilie garnieren.

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Thai-Basilikum Rinderhack mit Gemüse und geröstetem Kokos-Erdnuss Crunch

So, endlich, die Blog-, Back- und Kochunlust der letzten Wochen ist überwunden. Ich hab ordentlich aufgetankt, gefühlte hundert Stunden geschlafen und noch viel mehr gelesen und gefaulenzt, die Batterien sind wieder aufgeladen.

Und es ist jedes Jahr das gleiche, alle wollen gesund und fit ins neue Jahr starten, Fitnessstudios und gesunde, leichte Küche boomen um diese Zeit.
Ist ja eigentlich auch okay, denn nach einer Zeit, die für viele hart an der Grenze zur Völlerei war, möchte der Körper einfach auch mal wieder etwas Ballast loswerden, wobei ich dieses Jahr in der Weihnachtszeit gar nicht so große Lust auf extrem aufwändige und kalorienreiche Kost hatte. Tatsächlich bin ich momentan sogar über ein Kilo leichter als Anfang Dezember…

Mein erstes Rezept für euch in 2015 ist bunt, frisch und voller guter Nährstoffe, die Inspiration hierfür habe ich mal wieder bei Petra von Chili und Ciabatta gefunden, auch wenn meine Version dann doch wieder ganz anders geworden ist.

Den Erdnuss-Kokos Crunch gibt es bei mir oft zu asiatischen Gerichten, ich habe das irgendwann einfach mal ausprobiert und er passt zu gebratenen Gerichten als auch zu Salaten ganz wunderbar. Wer kein Kokos mag, kann auch gerösteten und gemahlenen Reis verwenden, davon hab ich auch immer ein Gläschen im Schrank, wie er hergestellt wird, habe ich hier schon mal beschrieben.

Dieses Rezept hat es übrigens in die Top Ten meiner persönlichen Asia-Lieblinge geschafft und gab es hier schon einige Male.
Wer die asiatische Küche genauso gerne mag wie ich – in den nächsten Wochen wird es hier sicher noch so einiges geben, denn im Januar und Februar habe ich jedes Jahr unbändige Lust auf Würziges, Curries, Scharfes, natürlich immer mit viel Gemüse dabei.

Was ich euch und natürlich auch mir wünsche für 2015?
Ein bisschen mehr Achtsamkeit. Für sich selbt, was macht glücklich, was tut gut.
Anderen Menschen gegenüber, zuhören, akzeptieren, mitfühlen.
Und natürlich Achtsamkeit für die Nahrung, das man sich zuführt, denn es ist der Treibstoff, der uns tagtäglich am Laufen hält.

Zutaten für 2 Personen:

300 g Rinderhack
1 EL natives Kokosöl
2 Knoblauchzehen
1 walnussgroßes Stück Galgant
2 mittelgroße Karotten
1 Pak Choi (oder 2-3 Baby Pak Choi)
1 kleine rote, scharfe Chilischote
4-5 Zweige Thai Basilikum
Saft einer Limette
1-2 EL Fischsauce
1 EL Sojasauce
1 EL Palm- oder Kokosblütenzucker
1/2 Bund Frühlingszwiebeln

Für den Erdnuss-Kokos Crunch:
3 EL Kokosflocken
2 EL Erdnüsse, grob gehackt

Ofen auf 140° vorheizen, Kokosflocken und Erdnüsse auf einem Backpapier ausbreiten und ca. 10-12 Minuten rösten, bis beides goldbraun  ist (darf nicht zu dunkel werden!). Beiseite stellen.

Karotte in Julienne schneiden, Pak Choi in Streifen. Knoblauch und Galgant sehr fein hacken, die Frühlingszwiebeln und die Chilischote in feine Ringe schneiden.

Kokosfett in einer Pfanne oder Wok erhitzen, das Rinderhack scharf anbraten, erst die Karotten und den Pak Choi hinzugeben, dann den Knoblauch, Chili und Galgant und alles unter rühren ein paar Minuten braten.
Fisch- und Sojasauce sowie Palmzucker und Limettensaft hinzugeben, ganz am Schluss die Blätter des Thai Basilikums dazugeben.

Den Erdnuss-Kokos Crunch und die Frühlingszwiebeln in kleinen Schälchen getrennt servieren, dazu passt am besten Jasminreis.

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Looking ba-haack… ein kleiner Jahresrückblick und etwas Best of 2014

Eigentlich mache ich ja gerade eine kleine Blogpause, die auch gerade sehr erholsam ist. Also nicht weil ich nicht blogge, denn das sollte ja nie ein Muss sein, sondern weil ich traumhaft lange 2,5 Wochen Urlaub habe und diese sehr genieße, lesen, faulenzen, Zeit mit Freunden und Familie verbringen, ein bisschen gemütliches Shoppen, Schneewanderungen und allabendliches Kaminfeuer.
Gekocht wird hier gerade eher weniger und wenn, dann sehr schlicht, auch das ist mal schön.
Und ich fühl mich dabei… so!

Ein kleiner Jahresrückblick muss trotzdem sein…
Kamafoodra hat mir dieses Jahr sehr viel Spaß gemacht. Erstens weil ich dieses Jahr das erste Mal mit Gemüse und Früchten aus dem eigenen Garten kochen und backen konnte – für mich ein riesiges Glück!
Einen Samen in die Erde zu pflanzen und eine Weile später herrliche Erbsen, Frühlingszwiebeln, Gurken, Tomaten und vieles mehr ernten zu können ist einfach unglaublich – finde ich zumindest. Als Kind habe ich das schon geliebt… und kann jetzt endlich, endlich wieder pflanzen, pflegen, ernten.

 

 

Die besten Gerichte frisch aus dem Garten waren für mich 2014 (mit einem Klick aufs Bild kommt ihr zum Rezept):

Der Panzanella mit den saftigsten, rötesten,  aromatischsten Ochsenherztomaten:

Der Birnenkuchen mit den leider diesjährig sehr raren Birnen frisch vom Baum:

Erbsen! Die Erbsen waren so gut, dass ich ganz viele davon einfach roh
aus den Schoten genascht habe…
Ein paar haben es dann zusammen mit dem ebenfalls frisch geernteten Spinat doch nochin ein grünes Erbsenrisotto geschafft:


Und in diesen schönen Salat, hier sind frische knackige Erbsen mit Walnüssen und Meerrettich kombiniert:

Ein weiteres Highlight aus dem Garten war die feine Tomatentarte mit einer Ricotta-Thymian-Parmesancreme:

Für das Jahr 2014 hatte ich den Vorsatz, noch weniger Fleisch zu essen und das ist mir eigentlich auch ganz gut gelungen. Morgens ab und zu eine halbe zerdrückte Avocado auf’s Brot statt Schinken ist schon mal ein guter Start in den Tag.
Ganz auf Fleisch bzw. tierische Produkte verzichten werde ich wohl nie, aber wenn jeder den Konsum mal ordentlich zurückschrauben und dann auch lieber mal ein paar Euro mehr ausgeben würde, müssten Tiere auch nicht in solch unsäglichen Zuständen gehalten werden.

Was ich mir für 2015 wünsche?
Etwas mehr Toleranz, bitte. So viel Intoleranz bis hin zu Fanatismus wie im letzten Jahr hab ich nämlich noch nie wahrgenommen, und das wahrlich nicht nur von radikalen Islamisten; Pegida und Konsorten. Es fängt im kleinen an, nämlich beim Essen und bei Ernährungsformen, aus denen eine Religion gemacht wird und anderen im besten Fall mit Überheblichkeit begegnet wird.
Momentan wird ja der böse, böse Weizen wie eine Sau durch’s Dorf getrieben und ich denke mir oft, was haben wir doch für schöne Luxusprobleme, sehr viele Menschen auf dieser Welt wären momentan für ein schlichtes Stück Brot gegen ihren Hunger sehr dankbar.
Natürlich kann und sollte jeder die Freiheit haben, sich für die Ernährungsform zu entscheiden, die er mag, aber jeder Körper ist anders, verträgt anderes und Überheblichkeit hat meiner Meinung nach bei einem so existenziellen Thema überhaupt nichts zu suchen.
Und für 2015 wünsche ich mir sehr, dass Radikalisierung wieder verschwindet.
Im kleinen wie im großen.

Das tollste Blogevent, das mir dieses Jahr ins Auge gesprungen ist, war eindeutig die Aktion “Cookies for care”, die Claudia von Dinner um Acht ins Leben gerufen hat, hier geht’s zum Bericht dazu.
Leider ist München von mir viel zu weit entfernt, hier hätte ich sehr gerne mitgemacht, denn es ging hier nicht nur um schnöde Verteilung von Süßigkeiten, sondern auch um ein Zeichen des Willkommens. Das ich gerade in der momentan Zeit als besonders wichtig empfinde.

Meine schönste diesjährige Blog-Neuentdeckung ist Foodlovin’ von Denise Renée, wunderschöne Bilder und Tipps von einer professionellen Foodstylistin.
Sehr vermisst dieses Jahr habe ich Sybille von der tomatenblüte. Ihre Rezepte und Inspirationen fehlen mir und auch ihr sonniges, ehrliches und freundliches Gemüt.

Gewundert hab ich mich ein wenig darüber, dass viele Blogger so gar keine Kommentare mehr beantworten. Mag natürlich jeder halten wie er will und meistens kommt das Argument “Zeit”, aber ich persönlich habe da nicht so viel Lust, zu kommentieren, denn man hat so das Gefühl, in eine gewisse Leere zu schreiben…
Ich werde jedenfalls weiter versuchen, jeden Kommentar zu beantworten, auch wenn es manchmal ein wenig dauert und vielleicht auch mal einige zusammengefasst werden. Für mich hat das auch ein bisschen mit Wertschätzung der Leser zu tun, die ja auch mal eine Frage haben…
Das gehört zu meiner persönlichen Zeitplanung für den Blog einfach dazu, liegt vielleicht aber auch daran, dass mir ein persönlicher Austausch, ob mit Lesern oder anderen Bloggern wichtig ist, wichtiger als eine alleinige Ausrichtung auf Zugriffszahlen und immer höher, schneller, weiter.

Gebacken wurde hier viel im letzten Jahr! Ich habe ja in der neuen großen Küche auch eine eigene kleine Backecke mit einem Schränkchen für sämtliche Backutensilien und einer Arbeitsplatte, die nur für diverse Teigarbeiten reserviert ist. Herrlich!

Und auch hier gibt es noch ein kleines Best-of, bevor ich mich mit den allerbesten Wünschen für das nächste Jahr von euch verabschiede.
Ich wünsche euch einen wundervollen Rutsch, ob mit viel Getöse oder ruhig, ganz so wie ihr euch das wünscht.
Bin dann mal wieder im Urlaub verschwunden und gleich gibt es hier ein schlichtes Mung Dal mit Mangold und Hirse dazu.
Bis 2015!

 

 

 

  Auf meiner persönlichen Back-Rangliste für 2014 ganz oben stehen diese superschlichten Karamellstreuselschnitten, die auch noch ruck-zuck gemacht sind:

Nicht zu vergessen die tolle Blutorangentarte mit Salzkaramell und hausgemachtem Blätterteig vom Jahresanfang:

Für heiße Tage eine wunderbare Erfrischung ist der Lemon Frozen Yogurt Cheesecake mit Himbeerspiegel:


Geschmacklicher Knaller, auch wenn die optische Umsetzung nicht so ganz ablief,
wie ich das geplant hatte: der Christmas Cheesecake mit Spekulatiusboden
und Granatapfelkernen:

 Und natürlich die cremigen Himbeer Brownies, die es nächsten Sommer ganz sicher wieder geben wird!

 

 

 

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