Durcheinander?

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Da ist es nun, das angekündigte Gado-Gado.
Heißt auf Deutsch übrigens Durcheinander.

Das Wort Durcheinander ist ja im Allgemeinen eher negativ behaftet. Man möchte es aufräumen, beseitigen, Ordnung schaffen.
Die Adjektive, die einem dafür in den Sinn kommen, verheißen auch wenig Gutes.
Heilloses Durcheinander, schreckliches Durcheinander.
Unfassbares, ungeheuerliches Durcheinander.
Ich bin ganz durcheinander!

Dieses Durcheinander hier ist allerdings nur eines, wirklich köstlich. Und so, wie ich es fotografiert habe, nämlich die Sauce schön in der Mitte platziert und (noch) nicht darüber verteilt, ist es auch kein heißer Anwärter für Heikes Ugly Food , sondern noch recht hübsch anzusehen.
Beseitigen möchte und sollte man es trotzdem, es schmeckt nämlich unglaublich lecker mit der Erdnusssauce darüber.

In Indonesien ein traditionelles Gericht, das eigentlich eine komplette und äußerst gesunde Mahlzeit darstellt. Es wird oft auch mit Tofu oder Tempeh serviert.
Teils blanchierte und teils rohe Gemüse, Kartoffeln und gekochtes Ei, kalt serviert mit einer warmen, würzigen Erdnusssauce, die dann über das Gemüse gegeben wird.

Eigentlich gehören noch Krupuk dazu, diese Krabbenchips. Ich mag die aber nicht und hab sie deshalb weg gelassen.
Die Schärfe der Erdnusssauce kann man variieren, je nach Geschmack, ich mag erdnussiges gerne recht scharf und habe deshalb etwas mehr Chili verwendet.

Zutaten für die Sauce:
115 ml Raps- oder Erdnussöl
225 g rohe Erdnusskerne – nicht enthäutet (ich hab enthäutete genommen)
2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
4 Schalotten, gehackt
1 Scheibe/EL Garnelenpaste (gibt es als Block oder im Glas, ich habe eine indonesische Paste aus gebratenen Garnelen, die ein wunderbarer Geschmacksgeber ist)
Salz nach Geschmack
1/2 TL Chilipulver (ich habe 3 getrocknete Birds Eye verwendet)
1/2 TL weicher brauner Zucker (bei mir 1 EL dunkler Muscovado)
1 EL dunkle Sojasauce
450 ml Wasser
1 EL Tamarindenwasser (ich hatte noch eine Limette übrig und hab deren Saft verwendet)
Quelle: Die indonesische Küche, 110 Originalrezepte, Christian Verlag

Öl in einer Pfanne erhitzen, Erdnüsse ca. 4 Minuten unter Rühren braten. Mit einer Siebkelle herausnehmen und abtropfen lassen. Nachdem sie abgekühlt sind, im Mixer zu einem feinen Pulver vermahlen. Öl bis auf 1 EL abgießen.
Knoblauch, Schalotten und Garnelenpaste mit etwas Salz im Mixer pürieren, dann im restlichen Öl ca. 1 Minute braten. Chili, Zucker, Sojasauce und 450 ml Wasser dazu geben. Aufkochen und dann die Erdnüsse zufügen. Ca. 10 Minuten einkochen lassen, bis die Sauce schön dick ist. Tamarindenwasser/Limettensaft hinzugeben und mit Salz abschmecken.
Vor dem Servieren in einem kleinen Topf kurz erwärmen.
Die Sauce hält sich bis zu einer Woche im Kühlschrank.

Für das Gemüse (dies sind nur Beispiele, man kann bei der Zusammenstellung nach Wunsch und nach Saison variieren, dies sind die Originalvorschläge aus dem Buch):
120 g Weißkohl, in Streifen geschnitten, knapp gar gekocht
225 g grüne Bohnen, gegart
4 Möhren, gegart, geschält und in dünne Scheiben oder Stifte geschnitten
120 g Blumenkohlröschen, knapp gegart
120 g Bohnensprossen

zum Garnieren:
Einige grüne Salatblätter und etwas Brunnenkressen
2 hart gekochte Eier, geviertelt
1 Pellkartoffel, in Scheiben geschnitten
1/2 Salatgurke, in Scheiben geschnitten
1 EL gebratene Schalotten
Krupuk nach Wunsch

Alles auf einer großen Platte hübsch anrichten, mit der warmen Sauce übergießen.

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4 Kommentare zu Durcheinander?

  1. Von diesem Durcheinander hätte ich gerne was, das stelle ich mir an einem Sommerabend auf der Terrasse herrlich vor. Dabei fällt mir ein, ich sollte mal wieder das provencalische Pendant: La grand Aiolli“ machen.

  2. Ich steh total auf Erdnuss-Sauce. In meiner ist auch noch Kokosmilch und Erdnussbutter drinnen, ist also etwas üppiger. Bei deiner gefällt mir die Methode, die Nüsse im Öl anzubraten, das werde ich wohl auch versuchen. Könnte ich mir gut zur nächsten Grillerei vorstellen!

    • Britta sagt:

      Ich hab es ja schon geschrieben, das war wirklich die beste Erdnusssauce, die ich bis jetzt getestet habe 🙂
      Zu gegrilltem Huhn auch toll!

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