Toskana, die zweite: Mittelalter und Metzgerträume

Zeit für den zweiten Bericht!

Heute möchte ich euch gerne erst mal mitnehmen in das kleine Städtchen Greve in Chianti. Man kann dort einige sehr schöne kleine Lädchen mit Handwerkskunst finden und auch einen sehr netten alten Gürtelmacher.
Die Hauptattraktion an der Piazza Matteotti ist allerdings nicht zu übersehen:
Die Antica Maccelleria Falorni, ein fleisch- bwz. wurstgewordener Traum für jeden Carnivoren.
Bewacht von einem (ausgestopften) Wildschwein, betritt man durch die Tür Räume, die nur noch staunen lassen.

Die Luft ist geschwängert von Düften nach lufttrocknenden Schinken, Wacholder, Kräutern.
Von den Decken hängen Schinken, Salamis, Knoblauch und ich fühle mich wie Alice im Wurstwunderland.

Wir beschließen erst mal einen Snack zu uns nehmen, ich habe die Qual der Wahl zwischen 9 verschiedenen Variationen von Beef Tatar…
Ich entscheide mich für die Version mit Olivenpaste, Trüffelöl und gerösteten Brotbröseln, die sich als traumhaft herausstellt.

Herr Kamafoodra bestellt einen Klassiker, eine gemischte Platte mit Pecorino, Salami und Schinken, auch eine gute Wahl.
Wir probieren ein paar der Weine, was sehr praktisch mittels eines Kartensystems funktioniert und stürzen uns dann in den Einkauf. Einen Käsekeller entdecken wir noch und in den Korb wandern Schinken vom Cinta Senese Schwein (eine besondere Rasse der Toskana, die nicht in Ställen gehalten werden kann), Finocchiona, Salami mit Chianti, Wildschweinsalami und -schinken und Pecorino verschiedener Alterungsstufen.

Geschlagene 2,5 Stunden haben wir hier verbracht – um dann 9 Tage später noch einmal zurückzukehren.
Einen Besuch wert, auf jeden Fall, für uns sogar zwei!

Weiter geht es nach San Gimignano, mit seinen riesigen mittelalterlichen Türmen wird es gerne „Manhattan des Mittelalters“ genannt.

Schön und auf jeden Fall einen Besuch wert, aber mir persönlich war es etwas zu voll und zu touristisch. Die Gelateria Dondoli auf dem obigen Bild sollte man sich aber keinesfalls entgehen lassen, die vielen Eissorten sind köstlich und es lohnt sich, ein paar Minuten dafür anzustehen. Mein Lieblingsbild in San Gimignano ist außerhalb der alten Mauern entstanden und scheint tatsächlich ein paar Bewohner abzubilden:

Ein hübsches kleines und charmantes Städtchen mit wundervollen Ausblicken, einigen netten kleinen Geschäften und nicht so überlaufen ist auch Radda in Chianti, auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Und ganz zum Schluss habe ich noch eine weitere Restaurantempfehlung, die kleine und immer proppenvolle Rosticceria Il Re Gallo in Castellina.
Ein kleines, unkompliziertes Lokal mit supernetten Kellern, gemütlicher Atmosphäre und toller toskanischer Küche.
Klassische Ribollita, die Herbst- und Wintersuppe mit Zwiebeln, Olivenöl, Kohl und Bohnen, wunderbare Antipastiplatten (besonders gut: eine Art Quiche mit Pecorino!) butterzartes Rinderfilet und in Chianti geschmorten Rinderbraten haben wir probiert, alles war ausnahmslos gut und sehr günstig.

Ein schönes Wochenende wünsche ich euch und der letzte, dritte und für uns schönste Teil unserer Reise ist schon in der Pipeline!

 

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9 Kommentare zu Toskana, die zweite: Mittelalter und Metzgerträume

  1. Elena sagt:

    Ein begeistertes Danke für Worte & Bilder.

    E.

  2. Wie schön! Das klingt alles so sehr nach Urlaub. So muss Italien.

  3. Eline sagt:

    Du machst mir Lust, wieder mal in diese schöne Gegend zu reisen …

  4. Marian sagt:

    Wunderschön deine Bilder, ich bin gerade gestern aus dem Chianti-Gebiet nach 2 Wochen Urlaub zurückgekommen. San Gimignano ist traumhaft, aber eben leider sehr touristisch. Radda in Chianti hat mir auch supergut gefallen. Greve habe ich leider nicht besucht.
    Dafür waren wir in Volterra. Auch sehr schön.

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